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Am liebsten noch länger bleiben…



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 23. Mai 2016 von ADRAlive-Team

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Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Simone über ihre Arbeit im Kilimanjaro Orphanage Centre.

Das wünschen sich doch viele: Andere Länder sehen, neue Dinge erleben, etwas Besonderes tun. Ich habe die Möglichkeit bekommen, das zu tun und musste dabei feststellen, dass es manchmal doch herausfordernder und schwieriger ist, als ich gedacht hatte.

Leichte Startschwierigkeiten

Als wir am 12. August 2015 am Kilimanjaro Airport ankamen, waren wir voller Tatendrang und Energie. Ich hatte mich darauf eingestellt, an einer Schule mit Albinokindern zu arbeiten. Meiner Vorfreude wurde jedoch ein Dämpfer verpasst, als wir am nächsten Tag erfuhren, dass die Schule nichts davon wusste, dass Freiwillige kommen sollten. Für die ersten Wochen arbeiteten wir also erst einmal an einer anderen Schule, jedoch nur übergangsweise, bis wir schließlich doch an die Albinoschule konnten.

Wir waren dort die ersten Freiwilligen und so mussten wir zunächst mit der Direktorin und den Lehrern herausfinden, was Freiwillige überhaupt so machen. Es war schwierig Aufgaben für uns zu finden, für die es nicht schon jemanden gab. So verbrachten wir die meiste Zeit mit der Kindergartengruppe, wo wir gemeinsam mit den beiden Lehrerinnen die 6 Kinder unterrichteten. Nach wenigen Wochen wechselte ich dann an ein Waisenheim in Moshi, das gerne weitere Freiwillige hätte. Das ganze Hin und Her machte es mir immer wieder schwer, mich einzuleben und richtig anzukommen.

Das „Kilimanjaro Orphanage Centre“


Nun arbeite ich seit November 2015 im Kilimanjaro Orphanage Centre, zusammen mit derzeit drei anderen Freiwilligen.
In dem Heim wohnen derzeit 53 Kinder im Alter zwischen 4 und 17 Jahren. Nicht alle der Kinder sind tatsächlich Waisen. Einige kommen auch aus armen Familien, deren Eltern nicht genug Geld aufbringen können, sie zu versorgen oder aus anderweitig schwierigen Umständen.

Die älteren Kinder nehmen morgens um 6:30 Uhr den Bus zur Schule und kommen mittags um 17:00 Uhr wieder zurück. Dann essen sie und waschen ihre Schuluniform. Abends machen sie Hausaufgaben.

Bisher habe ich diese Kinder nur selten gesehen, da ich nicht in der Nähe des Heims gewohnt habe, sondern jeden Tag den Bus (Daladala) nehmen musste und somit nur im Heim war, wenn die meisten Kinder in der Schule waren. Denn tagsüber ist im Kilimanjaro Orphanage Vorschulunterricht für bedürftige Kinder aus der Nachbarschaft und auch Kinder aus anderen Waisenheimen.

Zusammen mit zwei der anderen Freiwilligen unterrichte ich die etwas größeren Vorschulkinder, während die Lehrerin die Kleineren unterrichtet. Außerdem helfen wir in der Küche und dabei, den Hof sauber zu halten bzw. wieder sauber zu machen.

Etwa gegen 11 Uhr gibt es in der Regel Uji. Das ist ein schleimiger Brei aus Reismehl, Maismehl, Zucker und  Wasser. Am Anfang mochte ich ihn überhaupt nicht, weil er so süß und schmierig ist, aber je öfters ich ihn gegessen habe, desto mehr mochte ich ihn. Inzwischen spiele ich schon mit dem Gedanken, mir auch in Deutschland zum Frühstück Uji zu machen. Den anderen Freiwilligen ging es ähnlich. Man gewöhnt sich halt an alles.

Der Unterricht geht bis zum Mittagessen, meistens um 1 Uhr. Zum Mittag gibt es entweder: Ugali (Maisbrei) mit Kohl oder Fischsuppe, Reis mit Bohnen oder Kohl, oder Makande (Mais und Bohnen). Sehr lecker!

Anschließend legen sich die Kinder bis 4 Uhr Nachmittags zum Mittagsschlaf hin und gehen danach nach Hause. In der Zeit bereite ich den Unterricht vor und räume das Chaos, das vom Unterricht übriggeblieben ist, auf.
Vor wenigen Tagen bin ich in eine Gastfamilie in der Nähe des Waisenheims umgezogen, um nicht nur den Tag mit den Vorschulkindern verbringen zu können, sondern auch den Nachmittag und Abend mit den Heimkindern.

Ich fühle mich hier richtig wohl!

Nun bin ich schon seit 9 Monaten hier und zwischendurch hab ich mir mal gewünscht wieder Zuhause zu sein, weil alles so anders gelaufen ist, als ich es erwartet habe und als ich es mir gewünscht hatte.
Dann gab es aber auch immer wieder Momente, in denen wir dachten, wir müssen wieder zurück nach Deutschland, da wir unglaublich viele Probleme mit dem Visum hatten und immer noch haben.

Nach so vielen Monaten fange ich jedoch langsam an, mich hier richtig wohl zu fühlen. Dabei sind es jetzt nur noch drei Monate und ich merke mehr und mehr, dass ich noch gar nicht zurück möchte. Lange Zeit kannte ich dieses Gefühl gar nicht und das Jahr kam mir scheinbar endlos vor, aber je näher das Ende kommt, desto mehr wünsche ich mir noch länger hier bleiben zu können!

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