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Das Land der Croissants!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 01. Oktober 2019 von Christina Kuhlen

Ein Bericht von Anna, die ihren weltwärts-Dienst mit ADRAlive! in Albanien verbringt.

Bei diesem Titel würde man wohl eher an Frankreich denken, aber da war man wohl noch nie in Albanien. Die in Folie abgepackten Croissants mit allerlei Füllungen findet man an jeder Straßenecke – die dazugehörigen Verpackungen leider auch. Markant an Tirana ist außerdem das Kabellabyrinth in der Luft, die Straßenhunde, Obststände und Cafés alle 10 Meter. Zudem findet man in jeder Straße mindesten ein Brautmodengeschäft, sodass man annehmen könnte, Albaner würden nicht nur einmal in ihrem Leben heiraten. Und das ist jetzt nicht auf die Scheidungsrate bezogen, die liegt hier nämlich deutlich unter dem deutschen Durchschnitt! Generell wird Familienleben hier sehr GROßGESCHRIEBEN und selbst als Gast ist man Teil der Familie, sodass man immer und überall Hilfe bekommt. An einem Nachmittag sind Rebekka (meine Mitfreiwillige) und ich im Park spazieren gewesen und weil das Wetter so schön war (das ist es hier nahezu immer!), wollten wir uns an das Ufer des Sees setzten. Kaum saßen wir 2 min am Wasser, kam auch schon ein älterer albanischer Herr, der sich mit uns mehr oder weniger versucht hat zu unterhalten. Nachdem eher verunglückten Versuch verließ er uns wieder, um nur 5 min später mit einer Decke zurückzukommen, auf die wir uns dann setzen durften. Unsere ersten Wörter „ Faleminderit, Mirupafshim, Po, Jo“ haben den Albanern jedoch ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Nach 2 Monaten fühlt es sich schon wie nach Hause kommen an. Ich lebe in der Hauptstadt Albaniens und sie ist niemals still.

ARBEIT

Jeden Tag laufen wir 5 Minuten zum ADRA Büro und starten den Morgen mit einer Andacht. Danach übersetzen wir Texte, sortieren Bilder ein und basteln für die Schulen. Die Aufgaben gestalten sich hier als sehr vielfältig und jedes Talent was man hat, kann man hier gerne einsetzen und weiterentwickeln. Im Anschluss geht es meistens in die verschiedenen Projekte: Roma-Community Fushe- Kruje, Gemeinschaftszemtrum Tirana, etc. Wir beobachten und knipsen so viele Fotos wie möglich, um die besten Bilder dann auf den sozialen Medien zu teilen oder Berichte auf die Webseite zu laden. Ab und zu schneide ich auch Videos zusammen, bei denen die geleistete Arbeit von ADRA Albanien immer am besten zur Geltung kommt. Hin und wieder passiert es auch, dass ich am Nachmittag die Zeit total übersehe, da ich so fokussiert bei der Arbeit bin. Wir wurden zu Beginn herzlich von unserem ADRA Albanien Team aufgenommen. Die Arbeitsatmosphäre ist typisch albanisch, sehr entspannt und niemals Zeitdruck! In Albanien sieht man es mit der Pünktlichkeit nicht so eng. 5 kann halb 6 oder auch 6 Uhr bedeuten, sodass ich als typisch „Deutsche“ schon viel gewartet habe.

Roma-Gesellschaft

Roma zu sein bedeutet als Mädchen mit 14 zu heiraten, in diesem Alter die Schule zu verlassen und dann Kinder zu bekommen und das restliche Leben sich um diese zu kümmern. Deshalb können auch viele Erwachsene noch nicht lesen und schreiben, vom Rechnen ganz zu schweigen. Aus diesem Grund geht ADRA Albania in die Randgruppen der albanischen Gesellschaft. Wir bringen den Eltern und Kindern das Lesen und Schreiben spielerisch bei. Ab und zu wird auch etwas Praktisches wie z.B Kochen gelehrt. Wenn wir zu den verschiedenen Projekten fahren, sieht man auf den ersten Blick nur die Armut der Menschen. Aber auch die Kinder, die immer am Lachen sind und sich riesig freuen, wenn man Bilder von ihnen macht. Da kann man gar nicht anders als den Kindern ein Lächeln zurück zu schenken.

Kindergarten

Jeden Freitag haben wir das Privileg in den Kindergarten zu gehen und mit den Kindern zu singen, zu spielen und Geschichten zu erzählen. Bei dem ersten Teil komme ich auch immer ganz schön ins Schwitzen! Wer hätte gedacht das Kinderlieder singen, sich als ein Workout herausstellt. Ich sag nur: „Head and shoulders, knees and toes“.  Für mich ist es immer wieder erstaunlich wie schnell die Kinder die Lieder lernen.

Bis jetzt habe ich in Albanien durchweg gute Erfahrungen machen dürfen. Die Bevölkerung ist stets gastfreundlich, hilfsbereit und sie haben immer ein Lächeln im Gesicht. Ich schätze in dem Projekt Albanien die Vielfalt und Freiheit der einzelnen Aufgaben und fühle mich hier sehr wohl.

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Albanien – gerne, immer wieder!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 23. Mai 2019 von ADRAlive-Team

Ein Bericht von Jeanine, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr mit ADRAlive! in Albanien verbringt.

Vor genau neun Monaten bin ich ohne jegliche Erwartungen in ein mir fremdes Land gegangen. Tatsächlich ohne Erwartungen, da meiner Mitfreiwillige Marie und mir kurz vorher noch nicht klar war, dass wir nach Albanien gehen würden.

Ich erinnere mich noch, wie wir aus dem Flugzeug stiegen und an einem kleinen Flughafen in der Hauptstadt Tirana, die schon bald darauf zu unserem zweiten Zuhause wurde, gelandet sind, umgeben von einer schönen Berglandschaft.

Wir wurden von einem unserer Kollegen abgeholt und sehr herzlich willkommen geheißen. Der erste Unterschied zu Deutschland fiel uns sehr schnell auf, nämlich der chaotische Straßenverkehr. Es kamen allerdings noch einige weitere Neuheiten hinzu, an die wir uns unerwartet schnell gewöhnt haben.

Mich fragte vor Kurzem jemand, wie ich mein Auslandsjahr in drei Worten beschreiben würde – eines davon wäre das Wort Kaffee. Ob vor, während oder nach der Arbeit, es gibt immer Zeit für einen Kaffee. Daran gewöhnt man sich natürlich gerne und schnell! Flexibilität beziehungsweise Spontanität steht an zweiter und an dritter Stelle Gelassenheit. Vieles wird hier sehr gelassen genommen und was man heute nicht schafft, macht man morgen, aber im Endeffekt klappt es irgendwie immer.

Nicht nur von unseren Kollegen wurden wir herzlich aufgenommen, man wird auch auf der Straße gerne mal angesprochen, woher man denn komme und was man hier mache.

Tirana selbst bezeichne ich immer gerne als eine Mosaik-Stadt! Warum? Weil hier so ziemlich alles zusammengewürfelt aussieht. Eine abstrakte Brücke vor einem antik aussehenden Haus oder Gebäude, die aussehen als wären sie aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgenommen und irgendwo hinplatziert worden, ist hier Standard. Aber gerade das verleiht Tirana eine bunte Vielfalt und einen gewissen Charme.

Was ich gelehrt, aber auch gelernt habe…

Albanien Freiwilligenjahr

Unsere Aufgaben haben sich mit der Zeit ergeben. Zu Beginn beobachteten wir viel und halfen mal hier und mal da. Mittlerweile haben Marie und ich unser eigenes Projekt und lehren Kindern zwischen 13 und 17 die deutsche Sprache. Jeden Montag und Mittwoch gegen Nachmittag beginnen die Deutschstunden, in denen wir nicht nur Unterricht halten, sondern unseren Schülern auch von Deutschland erzählen. Besonders begeistert sind sie, wenn wir ihnen deutsche Süßigkeiten oder selbstgemachte Brezeln mitbringen. Danach bekommen wir meistens noch eine persönliche Tanzstunde von unseren Schülern, in denen wir die typisch traditionellen albanischen Tänze beigebracht bekommen.

Nebenbei besuchen wir weitere Schulen, um dort Zusatzklassen für Kinder mit Lernschwierigkeiten anzubieten. Wir beginnen meistens mit ein paar Aufgaben und beenden die Stunde mit Basteleien und Spielen. Auch regelmäßige Roma-Community-Besuche in und außerhalb von Tirana gehören zu unserer Arbeit. Bei diesen versuchen wir, den Kindern und deren Eltern das Lesen, Schreiben und Rechnen kreativ beizubringen. Natürlich darf das Spielen nicht vernachlässigt werden und somit tauschen wir ständig neue Spiele mit den Kindern aus. Wir bringen ihnen und sie uns welche bei. Mein persönliches tägliches Highlight ist immer zu Anfang des Unterrichts und wenn wir ihn beenden, da die Kinder jedesmal auf einen zukommen und einen mit einem großen Grinsen im Gesicht umarmen. Nach 20mal „Mirupafshim“ sagen (was Tschüss bedeutet), heißt es für uns zurück ins Büro. Dort erledigen wir noch kleinere Aufgaben und helfen aus.

Seit der Eröffnung des „Kopshti’s“ (= Kindergarten) am Anfang unseres Auslandsjahres besuchen wir auch diesen wöchentlich an Freitagen. Dort werden wir zur Begrüßung mit Gebrüll umgerannt. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Kinder so manche deutsche Kinderliede, die wir mit ihnen singen, einprägen und mittlerweile mitsingen können, ohne zu wissen, was sie singen.

Auch wenn ich über Umwege letztendlich in Albanien gelandet bin, würde ich mich wieder dafür entscheiden! Die Eindrücke und Erfahrungen, die ich bisher sammeln durfte, sind einzigartig und haben mich auch Einiges lehren können.

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Albanien – meine zusammengewürfelte Schönheit



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 09. Januar 2019 von ADRAlive-Team

Ein Bericht von Marie, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr mit ADRAlive! in Albanien verbringt.

„Du machst dein Auslandsjahr in Albanien?“, „Wo lag das nochmal?“ und „Was willst du denn da?“ waren die häufigsten Reaktionen auf meine Neuigkeit, dass ich meinen Freiwilligendienst in Tirana, der Hauptstadt eines mir bis dato völlig fremden Landes, verbringen würde. Eigentlich war nämlich der Plan, dass meine Reise nach Sri Lanka gehen sollte, allerdings klappte etwas mit dem Visum nicht und so wurde mir und meiner Projektpartnerin Jeanine kurzerhand etwa zwei Wochen vor der eigentlichen Ausreise vorgeschlagen,  einfach alle Pläne über Bord zu werfen und nach Albanien zu fliegen. Nach dem ersten Schock waren es nur noch wenige Wochen bis zu unserem Flug und die Nervosität stieg. Bald darauf packten wir unsere Koffer, steckten das Albanisch-Wörterbuch und den Reiseführer ein und flogen am 14. August 2018 in ein Land, von dessen Kultur und Menschen wir absolut keinen blassen Schimmer hatten.

Unsere Eingewöhnung

Schnell wurde uns klar, dass Albanien doch exotischer ist als erwartet, auch wenn es „nur“ zwei Stunden mit dem Flieger entfernt ist. Gewöhnen mussten wir uns an herunterhängende Stromkabel und Wasserschläuche, die zu Beginn scheinbar aus dem Nichts vor einem auftauchten, zutrauliche Straßenhunde, die einem einfach so bis vor die Haustür folgen oder bis zum nächsten Supermarkt begleiten, die albanische Gemütlichkeit, wo aus einem Termin um 8:30 Uhr ganz entspannt mal ein Termin um 10:00 Uhr werden kann und nicht zu vergessen das Ja-und-Nein-Sagen (zu „Ja“ sagt man hier „Po“ und schüttelt den Kopf und zu „Nein“ sagt man „Jo“ und nickt – verrückt, oder?). Angekommen waren wir in einem heißen und recht trockenen Sommer, welcher sich aber seit November zu einem regnerischen, nass-kalten Herbst entwickelt hatte. Einfacher war es dann schon, sich an die gemütlichen Kaffeepausen mit Freunden und Kollegen zu gewöhnen. Trotz der Zeit, die wir zum Eingewöhnen benötigten, sahen wir Tirana sehr schnell als unser neues Zuhause an und verliebten uns in diese Stadt, die scheinbar komplett zufällig aus verschiedensten Gebäuden zusammengewürfelt war – Gemüse- und Obststände neben Luxusboutiquen, Fischläden neben Drogerien und Hochzeitsausstattern an jeder Ecke. Wie meine amerikanische Freundin Jade, die ebenfalls ihr Auslandsjahr in Albanien verbringt, sagen würde: „Tirana is just so random!“.

Eine ganz normale Arbeitswoche

Unsere erste richtige Aufgabe bestand darin, eine unserer späteren Arbeitsstellen, den adventistischen „Kopshti“ (Kindergarten) mit einigen selbst gemalten Bildern zu verschönern. Dabei waren wir besonders stolz auf unser Sonnensystem, welches nun im Schlafraum der Kinder zu bewundern ist.
Im Allgemeinen sieht die Arbeitswoche etwa folgendermaßen aus: Montags, mittwochs und donnerstags sind immer die Highlights meiner Woche, denn da besuchen wir drei verschiedene Schulen rund um Tirana und helfen bei den zum Teil recht chaotisch ablaufenden Zusatzklassen, wo mit Roma-Kindern und lernschwachen Kindern gerechnet, gebastelt und sogar auch mal ganz traditionell albanisch getanzt und gesungen wird. Neu dazu gekommen ist für uns der Deutschunterricht, welcher jedes Mal mein Herz erwärmt, denn diese großen Kinderaugen zu sehen, die voller Bewunderung glänzen, wenn man das Alphabet für sie aufsagt, erwärmt mir jedes Mal das Herz und ist der perfekte Lohn für meine Arbeit.

Den Rest des Tages und jeden Dienstag sind wir den ganzen Tag im Büro, kümmern uns um die Social-Media-Accounts von ADRA, schreiben Berichte und Artikel und auch ab und an Übersetzungen. Freitags gehen wir dann in den Kindergarten. Wir tauften die Kinder liebevoll unsere „kleinen Monster“, denn albanische Kleinkinder spielen wirklich nochmal in einer anderen Liga!

Ich ging ohne jegliche Erwartungen in ein für mich komplett unbekanntes Land und nach nur wenigen Monaten wurde es zu meinem zweiten Zuhause und der in meinen Augen schönste und für mich passendste Ort, um mein FSJ zu verbringen. Wenn mich heute Leute fragen, warum ich ausgerechnet nach Albanien gegangen bin, antworte ich jedes Mal: „Klar, Albanien ist nicht weit weg und mag für dich als nichts Besonderes erscheinen, doch in meinen Augen ist dieses Land gefüllt mit so vielen hilfsbereiten und weltoffenen Menschen, einer interessanten Landesgeschichte, einer wunderschönen, sehr traditionellen Kultur, unerwarteten Orten, die zu Besuchen einladen und einer anderen Art von Exotik, die man sich nicht einmal im Traum vorstellen könnte, denn dieses Land wird viel zu einfach unterschätzt!“

Ich erinnere mich auch gern immer wieder an etwas, was meine Mama mir kurz vor meiner Abreise mit auf den Weg gab: „Die besten Dinge im Leben sind meist die, die unerwartet geschehen.“ Und damit sollte sie definitiv Recht behalten!

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Albanien – Im Land der Adler



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 16. März 2018 von ADRAlive-Team

Ein Bericht von Ellen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei ADRA Albanien in Tirana verbringt.

In einer anderen Zeit

Na, wie ist es so in Albanien? Das ist die häufigste Frage, die ich von Freunden und Familie gestellt bekommen habe. Was antwortet man auf eine solche Frage, wenn hier einfach alles anders ist? Vor sieben Monaten bin ich hier, in dem für mich damals fremden Tirana, angekommen. Alles war so aufregend und neu für mich. Man hat die vielen neuen Eindrücke regelrecht aufgesaugt. In der Hauptstadt Albaniens ist viel los. Wenn man durch die Stadt geht kann man an jeder Ecke eines der vielen Lädchen und Gemüsestände sehen. Die älteren Herren sitzen im Park und spielen entweder Domino oder Schach. Die Menschen sitzen gemütlich im Café und versuchen, den Lärm der hupenden Autos und die bellenden Hunde auszublenden. Eins ist sicher, die Zeit hat hier eine andere Bedeutung. Man stellt sich an die Bushaltestelle und wartet einfach, bis der nächsten Bus kommt. So etwas wie einen Busfahrplan gibt es nicht. Was heute nicht funktioniert, versucht man halt morgen wieder. Sie haben ihr eigenes Zeitgefühl und ich bin froh, das Leben hier einfach genießen zu können. Da es auf der Arbeit zunächst nicht so viel zu tun gab, war das tägliche Treffen im Café nicht wegzudenken. Dadurch kam man leicht ins Gespräch und lernte die Menschen und Arbeitskollegen noch besser kennen. Das sind alles sehr herzliche und offene Menschen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite.

Spielen, Singen und viele Basteleien

In den Projekten „Education for Student Volunteering“, „Children Empowerment“ und „Second Chance“ fahren wir vier Mal in der Woche in sieben verschiedene Schulen. Wir bieten Zusatzklassen für die Kinder aus der 1. bis 5. Klasse an. Diese Kinder haben Lernschwächen und ADRA Albanien will die Kinder durch den Zusatzunterricht unterstützen. Damit sie auch Spaß am Lernen haben, versuchen meine Partnerin und ich das Lernen durch Spiele, Gesang und Basteleien aufzulockern. Am meisten Spaß macht es mir mit den Kindern zu singen. Es ist so schön zu sehen, wenn die Kinder begeistert mitmachen und sich schon im Vorfeld darauf freuen. Wenn wir nur einen Schritt in die Schule machen, kommen schon viele Kinder auf uns zu gerannt und wir werden herzlichst umarmt und begrüßt. Das ist mein schönster Moment des Tages. Trotz der Sprachbarriere ist es uns möglich, den Kindern bei ihren Hausaufgaben zu helfen. Da wir die Zahlen auf Albanisch schon gelernt haben, können wir in Mathematik eine echte Unterstützung sein.

Unsere Arbeit besteht allerdings nicht nur aus den Zusatzklassen. Den Vormittag verbringen wir oft im Büro in Tirana. Wir müssen regelmäßig Berichte schreiben, die Aktivitäten mit Fotos dokumentieren oder Dokumente übersetzen.

Es sind die kleinen Dinge…

Wenn man hier in Tirana lebt, muss man sich möglichst schnell an spontane Aktivitäten und Planänderungen gewöhnen. Von einem Anruf früh morgens geweckt zu werden mit der Nachricht: „Bitte in 10 Minuten bereit sein“, so etwas sollte man mit Humor nehmen. Durch das Spontane bleibt jeder Tag spannend und man kann viel erleben. Ich habe gelernt, aus solchen und anderen Herausforderungen das Beste zu machen. Die Arbeit in den Zusatzklassen war zu Beginn eine Herausforderung. Ich bin froh, dass wir uns inzwischen mit viel Kreativität in die Klassen einbringen können.

Unser Besuch in der Roma Gesellschaft hat mich stark bewegt. Man betritt eine komplett andere Welt. Hinter den Mauern abseits der Stadt Fushe Kruje verbirgt sich große Armut. Bei der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ haben wir auch dort Pakete verteilt. Die Freude der Kinder über die Pakete hat uns angesteckt. Es war schön zu sehen, wie die Kinder mit einem Lächeln und den großen Paketen in der Hand glücklich nach Hause gelaufen sind. Das Erlebte hat mich nachdenklich gemacht. Wir sollten viel dankbarer sein für das, was wir haben und uns nicht mit den Anderen vergleichen. Dankbarkeit macht das Leben erst reich.

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Die Chance, zu wachsen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 12. März 2018 von ADRAlive-Team

Ein Bricht von Regina, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in Albanien absolviert.

Vor der Ausreise war es noch unbegreifbar, dass ich ein Jahr in einem fremden Land verbringen werde und nun heißt es für mich schon Halbzeit! Seit sechs Monaten bin ich in Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Das verrückte Autofahren, das leckere Obst und der tägliche Besuch im Café machen es mir jeden Tag aufs Neue ganz klar, dass ich in einem anderen Land bin!

Der Schulalltag aus einer neuen Perspektive

Meinen Freiwilligendienst mach ich bei ADRA Albanien und unterstütze dort das Team. ADRA Albanien hat zurzeit drei aktive Projekte in Tirana. In diesen Projekten gehen wir in verschiedene Schulen, um dort „Zusatzklassen“ zu halten. Diese Zusatzklassen werden vor allem von Grundschulkindern mit Lernschwierigkeiten und Roma-Kindern besucht. Wir üben mit den Kindern Mathematik und ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten. Spiele dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Letzteres gehört zu meiner Hauptaufgabe. Im Gegensatz zum üblichen Frontalunterricht ist es für die Kinder etwas wirklich Neues und Tolles, gemeinsam zu singen und zu spielen. Meine Mitfreiwillige und ich versuchen mit Spielen den Kindern wieder Spaß an der Schule zu bereiten. Manchmal ist das gar nicht so leicht, wenn man nicht einmal die Sprache spricht. Aber durch so manche Herausforderung lernt man, über sich hinauszuwachsen und sich aus seiner Komfortzone zu trauen.

Neben den Zusatzklassen arbeiten wir im ADRA Büro. Dort ist die Dokumentation Teil unserer Aufgabe. Wir schreiben Berichte, kümmern uns um die digitale Dokumentation der Zusatzklassen und helfen den anderen Mitarbeitern bei Aufgaben, die gerade anstehen.

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Lost Place – Albanien



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 03. April 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Elina, die benachteiligte Kinder in Albanien unterstützt.

Vor acht Monaten begann für meine Mitfreiwillige Sarah und mich die Reise ins Abenteuer. Nach nur zwei Stunden Flug kamen wir in dem für uns damals fremden Albanien an.

Unsere Tätigkeiten

Nun arbeiten wir täglich bei der Partnerorganisation ADRA Albanien. In unseren Projekten „Education through Student volunteering“ geben wir Schülern an unterschiedlichen Schulen Nachhilfe. Im Rahmen des anderen Projekts „Second Chance – A Chance for live“ bespricht ADRA Albanien mit den Kindern Themen wie Mobbing, Internetsicherheit und Gesundheit. Wenn wir nicht gerade in den Schulen sind, arbeiten wir im Büro, schreiben Berichte und übersetzen Texte. Eine weitere Aufgabe ist, Aktivitäten und Materialien für die Zusatzklassen vorzubereiten, wobei unserer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Und so überlegen wir oft, was wir mit den Kindern spielen und basteln, damit sie gerne die Zusatzstunden besuchen. Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß, da ich sie mittlerweile in mein Herz geschlossen habe.

Die Landschaft hier ist sehr facettenreich und reicht vom Meer bis zu wundervollen Berglandschaften. Man entdeckt immer wieder etwas Neues. Es gibt überall Straßencafés und Gemüsestände, an denen mach sich nicht satt sehen kann. Die Leute hier im Land sind herzlich, freundlich und nehmen einen sehr offen auf. Spontanität und Flexibilität gehören hier zur Tagesordnung. Geschäftliche Meetings werden ganz gelassen in kleinen Cafés ausgetragen und man begegnet sich freundschaftlich. Geburtstage, Taufen und Hochzeiten werden mit einem großen Feuerwerk gefeiert und an Festtagen werden albanische Tänze aufgeführt. Das Land hat jedoch auch seine Schattenseiten. Verlässt man die Hauptstadt Tirana, fallen einem vor allem zwei Dinge auf: Die Armut, die jeden Kilometer den man zurück legt größer wird und die riesigen Müllberge, verteilt an Flüssen und Straßenecken.

Über sich hinauswachsen

Was mir anfangs noch fremd erschien ist inzwischen in meinem Alltag integriert. Morgens zusammen mit meinen Arbeitskollegen Café trinken, sich näher kennenlernen und den Tagesablauf besprechen ist für mich nicht mehr wegzudenken. Spontanität und Flexibilität gehören auch zu den Eigenschaften, die ich übernommen habe. Ich wachse jeden Tag immer ein kleines Stückchen mehr über mich hinaus. Dinge, die ich früher als selbstverständlich gesehen habe, betrachte ich jetzt aus einem anderen Blickwinkel. In der noch übrig geblieben Zeit will ich noch einiges vom „Lost Place – Albanien“ erkunden und kennenlernen.

 

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Hinter die Kulissen blicken



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 13. März 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Sarah, die für ein Jahr Mitarbeiterin bei ADRA Albanien ist.

Eine wunderschöne Landschaft, Straßencafés, Hochhäuser, hupende Autos, große Menschenmassen. All das fällt einem auf den ersten Blick auf, wenn man durch die Straßen Tiranas geht. Sieht man jedoch genauer hin, erkennt man die Armut, die sich zunächst im Verborgenen hält. Abgenutzte, eingefallene Häuser und Autos, Kinder die im Müll wühlen und auf der Straße betteln, Hunde die vergebens nach Essen suchen – und wir mittendrin. Elina meine Mitfreiwillige und ich, im Herzen der Hauptstadt Albaniens.

Büro vs. Schule

Ohne jegliche Ahnung, was uns erwarten würde, machten Elina und ich uns vor gut sieben Monaten auf die Reise in das uns nun nicht mehr fremde Albanien. Als Angestellte bei der Partnerorganisation ADRA Albanien bestritten und bestreiten wir täglich neue Herausforderungen. Eingesetzt sowohl im Büro als auch in Schulen, sind unsere Aufgaben sehr vielseitig und bieten Raum für Eigeninitiative und Kreativität.
Während wir im Büro unter anderem Berichte schreiben und übersetzen müssen, sieht es in den Schulen ganz anders aus. In dem aktuellen Projekt „Education through Student volunteering“ versucht ADRA Albanien durch Freiwilligenarbeit, Kindern aus sozial und wirtschaftlich schwachen Verhältnissen zu helfen. Hierbei werden die Kinder durch Zusatz-Klassen unterstützt und gefördert. Wir als Freiwillige versuchen den Kindern so gut es geht beim Erlernen des Alphabets oder beim Lösen von mathematischen Gleichungen zu helfen. Mittlerweile geben wir den Kindern auch Deutschunterricht, was mir persönlich sehr viel Freude bereitet, da die Kinder sehr schnell lernen und motiviert bei der Sache sind. Sie grüßen uns schon von weitem mit „Hallo“ und „Guten Tag“. Allgemein sind die Kinder hier sehr offen gegenüber neuen Leuten und freuen sich jedes Mal, einen von uns zu sehen.

Ein Leben abseits der Gesellschaft

Viele der Kinder die wir betreuen kommen aus den sogenannten Roma Communitys. Sie leben als eine Gemeinschaft isoliert und abgegrenzt von der Gesellschaft Albaniens. Die Kinder, die in diese Verhältnisse hineingeboren werden, haben oft schlechte Zukunftschancen, da sie zum Teil die Schule abbrechen oder gar nicht erst besuchen. Stattdessen werden sie schon früh von ihren Eltern auf die Straße zum Betteln und Geld verdienen geschickt. Diesem Denken versucht ADRA Albanien durch Kampagnen entgegenzuwirken, um die Eltern sowie auch die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, ihren Kindern die notwendige Bildung zu gewähren. Auch ich habe schon mitbekommen, wie uneinsichtig manche Roma sind, wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht. Das macht mich ab und zu recht ratlos, gehört jedoch auch zu unserem Alltag.

Dabei sein ist alles!

Eines meiner absoluten Highlights bis jetzt war es die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ mitzuerleben. Bereits schon als kleines Kind hatte ich zusammen mit meinen Geschwistern voller Begeisterung Pakete für dieses Projekt gepackt und verziert. Deshalb war meine Freude umso größer, dass ich dieses Jahr live bei der Päckchen-Verteilung mit dabei sein durfte. Zusammen mit dem ADRA Albanien-Team und Anja Emrich von ADRA Deutschland verteilten wir die „Aktion Kinder helfen Kindern!“-Pakete in Schulen, Kindergärten, Sozialunterkünften, Behindertenwerkstätten und Roma/ Ägypter-Communitys in Tirana und der Umgebung. Während der Verteilung war es meine Aufgabe, Bilder zu machen und die besonderen Momente der Kinder, wenn sie gespannt ihre Päckchen auspackten, festzuhalten. Es machte riesigen Spaß, die Freude und Ausgelassenheit der Kinder zu beobachten und ein Teil dieser Aktion zu sein.

Diese sowie viele weitere Erfahrungen die ich bereits machen durfte bestärken und motivieren mich in meiner Arbeit und lassen mich erkennen, wie wertvoll dieses Jahr für mich ist und wie viel auch Kleinigkeiten ausmachen können!

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„Bloß keine Erwartungen haben!“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Sonntag, 08. Februar 2015 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Gesine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien.

Aller Anfang ist schwer

„Bloß keine Erwartungen haben!“ Das habe ich bei jedem ADRA-Seminar gesagt und ich meinte es auch so. Aber natürlich hat sich jeder von uns 17 Weltentdeckern Gedanken gemacht, wie es sein wird, wie es aussehen, riechen und sich anfühlen wird.

Als Lisa und ich in unser Auslandsjahr nach Albanien gereist sind, wurden wir von viele unerwarteten Dingen überrascht. Von kleinen Dingen wie, dass man hier entweder ohne Probleme zu spät sein kann oder eine Stunde vor der Verabredung im Bett liegend angerufen wird, derjenige sei jetzt schon da und man solle doch bitte auch ganz schnell auftauchen – oder von großen Dingen, wie drei Wochen keine Arbeit zu haben, weil buchstäblich ganz Tirana Urlaub macht.

Als die Arbeit dann begann, war der Start schwer. Die Sprache war schwer, das morgendliche Aufstehen ebenso … Anstatt, dass ich sofort Vorschulunterricht mit Roma-Kindern machen konnte, saßen wir beide im Büro und fragten uns, warum für uns nichts voranzugehen schien. Und da merkte ich, dass ich natürlich Erwartungen an die Zeit hier in Albanien gehabt hatte. Aber wie geht man nun damit um, wenn diese scheinbar enttäuscht werden? Das war meine größte Herausforderung in den vergangenen dreieinhalb Monaten.

Ins Bett verkriechen kam für mich nicht in Frage!

Optimismus, Beschäftigung und niemals die Hoffnung aufgeben

Ich habe gelernt, hat man diese Mittel zur Verfügung, kann man unglaublich viel erreichen. Mein Leben hat sich durch sie total verändert. Ich habe jetzt Hobbys, denen ich nachgehe, Freunde, mit denen ich mich treffen und Orte zu denen ich gehen kann, Möglichkeiten meine von Gott gegebenen Gaben einzubringen – nicht zuletzt im Unterricht, der nun auch begonnen hat!

Dreimal die Woche fahre ich jetzt nach Fushe Kruja, eine Stadt in der Nähe von Tirana, in der ADRA Albaniens aktuelles Projekt mit einer Roma Gemeinde stattfindet. Dreimal die Woche bereite ich mich auf den Unterricht mit zwei- bis achtjährigen Roma-Kindern vor, die vom „Ich bin ein Kind,“ bis zum ABC noch alles lernen. Und dreimal die Woche werde ich von ihrem Lachen und ihren Begrüßungen „umgehauen“, staune über die Freude in ihren Gesichtern und die Freude, die sie in meinem Herzen auslösen.

Und schon macht die Arbeit Spaß, die Sprache erschließt sich Stück für Stück und es gibt 1.000 Gründe, für die man es liebt, morgens aufzustehen und ein Weltentdecker zu sein.

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Von verborgenen Türen und kostbaren Augenblicken



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 23. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Janine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Zeit. Für mich hat sie hier eine andere Bedeutung bekommen. Einen anderen Sinn. Es sind die Momente und die Augenblicke, die jeden Tag hier in Albanien so einzigartig und kostbar machen und mir immer wieder das Gefühl geben, hier und jetzt genau richtig zu sein. Es geht darum, sich zu öffnen, jeden Tag. Die Eindrücke und Erfahrungen bereitwillig aufzunehmen und an ihnen zu reifen. Es ist ein Abenteuer. Wie eine Tür, die sich plötzlich öffnet und mir den Blick zu verborgenen Räumen freigibt, von denen ich bisher nichts geahnt habe.

Eine verborgene Tür öffnen. So fühlt es sich auch jedes Mal an, wenn ich die Roma Community in Fushe Kruja betrete. Es ist ein Schritt in eine andere Welt. Eine andere Welt mitten im normalen Alltagsleben. Armut – hinter Mauern verborgen. Akzeptiert von der Gesellschaft. Viel zu lange schon. Sobald man die Community betritt, stürmen einem die Kinder entgegen. Es beginnt ein Kampf um ein kleines Stück deiner Aufmerksamkeit. Ein kostbares Gut, dass die Kinder hier viel zu selten von ihren Eltern erhalten.

Jedes dieser Kinder trägt sein eigenes Schicksal. Ausgegrenzt von der Gesellschaft haben sie kaum eine Chance, ein Leben außerhalb der Roma Community zu führen oder einen Weg zu finden, aus der Armut zu entkommen.

Besonders junge Frauen haben es hier sehr schwer. Aufgrund der alten Traditionen, welchen die Roma folgen, werden Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren verheiratet, um dann mit 13 Jahren ihr erstes Kind zu bekommen. Alle Entscheidungen werden von dem Mann und der Schwiegermutter getroffen. Das Leben ist bereits vorgezeichnet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Genau hier setzt ADRA Albanien an. In dem Reflect Project, in dem ich arbeite, werden sowohl Roma Kinder, als auch junge Frauen und Männer unterrichtet. Die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren werden spielerisch auf die Schule vorbereitet. Da sie abgeschottet von der albanischen Gesellschaft in ihrer Community aufwachsen, sprechen sie ihre eigene „Roma-Sprache“ und verstehen oftmals kein Albanisch.

Jeden Tag aufs Neue füllt sich der Klassenraum und große Augen blicken mich an. Dann wird ein Lied zur Begrüßung gesungen.

Während des Unterrichts flüsterte mir Sonita, ein vierjähriges Roma-Mädchen kürzlich „Mesuese“ zu. Ich beugte mich zu ihr herunter und erwartete eine Frage. Doch was kam, waren zwei kleine Kinderarme, die sich um mich schlangen und mich zu sich herunter zogen, um mir dann einen Kuss auf die Wange zu geben. Ein Lächeln. Einer der Augenblicke, der Momente, die einem das Glück des Lebens bewusst werden lassen.

Es ist ein langer Weg und manchmal auch ein sehr steiniger. Es ist nicht immer einfach und immer wieder begegnet man Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen, doch darum geht es nicht. Es geht nicht darum, die ganze Welt zu verändern – erst recht nicht von heute auf morgen. Man braucht Geduld, Ausdauer und ein klares Ziel. Aber jeder einzelne Schritt, jeder Moment, an dem ein Kind dir sein Lächeln schenkt, ist ein gewonnener Moment. Es ist ein Ausblick nach vorne, auf eine Vision, wie es einmal sein könnte.

 Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das jeden Tag erleben darf und spüre jetzt schon, wie sehr ich jedes einzelne Kind in mein Herz geschlossen habe.

Mehr über Janines Abenteuer in Albanien erfahrt ihr in ihrem Reiseblog: http://jalbania.blogspot.de/2014/04/skopje-tirana-zu-hause.html

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Albanien: Wunderschön und schrecklich arm



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 08. Oktober 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Jana über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Was für Vorstellungen hast du von Albanien? Weißt du wo es liegt? Wie heißt die Hauptstadt von Albanien und wie leben die Menschen dort?

Nachdem ich von ADRA Deutschland erfahren hatte, dass ich für ein Jahr als FSJlerin nach Albanien fahren darf, habe ich mich über das Land Informiert. Ich habe im Internet nachgelesen und mit Freunden darüber gesprochen. Laut Erzählungen ist Albanien ein sehr armes Land, mit viel Natur und zwischen drin die Roma Communities. Ich habe mir die Städte trist und grau vorgestellt, aber als ich dann hier ankam …

Die Hauptstadt Tirana, in der ich lebe und arbeite, ist einfach unbeschreiblich schön. Die Häuser sind bunt, die Straßen leben und die Berge, die man drum herum sieht, geben ein Feeling, das man nicht beschreiben kann. Schon nach einem Tag habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind alle unglaublich nett und hilfsbereit. Ich konnte mir nie vorstellen, mal in einem Hochhaus zu wohnen (unsere Wohnung hier ist im 6. Stock), aber da man die Berge sieht und alles so bunt ist, fühlt man sich nicht eingeengt.

Armut – in Albanien bittere Realität

Hier in der Stadt gibt es viele kleine, ruhige Parks, die den Trubel der großen Straßen fast unwirklich erscheinen lassen. Die Fußballplätze und Basketballplätze sind dagegen überfüllt mit Kindern, die alle zusammen spielen. Daneben leider die bittere Realität: Roma-Familien, die sich ihre Häuser aus – für unsere Begriffe – Müll gebaut haben. So schön die Stadt auch ist, hat man aber leider immer Armut vor Augen: Roma, die im Müll wühlen, um davon leben zu können. Sie sammeln Flaschen, um sie zu verkaufen, betteln am Straßenrand und stehen mit offenen Händen am Autofenster, um etwas Geld für Lebensmittel zu bekommen. Leider hält sich in Albanien weiterhin die alte Traditionen, Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren zu verheiratet. Selbst noch ein Kind bekommen sie dann viel zu früh eigene Kinder. Eine kinderlose Frau gilt bei den Roma als Schande und Liebe wird oft durch Gewalt gezeigt.

In unseren Projekten versuchen wir den Frauen mitzuteilen, dass auch sie Werte haben und ein Recht auf Selbstbestimmtheit. Wir ermöglichen es ihnen, zur Schule zu gehen, aber leider glauben sie oft nicht an sich, da ihre Männer ihnen vermitteln, sie seien nichts wert und könnten nichts außer Kochen, waschen – den Haushalt führen. Wir fahren mit einer Ärztin und Krankenschwester in die Roma Community, um die Menschen dort medizinisch zu versorgen und über Gesundheit und Krankheiten aufzuklären. Dabei vermitteln wir ihnen, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist. Ich freue mich immer wieder, dass die Roma wissbegierig zuhören und Interesse dafür zeigen.

Ein Lächeln wirkt Wunder

Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, freuen sich die Kinder riesig, wenn wir in die Communitys kommen. Sie springen uns in die Arme, küssen uns, wollen unsere Taschen tragen und wollen uns vor allem alles erzählen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das glänzen der freudigen Kinderaugen zu sehen.

Ich bin ADRA sehr dankbar für die Chance, das alles mitzuerleben, neue Erfahrungen zu sammeln und vor allem für die Chance, den Menschen hier bestmöglich zu helfen.

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