ADRA Live! Weltwärts Quifd-Siegel

Lost Place – Albanien



Geschrieben am Montag, 03. April 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Elina, die benachteiligte Kinder in Albanien unterstützt.


Vor acht Monaten begann für meine Mitfreiwillige Sarah und mich die Reise ins Abenteuer. Nach nur zwei Stunden Flug kamen wir in dem für uns damals fremden Albanien an.

Unsere Tätigkeiten

Nun arbeiten wir täglich bei der Partnerorganisation ADRA Albanien. In unseren Projekten „Education through Student volunteering“ geben wir Schülern an unterschiedlichen Schulen Nachhilfe. Im Rahmen des anderen Projekts „Second Chance – A Chance for live“ bespricht ADRA Albanien mit den Kindern Themen wie Mobbing, Internetsicherheit und Gesundheit. Wenn wir nicht gerade in den Schulen sind, arbeiten wir im Büro, schreiben Berichte und übersetzen Texte. Eine weitere Aufgabe ist, Aktivitäten und Materialien für die Zusatzklassen vorzubereiten, wobei unserer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Und so überlegen wir oft, was wir mit den Kindern spielen und basteln, damit sie gerne die Zusatzstunden besuchen. Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß, da ich sie mittlerweile in mein Herz geschlossen habe.

Die Landschaft hier ist sehr facettenreich und reicht vom Meer bis zu wundervollen Berglandschaften. Man entdeckt immer wieder etwas Neues. Es gibt überall Straßencafés und Gemüsestände, an denen mach sich nicht satt sehen kann. Die Leute hier im Land sind herzlich, freundlich und nehmen einen sehr offen auf. Spontanität und Flexibilität gehören hier zur Tagesordnung. Geschäftliche Meetings werden ganz gelassen in kleinen Cafés ausgetragen und man begegnet sich freundschaftlich. Geburtstage, Taufen und Hochzeiten werden mit einem großen Feuerwerk gefeiert und an Festtagen werden albanische Tänze aufgeführt. Das Land hat jedoch auch seine Schattenseiten. Verlässt man die Hauptstadt Tirana, fallen einem vor allem zwei Dinge auf: Die Armut, die jeden Kilometer den man zurück legt größer wird und die riesigen Müllberge, verteilt an Flüssen und Straßenecken.

Über sich hinauswachsen

Was mir anfangs noch fremd erschien ist inzwischen in meinem Alltag integriert. Morgens zusammen mit meinen Arbeitskollegen Café trinken, sich näher kennenlernen und den Tagesablauf besprechen ist für mich nicht mehr wegzudenken. Spontanität und Flexibilität gehören auch zu den Eigenschaften, die ich übernommen habe. Ich wachse jeden Tag immer ein kleines Stückchen mehr über mich hinaus. Dinge, die ich früher als selbstverständlich gesehen habe, betrachte ich jetzt aus einem anderen Blickwinkel. In der noch übrig geblieben Zeit will ich noch einiges vom „Lost Place – Albanien“ erkunden und kennenlernen.

 

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Hinter die Kulissen blicken



Geschrieben am Montag, 13. März 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Sarah, die für ein Jahr Mitarbeiterin bei ADRA Albanien ist.

Eine wunderschöne Landschaft, Straßencafés, Hochhäuser, hupende Autos, große Menschenmassen. All das fällt einem auf den ersten Blick auf, wenn man durch die Straßen Tiranas geht. Sieht man jedoch genauer hin, erkennt man die Armut, die sich zunächst im Verborgenen hält. Abgenutzte, eingefallene Häuser und Autos, Kinder die im Müll wühlen und auf der Straße betteln, Hunde die vergebens nach Essen suchen – und wir mittendrin. Elina meine Mitfreiwillige und ich, im Herzen der Hauptstadt Albaniens.

Büro vs. Schule

Ohne jegliche Ahnung, was uns erwarten würde, machten Elina und ich uns vor gut sieben Monaten auf die Reise in das uns nun nicht mehr fremde Albanien. Als Angestellte bei der Partnerorganisation ADRA Albanien bestritten und bestreiten wir täglich neue Herausforderungen. Eingesetzt sowohl im Büro als auch in Schulen, sind unsere Aufgaben sehr vielseitig und bieten Raum für Eigeninitiative und Kreativität.
Während wir im Büro unter anderem Berichte schreiben und übersetzen müssen, sieht es in den Schulen ganz anders aus. In dem aktuellen Projekt „Education through Student volunteering“ versucht ADRA Albanien durch Freiwilligenarbeit, Kindern aus sozial und wirtschaftlich schwachen Verhältnissen zu helfen. Hierbei werden die Kinder durch Zusatz-Klassen unterstützt und gefördert. Wir als Freiwillige versuchen den Kindern so gut es geht beim Erlernen des Alphabets oder beim Lösen von mathematischen Gleichungen zu helfen. Mittlerweile geben wir den Kindern auch Deutschunterricht, was mir persönlich sehr viel Freude bereitet, da die Kinder sehr schnell lernen und motiviert bei der Sache sind. Sie grüßen uns schon von weitem mit „Hallo“ und „Guten Tag“. Allgemein sind die Kinder hier sehr offen gegenüber neuen Leuten und freuen sich jedes Mal, einen von uns zu sehen.

Ein Leben abseits der Gesellschaft

Viele der Kinder die wir betreuen kommen aus den sogenannten Roma Communitys. Sie leben als eine Gemeinschaft isoliert und abgegrenzt von der Gesellschaft Albaniens. Die Kinder, die in diese Verhältnisse hineingeboren werden, haben oft schlechte Zukunftschancen, da sie zum Teil die Schule abbrechen oder gar nicht erst besuchen. Stattdessen werden sie schon früh von ihren Eltern auf die Straße zum Betteln und Geld verdienen geschickt. Diesem Denken versucht ADRA Albanien durch Kampagnen entgegenzuwirken, um die Eltern sowie auch die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, ihren Kindern die notwendige Bildung zu gewähren. Auch ich habe schon mitbekommen, wie uneinsichtig manche Roma sind, wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht. Das macht mich ab und zu recht ratlos, gehört jedoch auch zu unserem Alltag.

Dabei sein ist alles!

Eines meiner absoluten Highlights bis jetzt war es die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ mitzuerleben. Bereits schon als kleines Kind hatte ich zusammen mit meinen Geschwistern voller Begeisterung Pakete für dieses Projekt gepackt und verziert. Deshalb war meine Freude umso größer, dass ich dieses Jahr live bei der Päckchen-Verteilung mit dabei sein durfte. Zusammen mit dem ADRA Albanien-Team und Anja Emrich von ADRA Deutschland verteilten wir die „Aktion Kinder helfen Kindern!“-Pakete in Schulen, Kindergärten, Sozialunterkünften, Behindertenwerkstätten und Roma/ Ägypter-Communitys in Tirana und der Umgebung. Während der Verteilung war es meine Aufgabe, Bilder zu machen und die besonderen Momente der Kinder, wenn sie gespannt ihre Päckchen auspackten, festzuhalten. Es machte riesigen Spaß, die Freude und Ausgelassenheit der Kinder zu beobachten und ein Teil dieser Aktion zu sein.

Diese sowie viele weitere Erfahrungen die ich bereits machen durfte bestärken und motivieren mich in meiner Arbeit und lassen mich erkennen, wie wertvoll dieses Jahr für mich ist und wie viel auch Kleinigkeiten ausmachen können!

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„Bloß keine Erwartungen haben!“



Geschrieben am Sonntag, 08. Februar 2015 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Gesine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien.

Aller Anfang ist schwer

„Bloß keine Erwartungen haben!“ Das habe ich bei jedem ADRA-Seminar gesagt und ich meinte es auch so. Aber natürlich hat sich jeder von uns 17 Weltentdeckern Gedanken gemacht, wie es sein wird, wie es aussehen, riechen und sich anfühlen wird.

Als Lisa und ich in unser Auslandsjahr nach Albanien gereist sind, wurden wir von viele unerwarteten Dingen überrascht. Von kleinen Dingen wie, dass man hier entweder ohne Probleme zu spät sein kann oder eine Stunde vor der Verabredung im Bett liegend angerufen wird, derjenige sei jetzt schon da und man solle doch bitte auch ganz schnell auftauchen – oder von großen Dingen, wie drei Wochen keine Arbeit zu haben, weil buchstäblich ganz Tirana Urlaub macht.

Als die Arbeit dann begann, war der Start schwer. Die Sprache war schwer, das morgendliche Aufstehen ebenso … Anstatt, dass ich sofort Vorschulunterricht mit Roma-Kindern machen konnte, saßen wir beide im Büro und fragten uns, warum für uns nichts voranzugehen schien. Und da merkte ich, dass ich natürlich Erwartungen an die Zeit hier in Albanien gehabt hatte. Aber wie geht man nun damit um, wenn diese scheinbar enttäuscht werden? Das war meine größte Herausforderung in den vergangenen dreieinhalb Monaten.

Ins Bett verkriechen kam für mich nicht in Frage!

Optimismus, Beschäftigung und niemals die Hoffnung aufgeben

Ich habe gelernt, hat man diese Mittel zur Verfügung, kann man unglaublich viel erreichen. Mein Leben hat sich durch sie total verändert. Ich habe jetzt Hobbys, denen ich nachgehe, Freunde, mit denen ich mich treffen und Orte zu denen ich gehen kann, Möglichkeiten meine von Gott gegebenen Gaben einzubringen – nicht zuletzt im Unterricht, der nun auch begonnen hat!

Dreimal die Woche fahre ich jetzt nach Fushe Kruja, eine Stadt in der Nähe von Tirana, in der ADRA Albaniens aktuelles Projekt mit einer Roma Gemeinde stattfindet. Dreimal die Woche bereite ich mich auf den Unterricht mit zwei- bis achtjährigen Roma-Kindern vor, die vom „Ich bin ein Kind,“ bis zum ABC noch alles lernen. Und dreimal die Woche werde ich von ihrem Lachen und ihren Begrüßungen „umgehauen“, staune über die Freude in ihren Gesichtern und die Freude, die sie in meinem Herzen auslösen.

Und schon macht die Arbeit Spaß, die Sprache erschließt sich Stück für Stück und es gibt 1.000 Gründe, für die man es liebt, morgens aufzustehen und ein Weltentdecker zu sein.

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Von verborgenen Türen und kostbaren Augenblicken



Geschrieben am Mittwoch, 23. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Janine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Zeit. Für mich hat sie hier eine andere Bedeutung bekommen. Einen anderen Sinn. Es sind die Momente und die Augenblicke, die jeden Tag hier in Albanien so einzigartig und kostbar machen und mir immer wieder das Gefühl geben, hier und jetzt genau richtig zu sein. Es geht darum, sich zu öffnen, jeden Tag. Die Eindrücke und Erfahrungen bereitwillig aufzunehmen und an ihnen zu reifen. Es ist ein Abenteuer. Wie eine Tür, die sich plötzlich öffnet und mir den Blick zu verborgenen Räumen freigibt, von denen ich bisher nichts geahnt habe.

Eine verborgene Tür öffnen. So fühlt es sich auch jedes Mal an, wenn ich die Roma Community in Fushe Kruja betrete. Es ist ein Schritt in eine andere Welt. Eine andere Welt mitten im normalen Alltagsleben. Armut – hinter Mauern verborgen. Akzeptiert von der Gesellschaft. Viel zu lange schon. Sobald man die Community betritt, stürmen einem die Kinder entgegen. Es beginnt ein Kampf um ein kleines Stück deiner Aufmerksamkeit. Ein kostbares Gut, dass die Kinder hier viel zu selten von ihren Eltern erhalten.

Jedes dieser Kinder trägt sein eigenes Schicksal. Ausgegrenzt von der Gesellschaft haben sie kaum eine Chance, ein Leben außerhalb der Roma Community zu führen oder einen Weg zu finden, aus der Armut zu entkommen.

Besonders junge Frauen haben es hier sehr schwer. Aufgrund der alten Traditionen, welchen die Roma folgen, werden Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren verheiratet, um dann mit 13 Jahren ihr erstes Kind zu bekommen. Alle Entscheidungen werden von dem Mann und der Schwiegermutter getroffen. Das Leben ist bereits vorgezeichnet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Genau hier setzt ADRA Albanien an. In dem Reflect Project, in dem ich arbeite, werden sowohl Roma Kinder, als auch junge Frauen und Männer unterrichtet. Die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren werden spielerisch auf die Schule vorbereitet. Da sie abgeschottet von der albanischen Gesellschaft in ihrer Community aufwachsen, sprechen sie ihre eigene „Roma-Sprache“ und verstehen oftmals kein Albanisch.

Jeden Tag aufs Neue füllt sich der Klassenraum und große Augen blicken mich an. Dann wird ein Lied zur Begrüßung gesungen.

Während des Unterrichts flüsterte mir Sonita, ein vierjähriges Roma-Mädchen kürzlich „Mesuese“ zu. Ich beugte mich zu ihr herunter und erwartete eine Frage. Doch was kam, waren zwei kleine Kinderarme, die sich um mich schlangen und mich zu sich herunter zogen, um mir dann einen Kuss auf die Wange zu geben. Ein Lächeln. Einer der Augenblicke, der Momente, die einem das Glück des Lebens bewusst werden lassen.

Es ist ein langer Weg und manchmal auch ein sehr steiniger. Es ist nicht immer einfach und immer wieder begegnet man Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen, doch darum geht es nicht. Es geht nicht darum, die ganze Welt zu verändern – erst recht nicht von heute auf morgen. Man braucht Geduld, Ausdauer und ein klares Ziel. Aber jeder einzelne Schritt, jeder Moment, an dem ein Kind dir sein Lächeln schenkt, ist ein gewonnener Moment. Es ist ein Ausblick nach vorne, auf eine Vision, wie es einmal sein könnte.

 Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das jeden Tag erleben darf und spüre jetzt schon, wie sehr ich jedes einzelne Kind in mein Herz geschlossen habe.

Mehr über Janines Abenteuer in Albanien erfahrt ihr in ihrem Reiseblog: http://jalbania.blogspot.de/2014/04/skopje-tirana-zu-hause.html

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Albanien: Wunderschön und schrecklich arm



Geschrieben am Dienstag, 08. Oktober 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Jana über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Was für Vorstellungen hast du von Albanien? Weißt du wo es liegt? Wie heißt die Hauptstadt von Albanien und wie leben die Menschen dort?

Nachdem ich von ADRA Deutschland erfahren hatte, dass ich für ein Jahr als FSJlerin nach Albanien fahren darf, habe ich mich über das Land Informiert. Ich habe im Internet nachgelesen und mit Freunden darüber gesprochen. Laut Erzählungen ist Albanien ein sehr armes Land, mit viel Natur und zwischen drin die Roma Communities. Ich habe mir die Städte trist und grau vorgestellt, aber als ich dann hier ankam …

Die Hauptstadt Tirana, in der ich lebe und arbeite, ist einfach unbeschreiblich schön. Die Häuser sind bunt, die Straßen leben und die Berge, die man drum herum sieht, geben ein Feeling, das man nicht beschreiben kann. Schon nach einem Tag habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind alle unglaublich nett und hilfsbereit. Ich konnte mir nie vorstellen, mal in einem Hochhaus zu wohnen (unsere Wohnung hier ist im 6. Stock), aber da man die Berge sieht und alles so bunt ist, fühlt man sich nicht eingeengt.

Armut – in Albanien bittere Realität

Hier in der Stadt gibt es viele kleine, ruhige Parks, die den Trubel der großen Straßen fast unwirklich erscheinen lassen. Die Fußballplätze und Basketballplätze sind dagegen überfüllt mit Kindern, die alle zusammen spielen. Daneben leider die bittere Realität: Roma-Familien, die sich ihre Häuser aus – für unsere Begriffe – Müll gebaut haben. So schön die Stadt auch ist, hat man aber leider immer Armut vor Augen: Roma, die im Müll wühlen, um davon leben zu können. Sie sammeln Flaschen, um sie zu verkaufen, betteln am Straßenrand und stehen mit offenen Händen am Autofenster, um etwas Geld für Lebensmittel zu bekommen. Leider hält sich in Albanien weiterhin die alte Traditionen, Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren zu verheiratet. Selbst noch ein Kind bekommen sie dann viel zu früh eigene Kinder. Eine kinderlose Frau gilt bei den Roma als Schande und Liebe wird oft durch Gewalt gezeigt.

In unseren Projekten versuchen wir den Frauen mitzuteilen, dass auch sie Werte haben und ein Recht auf Selbstbestimmtheit. Wir ermöglichen es ihnen, zur Schule zu gehen, aber leider glauben sie oft nicht an sich, da ihre Männer ihnen vermitteln, sie seien nichts wert und könnten nichts außer Kochen, waschen – den Haushalt führen. Wir fahren mit einer Ärztin und Krankenschwester in die Roma Community, um die Menschen dort medizinisch zu versorgen und über Gesundheit und Krankheiten aufzuklären. Dabei vermitteln wir ihnen, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist. Ich freue mich immer wieder, dass die Roma wissbegierig zuhören und Interesse dafür zeigen.

Ein Lächeln wirkt Wunder

Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, freuen sich die Kinder riesig, wenn wir in die Communitys kommen. Sie springen uns in die Arme, küssen uns, wollen unsere Taschen tragen und wollen uns vor allem alles erzählen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das glänzen der freudigen Kinderaugen zu sehen.

Ich bin ADRA sehr dankbar für die Chance, das alles mitzuerleben, neue Erfahrungen zu sammeln und vor allem für die Chance, den Menschen hier bestmöglich zu helfen.

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Zwischenseminar in Albanien: diskutieren, reflektieren und lachen



Geschrieben am Dienstag, 12. März 2013 von ADRAlive-Team

Im Land des Adlers ( Republika Shqiperise ) trafen am 18. Februar fünf Auslandsfreiwillige von ADRA Deutschland zusammen, um zu reflektieren, zu diskutieren, zu erzählen, zu lachen und sich zu erinnern.

Die Bilder, die wir in dieser Woche sahen, werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Hütten aus Pappkartons, Stoff und zusammengehämmerten Holzplatten in der Community der Romas. Kindergesichter, die uns anlächelten und ihre kleinen Hände entgegenstreckten. Der Besuch der beiden Projekte von Lydia und Yvonne gab uns einen Einblick in eine besondere Arbeit.

Nach den intensiven Gesprächen und Gruppenarbeiten – als uns die Köpfe rauchten – nahmen wir uns auch die Zeit für einen tollen Ausflug in die kleine Bergstadt Kruja und ans Meer. Frische Luft und eine Tasse albanischen Kaffee gaben uns wieder die nötige Energie, um uns mit unseren Zielen und Herausforderungen in den zukünftigen Monaten zu beschäftigen und neue Motivation zu tanken.

Unser besonderer Dank geht an Corina, unserer Seminarleiterin, die uns durch ihre Flexibilität und Kreativität eine tolle Woche bereitet hat. 🙂

 

 

 

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Ein Jahr in Albanien: Die Kluft zwischen Arm und Reich



Geschrieben am Montag, 26. November 2012 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Yvonne über ihre ersten Eindrücke in Albanien

Ich bin nun schon seit einem Monat in Albanien und habe wirklich viele interessante Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Ich weiß noch, wie ich aus dem Flugzeug gestiegen bin und dieses damals noch unbekannte Land betreten habe. Es war schwül und echt heiß. Sofort erblickte ich auf dem kleinen Flughafen „Nënë Tereza“ Palmen und fühlte mich, als wäre ich im Urlaub.

Unsere Leiterin holte uns vom Flughafen ab. Die Fahrt bis zur Hauptstadt Tirana war sehr interessant und ich konnte meine Vorstellungen vom Land endlich mit der Realität vergleichen. Wir sahen moderne Gebäude von bekannten Firmen und Banken und mir viel besonders der große Kontrast zwischen modernem, schönem und zerfallenem, ungepflegtem auf. Ob Autos, Gebäude oder Menschen, die Spanne von Arm und Reich ist hier sehr deutlich zu sehen.

Ich saß hinten im Auto und wir standen gerade an einer Kreuzung im Stau. Interessiert schaute dich durch die Windschutzscheibe und nahm alle neuen Eindrücke der Umgebung in mich auf. Da sah ich sie: Eine Frau mit pechschwarzem Haar und einer dunklen Hautfarbe. Sie ging von Auto zu Auto und blieb immer kurz am Fahrerfenster stehen. Ihr langer Rock hatte sicher schon bessere Zeiten erlebt. Ich kann mir vorstellen, dass das Blumenmuster früher einmal bunt war, aber jetzt hatte er Rock graue Flecken und war fast farblos. „Was tut sie da?“, fragte ich mich. Doch ehe ich lange darüber nachdenken konnte, stand sie an unserem Fenster. Die Frau schaute mit einem bittenden Blick hindurch und sagte etwas auf einer Sprache, die ich nicht verstand. Sie streckte ihre Hände wie eine kleine Schale unserem Fahrer entgegen. Doch die Hände blieben leer. Wortlos drehte sie sich weg und ging weiter zum nächsten Auto.

Ich erfuhr, dass die Frau zu den Roma gehört – eine kleine Bevölkerungsgruppe in Albanien. Von den Albanern meist nicht anerkannt, diskriminiert und ungesehen, leben sie in ihrer eigenen Kommune zusammen. Sie haben keine richtige Arbeit und gehen oft betteln, sammeln sich Dinge aus Mülltonnen oder versuchen kleine Sachen wie Feuerzeuge und ähnliches an wartende Autofahrer zu verkaufen. Sie leben hier wirklich sehr arm, oft in selbst gebauten Zelten, die umgeben von Schrott und Müll sind.

 

 

 

 

Viele Projekte der Hilfsorganisation ADRA Albanien, bei der ich 1 Jahr meinen Freiwilligendienst ableiste, drehen sich um die Roma. Ziel ist es, den Roma zu helfen, sie über wichtige Hygienemaßnahmen und andere wichtige Dinge aufzuklären und sie in die Bevölkerung zu integrieren. Eines dieser Projekte ist die Mobile Klinik. Roma Familien, die nicht die Möglichkeit haben, Ärzte zu besuchen oder ins Krankenhaus zu gehen, werden hier versorgt.

In einem andere Projekt arbeitet ADRA daran, die Kinder in die Schule zu integrieren. In diesem Projekt arbeite ich haupsächlich mit. Dort habe ich die Möglichkeit, meine Ideen mit einzubringen und mit zu planen. Ich fühle mich mittlerweile schon als Teil der ADRA Gruppe und weiß, dass ich hier sicher am richtigen Ort bin!

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