ADRA Live! Weltwärts Quifd-Siegel

Verantwortung ist wichtig, Spaß aber auch!



Geschrieben am Dienstag, 02. Mai 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Wladimir, der Kinder an einer Grundschule in Costa Rica unterrichtet.

In dieser Woche beginnen die Prüfungen an der adventistischen Grundschule in Monteverde in Costa Rica. In erster Linie hieß es für die Schüler: lernen, lernen, lernen. Doch auch wir als Freiwillige und Lehrer an der Schule mussten einige Tage zuvor die Prüfungen vorbereiten und das ist jedes Mal gar nicht so einfach. Sich Fragen und Aufgaben zu überlegen, die dem Level der Schüler entsprechend sind, ist nicht leicht. Der Grat zwischen einer „geschenkten Aufgabe“ und einer „schweren Aufgabe“ ist oftmals schmal. Jede Aufgabe trägt zur Prüfungsnote bei, die entweder positiv oder eher negativ ausfallen kann. Vielleicht kommt es dir „spanisch“ vor und du fragst dich, wieso ich etwas über Klausuren erzähle. Ganz einfach: Verantwortung! Als Lehrer trägt man eine sehr große, pädagogische Verantwortung für die Erziehung und Bildung in der Schule. Ein Lehrer ist außerdem daran interessiert, dass alle seine Schüler die Prüfungen bestehen. Deshalb sollte ein Lehrer in einer Klausur dementsprechend die goldene Mitte finden. Zum Glück ist es selten der Fall, dass ein Schüler die Prüfungen nicht besteht.

Abwechslungsreicher Unterricht


Neben den Prüfungswochen macht das Unterrichten Spaß, ist aber auch anstrengend. Die Kinder in den höheren Klassen (5. und 6. Klasse) sind an Science nicht immer interessiert. Oft sind sie mit den Gedanken irgendwo anders und unterhalten sich während des Unterrichts miteinander. Da die Grundschule eine bilinguale Schule ist, muss ich den Unterricht auf Englisch halten, was aber dazu führt, dass die Kinder noch weniger Lust haben und somit ein Mix aus Englisch und Spanisch der Kompromiss ist. Bei den Kindern in der ersten und zweiten Klasse ist das jedoch ganz anders. Wenn es Zeit zum Herumalbern ist, dann albern und lachen wir gemeinsam rum. Wenn es jedoch Zeit zum Arbeiten ist, dann wird gearbeitet. Sie wissen sich gut zu benehmen und der Unterricht verläuft meistens wie geplant. Ihr gutes Benehmen wird dann am Ende der Stunde mit einem kleinen Spiel oder mit dem Erlernen eines neuen Liedes belohnt. Das macht nicht nur den Schülern Spaß, sondern auch mir!

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Costa Rica ein Urlaubsort



Geschrieben am Freitag, 10. Februar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Mattias über sein Freiwilliges Soziales Jahr als Lehrer in Costa Rica.

Der erste Gedanke der im Kopf durch geht ist, dass Costa Rica ein Urlaubsort ist. Umso mehr habe ich mich auf mein Auslandsjahr dort gefreut.

Vom Schüler zum Lehrer

So schnell hat sich alles geändert, frisch vom Abitur und schon ist man Lehrer. So hat es sich angefühlt, als für mich die Arbeit in Costa Rica losging. Ich wurde direkt ins kalte Wasser geschmissen. Trotz der ersten Schwierigkeiten findet man schnell seinen Rhythmus und jeden Tag aufs Neue finden sich neue Methoden, um den Unterrichtsstoff zu vermitteln. Ob es mit ein Experiment ist oder vielleicht doch mit ein Spiel, je nach Klasse muss der Unterrichtsstil variieren. Letztendlich macht es mir sehr Spaß, Schulklassen zu unterrichten.

Mehr als Lehrer

Wenn der Unterricht vorbei ist, dann bin ich kein Lehrer mehr, sondern ein Freund für die Kids, was sehr toll ist. In den Pausen wird gespielt, von „Vier gewinnt“ bis Verstecken oder Fangen –  das macht den Arbeitstag sehr lebhaft.

Wunderschönes Land

Natürlich ist Costa Rica ein Urlaubsort, wie ich schon erwähnt habe, aber für mich persönlich ist es eine neue Heimat geworden. Der Körper hat sich ans Klima, das Essen und die andere Kultur gewöhn. Es ist immer wieder erstaunlich, wie offen die Menschen hier sind.

Jetzt bin ich seit 6 Monaten in Costa Rica. Vor kurzem hatten wir Ferien und ich konnte ein wenig das Land erkunden. Trotz der vielen Freizeit freue ich mich auf die Arbeit, die im neuen Schuljahr auf mich zukommt.

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In der Ruhe liegt die Kraft



Geschrieben am Mittwoch, 27. April 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Jannis über seinen Freiwilliendienst an einer Grundschule in Costa Rica.

„Ein ganzes Jahr?“ – Das ist die Reaktion die ich meistens bekomme, wenn ich von Urlaubern gefragt werde wie lange ich in Costa Rica bleibe. Ich konnte es am Anfang auch nicht fassen.

Costa Rica, „die reiche Küste“, ist nun seit 8 Monaten mein Zuhause. Wo andere Urlaub machen, habe ich das Vergnügen meinen Freiwilligendienst zu leisten. Quasi direkt nach dem Abi ging es für mich nicht nur auf die andere Seite der Welt, sondern auch auf die andere Seite des Klassenzimmers. Ich arbeite nämlich in einer adventistischen Grundschule als Lehrer für Science, Englisch, Musik und Deutsch. Mit buchstäblich Null Erfahrung als Lehrer plötzlich vor einer Klasse zu stehen, war zu Beginn natürlich eine Herausforderung. Ich habe zwar 12 Jahre lang Lehrern im Unterricht zugeguckt, aber selber zu unterrichten ist noch einmal eine ganz andere Sache. Aber an Herausforderungen wächst man bekanntlich.

Unterricht mit Hindernissen

Leider ist Disziplin hier anders als in deutschen Grundschulen. Neben dem Unterrichten muss ich auch dauerhaft die Kinder davon abhalten, herumzulaufen, sich auf den Boden zu legen, ihre Nachbarn zu ärgern oder Zahnpasta aus der Tube zu naschen. Nicht immer leicht. Zum Glück habe ich nur maximal 7 Kinder in einer Klasse, trotzdem kann das schon mal echt anstrengend sein.

Nach 8 Monaten hat sich allerdings einiges eingespielt. Inzwischen habe ich selbst ein wenig Erfahrung als Lehrer. Die Anforderungen an mich selbst habe ich etwas heruntergeschraubt und nun akzeptiere ich auch einen bestimmten Anteil von Chaos in meinem Unterricht. Den kann ich nämlich nicht verhindern und so ist es gleich viel weniger stressig.
Damit bin ich auch der Lebensweise der Ticos (Costa Ricaner) näher gekommen, die leben nämlich mit vollster Stressvermeidung. Pünktlichkeit verursacht nur Stress, also weg damit. Schule ist gerade ein bisschen zu viel? Dann machen wir morgen einfach frei. Das ist der Tico-Lifestyle.

Auf Spanisch bitte

Costa Rica liegt in Lateinamerika, man spricht also Spanisch. Am Anfang kannt ich auf Spanisch nur „Vamos a la playa“, inzwischen läuft das allerdings besser. Ich unterrichte meistens auf Spanisch und da man den ganzen Tag mit Spanisch umgeben ist, lernt man das fast wie von selbst. Zu Beginn hat man natürlich noch mehr gelernt, aber trotzdem müssen mir meine Schüler noch ab und zu auf die Sprünge helfen. So bringe ich denen den Stoff bei und sie mir Spanisch. Wir helfen uns gegenseitig.
Es sprechen auch leider viele Leute Englisch. Warum leider? Wenn ich mein Spanisch üben will und jemanden auf Spanisch anspreche, brauchen die keine zwei Sätze um zu begreifen, dass ich eigentlich nur begrenzt Spanisch spreche. Also sind sie so nett und antworten auf Englisch. Danke, aber nein Danke, ich würde doch viel lieber Spanisch reden.
Wenn dann jedoch Einheimische im vollen Tico-Tempo mit mir reden wollen, verstehe ich auch nur Bahnhof.

Bis jetzt hatte ich eine echt tolle Zeit hier und ich freue mich auf die Zeit, die ich noch vor mir habe. Ich weiß schon, dass ich die Kinder vermissen werde, wenn ich wieder nach Hause fliege, aber so ist das leider. Bis dahin werde ich mein Bestes geben ein guter Lehrer zu sein.

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Die Tücken des Unterrichts



Geschrieben am Freitag, 13. November 2015 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Salomo über seine Arbeit in einer Grundschule in Costa Rica.

Eine rundum außerordentlich und überwiegend Grün bewachsene Terasse zwischen einigen schnell vorbeiziehenden Wolken mit Meeresblick ist das, was ich meine Umgebung nenne. Eine sehr nette Wohn-, Spazier- und Kochgemeinschaft zeigt mir wie das Eheleben in 40 Jahren aussehen könnte. Unsere Arbeitgeberin läd uns des Öfteren zu sich zum Essen ein. Man leiht uns, was wir brauchen. Man fragt uns, wie es uns geht. Wir verstehen uns sehr gut. Die Busanbindungen liegen günstig für gelegentliche Ausflüge an andere Ecken des Paradieses. Die Gemeinde zeigt ihre Herzlichkeit in Form von reichlich Einladungen und kleinen Aufmerksamkeiten. Ich übe mich in Dankbarkeit für diese Umstände. Das hätte ich so nicht erwartet, als ich mich bei ADRA beworben habe.

Eine ganz „normale“ Unterrichtsstunde

Lehrer zu sein ist lustig. Es ist auch anstrengend, nervig, herausfordernd und neu. Da Lehrer sein meine Hauptaufgabe ist, folgt ein kleiner ehrlicher Einblick:

Einer der 4 Klassenräume der Schule ist der Computerraum. Die Besonderheit der Lage dieses Raumes beschränkt sich nicht nur auf die Tatsache, dass man im Fußballfeld steht, wenn man die Tür aufmacht und heraus tritt. Oder um es aus einer anderen Perspektive zu beschreiben: wenn man das Pausenklingeln hört und wie gewöhnlich die Tür des Raumes öffnet, in dem man die nächste Unterrichtsstunde verbringt und ebenfalls wie gewöhnlich den Ball rein schießt, handelt es sich bei dem Computerraum, um genau den Raum, in den ein ungläubig schauender, verwirrter deutscher 18 Jähriger hineingeht, auf dessen Stirn sich im Zuge der Aufwärtsbewegung seiner Augenbrauen langsam 3 Falten bilden. Dieser ist dann erstmal ganz ruhig, was etwas wie „die Ruhe vor dem Sturm“ andeutet. Nur ist es nicht der zu erwartende Sturm einer Zurechtweisung. Nein, es ist ein Hurrikan von 80 Minuten Computerunterricht mit der 4. und 5. Klasse. Und irgendwie empfindet es nur der Lehrer als Sturm.

Ich befinde mich also gerade auf den Weg in Richtung Tür um den Rest der Klasse herein zu bitten, der das unüberhörbare Pausenklingeln überhört hat. Ich hebe den Ball vom Boden auf und klemme ihn unter meinen rechten Arm. Dem Jungen sage ich mit wenigen Worten, dass diese Aktion eben unangebracht war. Er schaut demütig auf den Boden, aber wir wissen beide, dass er das gerade ziemlich lustig findet. Er geht auf seinen Platz, ich gehe weiter zur Tür. Ich rufe ein paar Namen in den Schulhof und lehne mich an den Türrahmen. Nach ein paar Sekunden überkommt es mich. Ich kann es nicht lassen und kicke den Ball während ich mich langsam von der Tür löse zu einem Schüler einer anderen Klasse. Nachdem ich das 0 : 1 verloren habe, bemerke ich, dass mittlerweile alle für mich relevanten Schüler im Klassenraum sind. Ich nicke dem kleinen Gewinner zu und weise ihn darauf hin, dass doch bereits Unterricht sei. Ich betrete den Klassenraum.

Mir kommt eine warnende Geräuschflut entgegen. Ich nehme zwei bekannte aber stark verzerrte Klavierstücke war, die irgendwo zwischen dem Geschrei von J. und K. und dem Geschnatter von B., T., D. und V. und den Geräuschen aus dem Nachbarraum untergehen. Zwei Schüler bemerken mich und fragen direkt, was wir heute machen. Wie immer antworte ich, dass sie nicht so neugierig sein sollen und freue mich darüber, dass sie neugierig sind.

Excel-Unterricht unter „verschärften“ Bedingungen

Der Computerraum ist ungünstig aufgebaut. Die Tafel steht in der Mitte des Raumes. Es gibt 12 Computer samt Zubehör, die an der Wand entlang von der Tafel abgewendet stehen. Davon funktionieren fünf Computer, einige Tastaturen, fünf Mäuse und vier Monitore. Die Computer sind spanisch eingestellt, haben Betriebssysteme von Windows 97 bis Windows 7 und von Computer zu Computer variieren die Office Programme. Meine Aufgabe ist es, elf Schüler in Excel oder was halt an ähnlichen Programmen vorhanden ist, auf Englisch zu unterrichten. Die 4. Klasse kann kaum Englisch, die 5. fließend. Das bildet im großen und ganzen eine exzellente Grundlage.

Ich stelle mich vor die Tafel und habe damit zumindest ein Großteil der Klasse im Blick. Es soll los gehen. Ich rufe „Silencio“. Niemand bemerkt mich. Ich pfeife einmal laut. Alle drehen sich erschrocken um. Ich sage leise „Silencio“. Eine Schülerin die durch das Pfeifen besonders erschrocken ist – die Unterhaltung muss sehr vereinnahmend gewesen sein – meckert: “ Ohh Proooff.“ Ich lächle schadenfroh zurück. Die Aufmerksamkeit habe ich, Herausforderung Nummer zwei ist es nun, die Klasse in Gruppen aufzuteilen, sodass jeder irgendwie einem Computer zugeordnet ist, die sich gegenseitig ablenkenden Schüler aber räumlich möglichst weit getrennt sitzen.

Es gibt Proteste. Nur wenige sind mit ihrer Gruppe zufrieden. Ich verweise auf die vergangene Woche und auf die Chance mir dieses mal Disziplin zu beweisen. Damit geben sich erstmal alle zähneknirschend geschlagen. Alle außer V.. V. beginnt eine Rede darüber, wie ungerecht sie doch immer behandelt wird, unter Miteinbezug der Fehler jedes einzelnen Mitschülers in der vergangenen Woche. Ich will sie unterbrechen, aber sie denkt gar nicht daran aufzuhören. Dann nehme ich ihr das Wort aus dem Mund und sage ihr, dass ich das entscheide, und dass das nur gerecht ist, wieder mit einem Verweis auf die vergangen Woche. Sie holt wieder aus und sagt, dass sie das nicht gerecht findet. Langsam hebe ich den Stift im Richtung Tafel, wo die Benehmensliste meinen Arm nahezu anzieht. Ich komme ihrer Spalte immer näher. Sie redet weiter. Dann, oh dann, ist es so weit. Ich setze an. Sie redet weiter. Ich male ein 🙁 in ihre Spalte. Sie ist still. Ich finde es innerlich urstlustig, dass das funktioniert hat und noch lustiger finde ich,  dass sie erst aufhört, als der traurige Smiley schon drin steht. Also ICH hätte an ihrer Stelle ja dann erst RECHT weitergemacht. Oder einfach mal kurz vorher aufgehört. Aber naja, kann ja jeder machen wie er will.

Die Unterrichtsstunde beginnt.. oder doch nicht?

Ich möchte die Aufgabe für den Anfang der Stunde ansagen. Ein Schüler sitzt immernoch vor seinem Handy, was mir jetzt erst auffällt, da er das erste Mal wirklich ruhig ist. Er spielt ein Spiel, bei dem er durch das drücken von 3 oder 4  Feldern zum richtigen Zeitpunkt eine Klaviermelodie erzeugt. Ich bemerke genervt, dass es der Flohwalzer ist. Wenn bei diesem Spiel die Melodie die Motivation sein soll, würde das bei mir bei diesem netten Stück auch umgedreht funktionieren, denke ich. Die Felder treffen damit die Melodie nicht erklingt. Immerhin weiß ich jetzt, wieso meine Schüler vorhin Chopin op.9 No. 2 und irgendwas anderes gehört haben. Ich halte meine Hand vor seine Nase und das Handy verschwindet nur halb aber dafür sehr schnell in seiner viel zu kleinen Hosentasche.

Die erste Aufgabe soll mir ein bisschen Zeit schaffen, damit ich die Sachaufgabe für Excel an die Tafel schreiben kann. Außerdem hab ich Lust auf etwas Witziges. Sie sollen die Schule am Computer irgendwie so darstellen, dass sie gerne zur Schule gehen würden. Nach meiner Ansage drehen sich die meisten um und melden sich an. Eine Schülerin ruft mich, weil die Tastatur nicht geht. Ich stecke den Anschluss rein. Funktioniert immer noch nicht. Ich nehme eine der anderen Tastaturen zur Hand, die überall im Raum rumliegen und schließe sie an. Immer noch nicht. Mittlerweile rufen mich 2 andere Schülerinnen ununterbrochen. Ich wiederhole mehrmals, dass sie sich gedulden sollen. Wollen sie aber scheinbar nicht. Die 3. Tastatur passt. Ich gehe zur nächsten Schülerin. Sie meint die Anmeldung ist kaputt. Ich drücke auf die Feststelltaste und gehe weiter. Das Problem der nächsten Schülerin ist, dass der Bildschirm schwarz bleibt. Ich entschuldige mich kurz bei der Nachbargruppe, dass ich mal kurz ihren Bildschirm trennen muss um zu sehen ob der andere funktioniert. Leider ist es die Gruppe von V. Sie protestiert wild und schlägt mit der Hand auf den Tisch. Sie sagt jetzt sei ihre ganze Mühe umsonst gewesen und alles gelöscht. Ich versichere ihr, dass noch alles da ist und stecke den „kaputten“ Bildschirm an ihren Computer. Bildschirm funktioniert, V.’s Arbeit ist auf einmal auf dem Bildschirm der Nachbargruppe zu sehen. V. will es nicht verstehen und verzieht das Gesicht, das ich immer ziehe, wenn man mich um einen Schokoladenpudding betrügt. Ich stöpsel wieder um, das Gesicht verwandelt sich langsam wieder zurück. Der Computer soll seit einiger Zeit schon kaputt sein, sagt mir auf einmal jemand. Ich teile die Gruppe auf die anderen Gruppen auf und nun kuscheln die Schüler platzbedingt miteinander. Inzwischen haben alle, die an funktionierender Technik sitzen, angefangen zu arbeiten. Bis auf J.

J. beginnt mit einem Pappkarton, den er irgendwo im Regal gefunden hat, auf T. einzuschlagen. T. findet das sehr lustig, malt aber nebenbei seine Traumschule weiter. Als J. meinen Blick bemerkt schmunzelt er verlegen dem Boden entgegen und legt die Pappe vorsichtig neben seinem Stuhl ab.

Ich gehe zur Tafel und beginne die Sachaufgabe anzuschreiben, im Ohr ein komisches Jucken, das sich irgendwann als Flohwalzer entpuppt. Ziel der Stunde ist es, zu lernen, wie man die Kalkulationsfunktionen benutzt und aus Texten Informationen in eine Tabelle einordnet. Auf einmal höre ich ein lautes „I believe I can fly“, gar nicht so schlecht gesungen. Ich drehe mich um. V. liegt auf dem Rücken und simuliert mit den Armen ein Flugzeug, während sie aus vollem Herzen singt. Die anderen Kinder sind unbeeindruckt und arbeiten relativ ruhig. Sie schaut mich an lacht und sagt, sie sei fertig.

5 Minuten später.
Ich unterbreche alle bei ihren Zeichnungen. Der Großteil hat sich für Paint entschieden. Ich lasse jede Gruppe auf Englisch vorstellen, was sie gemalt haben und wieso. Ich finds überwiegend lustig. Mein Favorit, eine Schule Made of German Chocolate.

5 Minuten später.
Alle arbeiten an ihren Tabellen in Excel. Ich beobachte, beantworte Fragen und ärgere mich über meinen Ohrwurm.

10 Minuten später.
Die meisten haben alle Daten eingegeben und knobeln daran, wie das mit der Kalkulationshilfe funktioniert. M. hat es wie immer als erste verstanden, fragt aber trotzdem nochmal und will es erklärt bekommen. V. schreibt währenddessen jede Zahl einzeln in die Tabelle. Ich sage ihr, dass es einfacher geht und ich möchte, dass sie diesen Weg versteht und zumindest ausprobiert. Sie findet das Ungerecht und beschwert sich wieder. M. beginnt währenddessen die Aufgabe zu beenden. Ich geh zur Tafel, unterbreche alle und schreibe eine Formel als Tipp an. Einige schauen verwirrt.

1 Minute später.
Die meisten sind dahinter gekommen. Ich werde von jeder Gruppe einzeln gefragt, ob das so stimmt und wie sie es gemacht haben. Ich lasse M. zu den verbleibenden gehen, die noch Probleme haben und erklären. Ich widme mich wieder V.

V. hat nämlich aufgehört zu arbeiten. Sie streikt. Sie sagt mir, dass sie die Aufgabe blöd findet und das nicht machen wird. Ich denke kurz nach. Sie hat recht, stelle ich fest. Die Aufgabe ist blöd bzw. Excel zu unterrichten generell. Aber war ja nicht meine Idee. Ich schlage ihr vor zur Direktorin zu gehen und ihr zu sagen, was sie von Excel und dem Unterricht hält, am besten noch zu betonen wie vorzüglich sie sich benimmt. Ich gehe zur Tür mache sie auf und schaue sie an. Sie bleibt wie gebannt sitzen und starrt mich an. Dieses Duell gewinne diesmal ich.

5 Minuten später.
V. ist nach M. die Erste, die mit der Aufgabe fertig ist. Die Stunde ist fast vorbei. D. ist fasziniert, dass sie nicht selber rechnen musste und sich das Ergebnis automatisch angleicht, wenn sie die Zahlen ändert. Der Rest verlässt stürmisch das Klassenzimmer, als ich die Pause ankündige.

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Costa Rica – eine komplett andere Welt



Geschrieben am Donnerstag, 09. Oktober 2014 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Sharon über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica.

Seit ca. einem Monat lebe ich nun schon hier in Costa Rica, auf dem Campus von UNADECA (Universidad Adventista de Centro America). Ich kann mich noch genau erinnern, also wir am Flughafen von unserer Vorgängerin abgeholt wurden. Wir waren zwar müde von der Reise, aber man hat es uns nicht angemerkt, denn die Aufregung war viel zu groß. Endlich waren wir da, endlich war es Zeit etwas Neues zu erleben.

Als erstes haben wir gemerkt, dass die Jahre Spanisch-Unterricht in der Schule hilfreich waren, aber noch lange nicht ausreichten, um sich zu verständigen. Mit Englisch kommt man hier leider nicht weit, obwohl viele Englisch lernen wollen. Die zweite große Umstellung war die Zeit. Die ersten Nächte konnten wir ab drei Uhr nicht mehr schlafen, also haben wir sobald die Sonne aufging den Campus erkundet und uns gleich einmal ein bisschen verlaufen. Der Campus ist sehr schön, eine schöne Gemeinde, eine neue Mensa und dazwischen immer viel Grün, was dem Campus eine natürliche Atmosphäre gibt. Hinter unserem Haus stehen eine Reihe von Mango-Bäumen, deren Früchte wir auch ernten dürfen.

Die größte Umstellung war aber das Essen hier in Costa Rica. Bis heute bin ich es noch nicht wirklich gewohnt, Reis und Bohnen zu jeder Mahlzeit zu essen (Ja zu jeder, auch zum Frühstück!). Ich wusste gar nicht, wie viele Gerichte man mit Bohnen machen kann. Besonders gut sind die Baleadas (ein typisches Gericht aus Honduras) oder die Pupusas (ein typisches Gericht aus El Salvador). Jeden Freitag gehen wir auf den Markt und kaufen eine Menge leckeres Obst, von dem man in Europa nur träumen kann: frische Mangos, Ananas, Papaya, Kokosnuss und vieles mehr.

Unsere Arbeit am Campus in Costa Rica:

Wir geben Einzelunterricht und Nachhilfe in Englisch. Am Morgen kommen meistens Erwachsene, Studenten oder Kleinkinder und am Nachmittag unterrichten wir die Schüler aus der Schule. Wir lernen mit ihnen Vokabeln oder machen mit ihnen die Hausaufgaben . Man braucht ein paar Stunden bis die Schüler sich öffnen, aber dann nehmen sie dich schnell in ihre Herzen auf. Dadurch, dass wir ihnen bei den Hausaufgaben helfen, keine Aufgaben verteilen, und sie durch den extra Unterricht gute Noten im Test bekommen haben, freuen sie sich immer auf unseren Unterricht.

Immer wieder merke ich, dass wir unseren Schüler nicht nur Lehrer sein sollten sondern auch Freunde. Einige meiner Schüler haben Probleme in der Schule und freuen sich über ein offenes Ohr und eine Umarmung. Obwohl ich erst seit einem Monat hier bin, weiß ich jetzt schon, dass dieses Jahr etwas ganz besonderes wird und ich die Zeit, Freunde und Erfahrungen hier sehr vermissen werde.

Aber bis dahin habe ich noch ganze elf Monate in diesem wunderschönen Land mit diesen lieben Menschen!

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„Be the change you want to see in the world!“



Geschrieben am Samstag, 09. August 2014 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Vivien über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica.

Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, als ich die Zusage für mein freiwilliges soziales Jahr bekommen habe. Es ging an die adventistische Universität UNADECA in Costa Rica, in der ich im Sprachzentrum „ Centro de idiomas“ als Englisch- und Nachhilfelehrerin arbeite.

  • Ein Jahr für andere Menschen geben, große und kleine Erfahrungen machen.
  • Dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird und dazu beitragen, dass etwas verändert werden kann.
  • Mich von einer neuen Kultur, Sprache und den Menschen faszinieren und verändern lassen.

Das waren meine Ziele und Hoffnungen und das alles mit dem Segen und der Führung von unserem großen Gott. Eine tolle Erfahrung, die ich in dem Jahr machen durfte, war die einwöchige Reise in ein indigenes Dorf Costa Ricas. Jedes Jahr fährt der Abschlussjahrgang der Krankenschwesterstudenten der Universität UNADECA in ein solches Dorf, um dort die Menschen in Vorträgen über verschiedenene Gesundheitsthemen aufzuklären wie die Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser, Heilpflanzen und einem gesunden Selbstwertgefühl. Außerdem helfen die Studentien in der Dorfgemeinschaft. Wir deutschen Freiwilligen durften die Krankenschwesterstudenten begleiten und haben uns um die Betreuung und verschiedene Aktivitäten für die Kinder gekümmert.

Ich habe Costa Rica von einer ganz anderen Seite kennen- und lieben gelernt. Wir haben das Gebäude einer Klinik gestrichen, in einem Fluss gebadet, den Dschungel bei Hausbesuchen der Dorfbewohner erkundet und die tollsten Früchte, u.a. die Kakaofrucht kennengelernt. Doch das Beste für mich war die Zeit mit den Kindern. Die Kinder sind etwas ganz Besonderes und selbst in den wenigen Tagen haben wir sie durch die Spiele und Aktivitäten so gut kennengelernt und lieb gewonnen, dass es schwer fiel, Abschied zu nehmen.

Eine besondere Erfahrung durfte ich in dieser Woche mit einem kleinen Mädchen machen. Dieses Mädchen war jeden Tag bei allen Aktivitäten, davor und danach bei uns. Am letzten Abend kam sie zu uns und meinte traurig, dass ihre Eltern sie heute Abend nicht zu unserer letzten, besonderen Kinderaktivität schicken würden. Deshalb haben ein Pastor und ich mit den Eltern geredet und sie zu der Veranstaltung eingeladen. Am Abend kam sie auf mich zugelaufen und hat mich stürmisch umarmt.

„Meine Eltern schicken mich heute Abend zu euch“ rief sie mir strahlend entgegen. In diesem Moment wusste ich, warum es für mich immer ein Traum gewesen ist, dieses Jahr zu machen. Für Momente, wie diese. Für die kleinen Freuden im Leben, die etwas verändern.

„Manchmal sind es besonders die kleinen Dinge, die Großes bewirken.“

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„Teacher, Teacher! I’m finished!“



Geschrieben am Donnerstag, 31. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Piedade über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Zwei Monate bin ich nun in Costa Rica und in dieser Zeit konnte ich schon einige Eindrücke sammeln und viele neue Leute kennen lernen. An so manches Essen aus der Cafeteria musste ich mich erst einmal gewöhnen und die eine oder andere Campusregel kannte ich aus deutschen Schulen auch nicht. Trotzdem stellt sich bei mir langsam so etwas wie Alltag ein. Ich bereite meinen Einzelunterricht vor, unterrichte die Kinder und gebe ab und zu Nachhilfestunden.

Eines Morgens rief mich meine Chefin zu sich ins Büro und fragte, ob ich am nächsten Tag in der Grundschule eine Lehrerin vertreten könne. Natürlich habe ich zugesagt, aber dann kamen mir direkt die ersten Zweifel: Ich habe doch gar keine Erfahrung damit, eine Gruppe von 25 Sechs- bis Siebenjährigen zu unterrichten! Wie soll ich vor eine ganze Klasse treten, wenn ich bislang immer nur Einzelunterricht gegeben habe? Werden die Kinder mir zuhören?

Egal! Die Lehrerin, die ich vertreten sollte hat mir dann ganz ausführlich erklärt, was ich alles machen soll und mir ihre Assistentin zur Seite gestellt. So war der Unterricht bei den Kindern gar kein Problem.

Ein Vorteil für mich: der Unterricht an der Schule fand auf Englisch statt und so ich konnte mit den Kindern Englisch reden. Antworten habe ich natürlich fast nur auf Spanisch bekommen. Auch wenn ich mal einzelne Worte nicht verstanden habe, waren die Kinder einfach nett zu mir oder haben sogar versucht, mir etwas auf Englisch zu sagen (was dann meistens noch schwerer zu verstehen war! 🙂 ). Es war so süß, wie sie alle irgendwie versucht haben, sich mit mir zu unterhalten.

Ein Mädchen hat mir fast ihren kompletten Familienstammbaum erzählt, ein Junge wollte mir unbedingt zeigen, was er für Flaggen gemalt hat und zwei kleine Jungs haben eine heftige Diskussion darüber geführt, welche Sprachen ich wohl sprechen kann.
Meine anfänglichen Sorgen haben sich also überhaupt nicht bewahrheitet und nach nur vier Stunden mit den Kindern habe ich sie schon so ins Herz geschlossen.

Ich freue mich wirklich schon darauf, wieder an die Grundschule zu gehen!

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Pura Vida – Costa Rica



Geschrieben am Freitag, 19. Juli 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Sarina über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Fast ein Jahr ist jetzt schon vorbei, seitdem ich nach Costa Rica gekommen bin. 11 Monate, 48 Wochen, 338 Tage und noch viele Stunden, Minuten und Sekunden mehr. Am Anfang hörte sich das so lange an, doch jetzt kommt es mir sehr, sehr kurz vor – zu kurz. Realisieren, dass ich bald wieder zu Hause bin kann (und will) ich noch gar nicht – dabei ist es in weniger als 2 Wochen schon so weit.

Natürlich freue ich mich auch. Ich freue mich wie ein Honigkuchenpferd auf meine Familie, auf meine Freunde, auf die Gemeinde, auf mein Zimmer, den Schnee im Winter und das Essen. (Nicht, dass ich etwas gegen Reis und Bohnen hätte – die können auch sehr lecker sein, aber nach 11 Monaten jeden Tag fast das selbe zu essen, freue ich mich doch (etwas) auf gutes deutsches Essen 😉 )

Andererseits finde ich es unvorstellbar, dass ich das Leben, was ich nun fast ein Jahr gelebt habe, einfach hinter mir lassen muss – und es plötzlich nur noch in meiner Erinnerung existieren soll. Ich werde das Land, die Strände, die Natur, die Menschen, meine Schüler, die guten Freunde die ich hier gefunden habe … und sogar die lateinamerikanische Küche vermissen. 🙂 Denn all dem Reis und den Bohnen zum Trotz gibt es hier sehr viele Dinge, die wir in Deutschland definitiv auch in unseren Speiseplan einbauen sollten. Quesadillas, Empanadas, Pupusas und Burritos werde ich auf jeden Fall vermissen und hoffentlich nicht total daran scheitern, sie zu Hause mal selber zuzubereiten. 🙂

Am liebsten würde ich Costa Rica mit seinen Stränden, dem Wetter und all den Dingen, die mir wichtig geworden sind in eine Tasche stecken – mitnehmen –  und an den Wochenenden aufmachen und reinspringen. In meinem Jahr hier sind wirklich viele tolle Sachen passiert, für die dieser Bericht natürlich nicht im Entferntesten ausreicht. Wir waren an vielen verschiedenen bombastischen Stränden, sind Jet-Ski gefahren, haben eine Canopy-Tour gemacht (wie viele Seilbahnen hintereinander an hohen und langen Drahtseilen durch den Wald), durften die vielfältige Costa Ricanische Natur entdecken und vieles vieles mehr.

Ein Erlebnis von dem ich hier aber noch berichten wollte und das ich als eine meiner Lieblingserinnerungen mit nach Hause nehmen werde, hatte ich mit einer meiner Nachhilfe-Schülerinnen. Einem Mädchen, dass in seinem Leben schon viel durchgemacht hat und die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Als ich das Englisch-Heft von ihr durchging, um die Themen für die anstehende Arbeit zu finden, fand ich plötzlich eine Hausaufgabe in der die Schüler ihren persönlichen Helden beschreiben sollten: Sie hatte über mich geschrieben. Natürlich nicht in perfektem Englisch und es war auch kein langer Text., aber nach nur ein paar Monaten Englisch-Unterricht, war das schon eine sehr große Leistung und es hat mich unsagbar stolz gemacht, dass ich in ihrem Leben einen solchen Platz einnehmen darf. Es hat mich nochmal realisieren lassen, dass wir nicht “nur” Lehrer sind, sondern das wir so viel mehr sein können. Und das ist es doch, was wir alle erreichen wollen.

Natürlich können wir in unserem Jahr nicht die ganze Welt veränden – aber die Welt von ein paar Personen zu bereichern und etwas besser zu machen, ist doch ein ganz guter Start.

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Halbzeit in Costa Rica: Projekt Summer School – ein voller Erfolg



Geschrieben am Dienstag, 16. April 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Rebecca über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Schon etwas über die Hälfte meiner Zeit hier an der Universität ‚UNADECA‘ in Costa Rica ist vergangen und ich kann es noch gar nicht fassen, dass es nicht mehr lange dauert bis ich wieder in meiner alten Umgebung wohnen werde. Die Zeit vergeht wie im Flug und man wird um viele Erfahrungen reicher. Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde, ist die Sommerschule für Kids.

Projekt Summer School

Ungefähr drei Wochen vor dem Start der Summer School haben wir drei Freiwillige uns zusammengesetzt und ein zweiwöchiges Programm für die Kinder zusammengestellt. Natürlich sollten die Kids mit viel Spaß und vielen Spielen an die englische Sprache herangeführt werden. Somit reichte das Programm von Wasserspielen über Basteln bis hin zu Backen und Singen.

Als das Programm feststand haben wir uns aufgemacht und sind einkaufen gegangen. Da die Geschäfte hier nicht alle so nah beieinander sind und wir kein Auto haben, war das mit etwas Stress, Laufen und einigen Taxifahrten verbunden. Aber schließlich haben wir alles gefunden und das Spektakel durfte beginnen.

Für mich persönlich war die Summer School eine wundervolle und nicht zu vergessende Erfahrung. Zuvor hatte ich immer nur Englisch unterrichtet oder Nachhilfe gegeben, doch in der Sommerschule sollte es anders werden.
Das Verhältnis von Lehrer und Schüler ist hier in Costa Rica völlig anders als in Deutschland. Die Kinder kommen zu dir und umarmen dich, während sie mit einem zuckersüßen Akzent „Hello Teacher“ sagen. Einfach ein schönes Gefühl, wenn die kleinen Kids dir zeigen, wie sehr sie dich mögen. Sie haben schon viel Spaß mit Kleinigkeiten, aber besonders die Wasserspiele und das Plätzchen/Pizza backen hat ihnen gefallen. Für die Wasserspiele haben wir Wasserbomben (Luftballons mit Wasser gefüllt) vorbereitet und Wasserpistolen besorgt. Das war der reinste Spaß und jeder ist nass geworden.

Die Kinder haben das Programm sehr genossen und mit sehr viel Freude gebastelt, gesungen, getanzt und nicht zu vergessen geschauspielert. Wir haben uns für den letzten Tag eine Präsentation für die Eltern ausgedacht. Die Kinder haben Lieder gesungen und die Bibelgeschichte „Daniel in der Löwengrube“ aufgeführt. Außerdem hat jeder kleine Teilnehmer eine Urkunde und ein selbst gebasteltes Fotoalbum mit Bildern von den erlebten zwei Wochen bekommen.

Ich bin froh, dass wir den Kindern so viel Freude bereiten konnten und es war eine große Bereicherung für mich.

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„Botschafter für eine bessere Zukunft“: Ein Freiwilliges soziales Jahr in Costa Rica



Geschrieben am Mittwoch, 20. März 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Samuel über seine ersten Eindrücke aus Costa Rica

Es ist Sonntagmorgens, 8.00 Uhr, die Sonne scheint: 25 begeisterte Kinder und Jugendliche betreten den Fußballplatz. Es ist eine große Mischung aus Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren.

„Jóvenes Embajadores“ ist der Name des neuen Sport- und Bildungsprojektes für Kinder und Jugendliche von ADRA Costa Rica und bedeutet auf deutsch so viel wie „Jugendbotschafter“. Botschafter zu werden, ist das Ziel dieser Kinder, in einem Land, indem eine Vielzahl ihrer Freunde in ihrem Alter zu Drogen und Alkohol greifen und so die Kriminalitätsrate von Jahr zu Jahr steigt. Diesem Trend soll gezielt entgegengewirkt werden.

Nach einem willkommen heißen und einem gemeinsamen Gebet beginnt das Fußballtraining um 8.30Uhr. Teamfähigkeit, Akzeptanz zueinander und gegenüber dem anderen Geschlecht, Freude am Sport und das Ziel, gemeinsam etwas zu erreichen, sollen gefördert werden. Hinzu wird den neuen „Botschaftern“ ab März auch Englischunterricht angeboten. So soll schließlich den Kindern in Heredia, einer Provinz in Costa Rica, durch die Vermittlung von Werten und die Förderung ihrer Fähigkeiten, eine neue Lebensperspektive gegeben werden.

Ein Freiwilliges soziales Jahr im Ausland verläuft oft ganz anders, als man sich es vorstellt. So wurde uns vor unserem Aufenthalt hier mitgeteilt, dass wir in einem Ziegelsteinprojekt arbeiten werden, wo der Gewinn zur Unterstützung von sozialen Projekten von ADRA Costa Rica verwendet werden soll. Leider wurde nichts aus dem Projekt, da die aktuelle Maschine nicht für die gebrauchten Steintyp in Costa Rica geeignet ist. Hierzu ist die Anschaffung einer neuen Maschine notwendig, wozu leider die Gelder fehlen.

So konnten wir ziemlich schnell feststellen, dass sich die Kultur und Arbeitsweise stark von der unserer deutschen unterscheidet. Wir vermissen oft die deutsche Pünktlichkeit und Disziplin, auf der anderen Seite sprühen die Menschen hier nur so vor Lebensfreude, was wiederum schwer in Europa anzutreffen ist.

Diese Umstände brachten uns zu einem neuen Projekt. Dabei arbeiten wir nun in erster Linie an der Etablierung der „Aktion Kinder helfen Kindern!“, was euch aus Deutschland sicherlich bekannt ist. Hierbei besteht unsere Hauptaufgabe darin, einen Finanzplan zu erstellen, Geld- und Sachspenden bei der wohlhabenderen Bevölkerung zu sammeln, das Projekt in Schulen, Gemeinden und Kindergärten bekanntzumachen, Flyer zu verteilen und ein Bewusstsein für Armut in der Bevölkerung durch das Halten von Vorträgen zu schaffen.

Am 25. Februar werden wir bereits die erste Paketaktion durchführen und 500 Kinder aus ärmeren Familien zur Einschulung mit nötigen Schulsachen wie „Heften, Stiften, Radiergummis usw.“ versorgen. Gewinnüberschüsse aus dem Projekt „Aktion Kinder helfen Kindern!“ werden schließlich zur Unterstützung von „Jóvenes Embajadores“ verwendet.

Die Hälfte unseres Freiwilligeneinsatzes ist bereits verstrichen und wir haben noch große Ziele, für den Rest unseres Aufenthaltes. Auch den Start des Ziegelprojektes haben wir noch nicht abgehakt, wir benötigen lediglich 6000 $ für eine neue Maschine. Sollte sich also jemand angesprochen fühlen, diesen Betrag zu spenden, kann er sich gerne an uns wenden 😉

Neben der sozialen Tätigkeit bietet ein FSJ auch die wunderbare Möglichkeit, eine neue Kultur, eine neue Sprache und ein neues Land kennenzulernen. Auch wenn die Menschen hier fast den ganzen Tag nur Reis und Bohnen essen, bereitet es uns eine riesige Freude, auf der anderen Seite der Erde ein Jahr unseres Lebens zu verbringen und so hatten wir auch schon die Gelegenheit, die costa-ricanische Vielfalt an Stränden, Wasserfällen, Tieren, Bergen und der traumhaften Natur zu genießen.

Ich bin Gott dankbar, hier sein zu dürfen. Wir FSJler wollen versuchen, wie die begeisterten Kinder, „Botschafter“ zu sein, indem wir ein Stück Hoffnung vermitteln und einen Teil unseres Lebens spenden und an sie weitergeben.

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