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Das Backen kommt mir gar nicht spanisch vor…



Geschrieben am Donnerstag, 04. März 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

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…es ist ja auch argentinisch! 😀

Nach einer kurzen Sommerpause läuft die Bäckerei wieder auf Hochtouren und Karin, ich und der Bäcker produzieren Brot und Brötchen, viel Süβ- und Salzgebäck und natürlich die typisch argentinischen “Facturas” und “Torta Fritas”.

So stehe kurz vor 7 Uhr in der warmen Bäckerei und fange an die Facturas mit Pudding und Obst bzw. Trockenfrüchten zu belegen und zu backen. Kurz nach Ladenöffnung (9 Uhr) lachen dann neben vielen anderen leckeren Dinge etwa 300 frischgebackene Facturas die Kunden an.

Auf mich warten dann Plätzchen, die meine ganze Kreativität erfragen; Süβgebäck, wie eine Art kleiner Linzertorten oder Schweinsohren die zum Verkaufen glasiert und mit Kokosraspeln bestreut werden und an manchen Tagen darf ich dann noch Pizzateig in die Luft werfen… 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach den 4h in der Bäckerei fahre ich dann zum “Centro Esperanza”, in dem ich wohne und mittags arbeite. Ich koche mir dann etwas und habe Zeit mich auszuruhen, denn erst um 15 Uhr beginnt die Ferienkolonie, die jedes Jahr in den Sommerferien angeboten wird, mit einer Andacht mit allen Mitarbeitern. Um 15:30 Uhr wuseln dann etwa 60 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren auf dem ganzen Gelände herum und wir Gruppenleiter (Karin, ich und eine argentinische Jugendliche) trommeln “unsere” Kinder in den Versammlungsraum und beginnen mit der Andacht.. Neben vielen christlichen Liedern – die Kinder sind echt gut im Auswendiglernen der Lieder – lauschen wir einer biblischen Geschichte.

Die Ferienkolonie hat dieses Jahr den Titel “Kinder in der Küche” und so lernen sie in 3 Stationen gesund zu kochen, was überhaupt gesund ist und in der dritten Station setzen sie das Gelernte künstlerisch um.

Meine Aufgabe ist es die Gruppe der 6 bis 8Jährigen von Station zu Station zu bringen und dort jeweils dem Stationsleiter zu helfen. Nach den Stationen geht’s dann nach drauβen und wir machen alle zusammen Sport: Fuβball, Völkerball, Stationenlauf oder wenn es warm genug ist haben wir noch ein aufgestelltes Schwimmbecken zur Verfügung.

Eine halbe Stunde vor Schluss essen wir gemeinsam mit der Rasselbande und wenn dann um 19:30 Uhr alle Kinder nach Hause laufen freue ich mich über den schönen Tag, aber bin dann auch sehr müde, denn es ist immer sehr laut und anstrengend mit so vielen Kindern.

Es ist für mich eine neue Erfahrung eine “Seño” (= Lehrerin) zu sein, denn zuvor war ich immer Helferin im Kindergarten. Nun bin ich aber für 22 Kinder verantwortlich, die alles von mir abverlangen. Die Arbeit mit ihnen macht mir sehr viel Freude und auch wenn ich manchmal nicht so gut spanisch spreche oder ich mich nicht so intensiv mit jedem Einzelnen beschäftigen kann, zeigen sie mir doch, dass ich die Arbeit gut mache. Wenn ein Kind auf mich zugerannt kommt und mich umarmt oder sich bei mir ausheult dann freue ich mich immer sehr.

Im Centro Esperanza versuchen wir allen Kindern soviel wie möglich Liebe und Aufmerksamkeit zu geben. Auch dass sie Gott kennenlernen und etwas Warmes zu essen haben ist uns sehr wichtig. Ich bin wirklich sehr froh und dankbar hier mithelfen zu können – mit den Kindern und auch in der Bäckerei, die das Projekt finanziell unterstützt.

Nun liegt noch eine Woche Ferienkolonie vor mir und ich werde alle Hände voll zu tun haben, denn die letzten 2 Tage übernachten wir auf einem sehr schönen Gelände.

Liebe Grüβe aus dem sommerlichen Bariloche,

Cassandra

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