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Dinosaurier im Kindergarten



Geschrieben am Montag, 27. Juli 2009 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

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Nach einem Bericht von Marcelo:

Nachdem ich in der letzten Email von meiner Arbeit in der Bäckerei erzählt habe, will ich nun ein wenig auf meine Arbeit im Kindergarten eingehen…
Die Kinder in meiner Gruppe haben sich so langsam an uns gewöhnt und es kehrt ein wenig Ruhe in unsere Gruppe ein. Ausnahme ist da natürlich ein jeder Montag, denn da sind die Kinder ganz besonders aufgedreht, als hätten sie zwei Tage lang ihre Batterie aufgeladen nur um den Kindergarten auf den Kopf zu stellen.


Seit einigen Wochen ist eines unserer größten Bastelthemen Dinosaurier, in den letzten Wochen haben wir alles  Erdenkliche in Form von Dinos mit den Kindern gebastelt. Wir werden mit den Kindern eine kleine Ausstellung für die Eltern in unserem Kindergarten machen. Bei der Gelegenheit können die Eltern bestaunen was ihre Kinder alles können.

In den letzten zwei Wochen haben fünf von den sechs Mädchen aus meiner Gruppe angefangen sich um meine Aufmerksamkeit verstärkt zu bemühen. Gabi, die mittlerweile von den Erzieherin auch meine Tochter genannt wird, hängt wie ein Magnet an mir. Ihr Vater ist vor einigen Monaten von Zuhause ausgezogen und nach Chile zurückgekehrt, nun hat sie keinen Papa mehr und weint sehr oft im Kindergarten, weil sie ihren Papa so sehr vermisst. In mir hat sie einen guten Ersatz gefunden, allerdings kann sie noch nicht so ganz verstehen, dass es in meiner Gruppe auch noch 22 andere Kinder gibt, um die ich mich zu kümmern habe. Fälle wie Gabi gibt es in meiner Gruppe zuhauf, denn es gibt sehr viele Kinder in unserem Kindergarten die ohne Papa aufwachsen.
Seit einigen Wochen, mache ich für alle Gruppen nun auch Dienstags den Sportunterricht, Janek macht ihn am Donnerstag. So heißt es sich am Montag was Gutes einfallen zu lassen, was man mit den Kindern so alles machen kann, es ist zwar nur eine halbe Stunde, doch die kann einem schon ziemlich lang vorkommen, wenn man nicht weiß was man noch machen kann.
Letzte Woche habe ich mit den großen Stühlen die immer in dem Raum stehen(denn er wird auch als Gemeindesaal benutz) einen riesen langen Tunnel für die Kinder gebaut. Ganz besonders haben sich da die zwei Jährigen gefreut, sie haben die komplette Zeit damit verbracht unter den Stühlen zu grabbeln und auf den Stühlen zu laufen.
Am 28. April war hier in Argentinien der Tag der Tiere („dia de animal“), normal interessiert das keinen, doch im Kindergarten ist das natürlich anders. Der dia de animal ist für die Kinder einer der besten Tage im Jahr, denn sie kommen alle verkleidet in den Kindergarten und meistens geben sich die Eltern bei der Verkleidung richtig viel Mühe, damit ihr Kind die schönste Verkleidung hat. Dazu gibt es dann noch einen kleinen Auftritt von allen Gruppen. Wir haben ein kurzes Lied gesungen, über Gott, den König der Welt und dazu noch Handbewegungen zum Lied gemacht. Für die Kinder ist das zwar ein wenig stressig, denn einige leiden unter Lampenfieber, doch die Eltern freuen sich über so etwas immer ganz besonders. Der Saal in dem wir diese Auftritte immer machen, ist bei jeder Aufführung der Kinder immer gerammelt voll, obwohl es der größte Saal ist den wir im Kindergarten haben.
Das Wetter hier in Bariloche ist leider für mich als Schönwetterkind nicht mehr ganz so schön. Der Herbst zeigt sein besonders hässliches Gesicht, es regnet, stürmt, man geht im Dunkeln zur Arbeit und kommt im Dunkeln wieder heim und vor allem wird es bei uns im Haus bitter kalt. Diesen Samstag haben wir einen neuen Negativrekord bei uns aufgestellt, als ich mich aus dem Bett gekämpft hatte und ein Blick auf das Thermometer warf, war es 12°C. Am liebsten wäre ich zurück in mein Bett gekrabbelt und wäre dort den ganzen Tag geblieben. Dass ist mittlerweile auch der größte Kampf den wir uns beide stellen müssen…. Morgens aufstehen…
Um unser Haus ordentlich zu heizen muss eigentlich den ganze Tag über der Ofen an sein,.Das schaffen wir meistens nur am Sonntag, denn da ist einer von uns meistens über den ganzen Tag zuhause. Wenn dann noch im Kindergarten, so wie gestern, die Heizung ausfällt und man in Jacke herumlaufen muss, fragt man sich echt, warum man nicht den ganzen Tag in der warmen Bäckerei arbeiten kann, denn das ist meistens der einzig richtig warme Platz hier.

So das war es dann von meiner Seite aus…

Viele Grüße & Abrazos

Euer Marcelo

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