ADRA Live! Weltwärts Quifd-Siegel

Mit Machete statt Kugelschreiber



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 24. Januar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Caleb über sein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kinderheim in Bolivien.

Nach der 16-stündigen Anreise und einer 40-minütigen Fahrt durch die turbulente, ungewöhnlich heiße Millionenstadt Santa Cruz, kamen wir endlich im Hauptsitz unseres Partnerprojektes „Ame Bolivia“ an, wo wir mit einem Willkommensfrühstück empfangen wurden. Mit dem ersten Biss in ein kleines, hartes Stückchen Brot wurde mir klar, auf was ich mich eigentlich eingelassen hatte. Ganze 52 Wochen in einer komplett unbekannten Umgebung, mit unbekannten Menschen, einer fremden Kultur und weggerissen von allem, was mir bekannt war. Nach der ersten Woche in Santa Cruz durften wir dann unser eigenes Projekt „El Sauce“ kennenlernen.

Die erste Überraschung

El Sauce ist ein Kinderheim in Samaipata und ist ein zu Hause für Kinder aus teils schwierigen Verhältnissen. Die Mission des Projekts ist, uns von den Erträgen unserer Biofelder selbst finanzieren zu können. In der Erwartung, in direktem Kontakt mit den Kindern zu arbeiten, waren wir schon mit zahlreichen Puzzles, Buntstiften und weiteren Unterhaltungsgegenständen ausgestattet. Zu unserer Überraschung teilte man uns gleich am ersten Tag mit, dass wir in das Landwirtschaftsteam eingeteilt wurden. Nach 12 Jahren, in denen wir Tag für Tag nur in der Schule saßen, war es anfangs ungewöhnlich von Bleistift und Kugelschreiber auf Hacke und Machete umzusteigen. Aber es dauerte nicht lange, bis wir selbst die Kunst des Pflügens, des Pflanzens unserer neun verschiedenen Arten von Salat und des Wässerns gelernt hatten. So verbrachten wir unsere ersten Monate. Da wir während unserer Arbeit nicht oft zum Spanisch sprechen kamen, nutzten wir unsere Freizeit, um mit den Kindern Fußball oder Volleyball zu spielen und trauten uns somit langsam an die neue Sprache heran.

Wir gehören dazu

Mit der Zeit hatten wir auch die Gelegenheit, das nahegelegene Dorf Samaipata zu erkunden und es dauerte nicht lange, bis wir das Dorf in unser Herz schlossen. Gefühlt besteht Samaipata größtenteils aus Hippies, welche auf Reise sind oder sich hier einfach niedergelassen haben, um Schmuckverkäufer, Straßenmusikant, Clown oder Koch zu werden. Die herrlichen Gerüche auf der Marktstraße, die bunten Farben der Schmuckstände, die gute Musik an der Plaza machen es einem unmöglich, Samaipata langweilig zu finden. Spätestens als wir immer öfter Bekannte auf den Straßen trafen, Empanadas schon für den halben Preis bekamen und uns in unserem Stammcafé serviert wurde, ohne dass wir bestellt hatten, wussten wir: Wir gehören dazu!

Was wirklich zählt

Mittlerweile sind tatsächlich sechs Monate vergangen und ich muss feststellen, dieser Ort war schon von Anfang an mein zu Hause und es gab keinen Moment, an dem ich mich „fremd“ fühlte. Es mag sein, dass hier Orangen anders gegessen werden, oder dass Hühnchen Fleisch als vegetarisch durchgeht, aber im Grunde genommen sind wir alle Menschen und das ist das Einzige was zählt!

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In 3 Schritten in die Ferne



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 16. Januar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Beryl über ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania.

Ein fremdes Land mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören und voll und ganz erleben, um dann festzustellen: es ist gar nicht so fremd.  Bevor ich im wilden Afrika gelandet bin, konnte (und wollte) ich mir gar keine großen Gedanken darüber machen, was mich wohl alles erwarten würde. Innerlich hatte ich mich eigentlich nur auf drei Dinge vorbereitet: Hitze, Heimweh und himmelhohen Stress.

So viel zur Hitze

Meine Mitfreiwillige Alwina und ich brauchten ein paar Tage, um zu begreifen, auf welchem wunderschönen Fleckchen Erde wir uns wiedergefunden haben – ehrlich gesagt, haben wir bis zum heutigen Tag nicht ganz begriffen, dass wir auf einem ganz anderen Kontinent sind. Ganz anders als man sich die trockenen Steppen Afrikas vorstellt, ist der Ort unseres tansanischen Zuhauses. Hier in Usa River, ganz nah an der Touristenstadt Arusha, ist es grün und blumig und frisch und wie der Name schon verrät, voller kleiner Flüsse und Bäche. Und was uns immer wieder neu umhaut ist die Aussicht, wenn man seinen Blick zum Himmel hebt: unsere kleine Stadt liegt am Fuße des Berges Mount Meru und ich müsste eine Münze werfen, um zu entscheiden, ob ich Meru oder den Kilimanjaro höchstpersönlich beeindruckender finde, den man an klaren Tagen selbst von hier aus richtig toll sehen kann. Dank der Berge herrscht hier ein super angenehmes Klima und selbst im tansanischen Hochsommer ist es keine drückende Hitze, die einem zu schaffen macht, sondern viel eher…

Heimweh

Der vierte Monat war von Anfang an mein Angstmonat gewesen. Nachdem turbulente drei Monate vergangen sind, war ich mir sicher, dass nicht mehr viel Neues folgen würde, die Weihnachtszeit würde unweihnachtlich kommen und gehen und im schlimmsten Fall hätte ich Heimweh. Jetzt nach beinahe sechs Monaten frage ich mich, wo bloß die Zeit geblieben ist. Noch nie sind mir die Tage und Wochen so davongeflogen. Natürlich hält mich hier vieles auf Trab, zum Beispiel, dass wir jetzt ganz alleine wohnen, einkaufen, kochen, putzen und Wäsche waschen. Aber der Grund, warum wir uns hier so heimisch fühlen ist eigentlich unsere Gastfamilie, in deren Gasthaus wir untergekommen sind. Mama Pendo und Baba Daniel und ihre drei Töchter Masu, Joy und Glory sind inzwischen unsere afrikanische Familie und vertreiben jeden Anflug von Heimweh, wenn wir uns abends zusammen treffen, mal zum Essen eingeladen sind oder gemeinsam Andacht halten. Sie und auch unsere lieben, einheimischen Nachbarn helfen uns jeden Tag ein bisschen mehr Swahili zu lernen und wir merken, wenn du ihre Sprache sprichst, gehörst du dazu. Die Menschen hier sind ein herzliches Volk, denen Familie und Gastfreundschaft das Wichtigste ist. Tja, dann brauche ich mir wohl nur noch um eines Sorgen zu machen…

Der Stress geht mir bis hier!

„The Voice Secondary School“ so heißt unser Projekt, ein adventistisches Internat für die Klassen 8 bis 11. 20 Minuten Fußmarsch ist diese Schule entfernt, die ein Jahr lang mein Arbeitsplatz sein wird und ich habe befürchtet, dass mir die Umstellung vom Schüler zum Lehrer sehr zu schaffen machen würde. Nach dem ersten Gespräch mit dem Schulleiter war klar: alles was die Schüler und Lehrer von uns verlangen, ist, dass wir uns hier wohl und als Mitglied des Teams fühlen und unser Wissen mit den Schülern teilen. Dabei haben wir alle Freiheiten bekommen, die wir uns nur wünschen können. Bis jetzt habe ich am Nachmittag Französischunterricht gegeben und öfter mal den Englischunterricht übernommen. Bald darf ich auch Deutsch in Vormittagskursen unterrichten und es macht Spaß zu sehen, wie eifrig die Schüler bei der Sache sind. Für die Unterrichtsvorbereitung hat man zwischen den Stunden genug Zeit. Aufwand muss schon sein, aber von Stress ist nun wirklich nicht die Rede!
Außerhalb des Unterrichts sind die Schüler wie ausgewechselt: in den Mädchenschlafsälen herrscht ständig ein aufgeregtes schwatzen, Spiele und Geschichten werden ausgetauscht und Alwina und ich sind nur allzu gerne dabei und hören sie uns an, während draußen auf dem Sportplatz die Jungs wieder die Fußbälle fliegen und sich anfeuern lassen.

Ich bin erst knappe sechs Monate hier und merke immer mehr, wie sich alle meine anfänglichen Befürchtungen einfach in Luft auflösen. Man muss nur den Schritt aus seiner Komfortzone wagen. Alles andere kommt dann von allein.

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Meine Erlebnisse in Lesotho – „The Kingdom in the Sky“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 16. Dezember 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Marina über ihre Arbeit in einem kleinen privaten Krankenhaus in Lesotho.

Die wunderschönen Maluti Mountains und Hügel über Hügel haben mich schon in der Luft begrüßt, als mein Flugzeug sich langsam über Maseru, der Hauptstadt Lesothos senkte. Lesotho ist ein Land, das mit seiner wunderschönen Natur wahrscheinlich so fast jedes Herz in Anspruch nimmt!

Und mindestens genauso herzlich bin ich von den Menschen empfangen worden. Die Basotho sind ein sehr hilfsbereites und friedliches Volk, das ganz andere Denkweisen und Gewohnheiten hat als wir Europäer. Aber es ist Goldwert eine andere Kultur so hautnah erleben zu dürfen. Mit den Menschen zu leben, den täglichen Herausforderungen zu begegnen, die einem manchmal das Leben schwer machen, aber über die man später herzlich lachen kann und auch ganz gewiss noch an seine Enkel weitergeben wird! Die Wäsche mal mit der Hand zu waschen und das meistens am Sonntagmorgen, wenn man doch am liebsten noch in seinem warmen Bett bleiben würde!
Wenn morgens um fünf der Hahn kräht wird der Tag begonnen und am Abend, wenn die Hühner ihr Schlafgemach betreten ist dies auch der Fall für fast jeden Bürger im Dorf.

Doch die Erfahrungen, die ich in Lesotho machen darf, sind ein Segen für mich! Dann ist es auch gar nicht so schlimm, seinen Tagesablauf ein wenig zu ändern :-)!

Meine täglichen Verpflichtungen

Ich arbeite als Medizinassistentin-Chirurgie (B. Sc.) in einem kleinen privaten Krankenhaus im Herzen der Stadt Teyateyaneng mit.

Nach der morgendlichen Visite warten meist schon ganz viele Patienten auf ihre Behandlung. So begeben wir uns dann als kleines Team von zwei Ärzten, einem Medizinstudenten und mir gemeinsam mit den Krankenschwestern an die Arbeit. Die Menschen haben überwiegend mit Infektionen jeglicher Art zu kämpfen, da die HIV-Rate im Land erschreckend hoch ist.

Neben der Arbeit in der Klinik bieten wir auch an drei Tagen in der Woche „Primary Health Care“ für Mitarbeiter in Textilfabriken an.

Ja, so schaut im Moment mein Alltag aus… 🙂 Abwechslungsreich und sehr lehrreich!

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Wie ein zweites Zuhause!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 28. November 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Jona, der in Bolivien sein zweites Zuhause gefunden hat.

Kaum hatte ich erfahren, dass meine Reise nach Bolivien gehen soll, da war ich schon da! In den ersten Wochen konnte ich noch nicht wirklich realisieren, dass ich auf der Südhalbkugel gelandet bin. Aber trotz gesundheitlichen und sprachlichen Startschwierigkeiten habe ich mich schnell mit Land, Kultur und Einwohnern angefreundet.

Hier läuft so einiges anders ab

Erstmal musste ich mich an einiges Neues gewöhnen. Während in Deutschland alles perfekt laufen muss, reicht es hier, wenn die Dinge kurz vor dem Totalschaden noch einigermaßen funktionieren. Wegschmeißen kommt da erstmal gar nicht in Frage, wenn man mal vom wirklichen Müll absieht. Der landet nämlich entweder auf der Straße oder wird verbrannt. Wenn ich hier einen Müllwagen sehe, muss ich schon leicht schmunzeln.
Nach der ersten Fahrt mit dem Auto war ich direkt von den Autos und dem Fahrstil begeistert. Wessen Hupe hier nicht funktioniert, sollte besser zu Fuß gehen! Denn wer zu zuerst hupt, hat Vorfahrt – so einfach ist das. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Die Pflicht ruft!

Zusammen mit Florian unterstütze ich ein Jahr lang das Projekt „AMe Bolivia“, welches hilfsbedürftigen  Menschen rund um Santa Cruz ein neues Zuhause, Essen und ein Dach über dem Kopf bietet. Mit unterstützen meine ich arbeiten, denn wir sind von morgens bis abends auf den Beinen. Während wir den Patienten, welche hauptsächlich körperlich beeinträchtigt sind, 3 Mahlzeiten am Tag servieren, arbeiten wir zwischendurch im Garten und haben mit Hammer, Axt und Schaufel eine große Bandbreite an unterschiedlichen Arbeiten zu erledigen. Den Ruhetag mit anschließendem Sonntag können wir „Zuhause“ nicht ohne Arbeit verbringen, jedoch bieten sich die nächsten zwei größeren Städte zur Erholung an, wo wir viele neue Freundschaften schließen konnten. Da sind wir über die große Gastfreundschaft sehr dankbar!

Zweites Zuhause

Erst konnte ich kaum glauben, dass ich in Bolivien angekommen bin und schon fühle ich mich wie Zuhause. Viel Natur, Freiheit und offene Menschen haben es mir leicht gemacht, mich sehr schnell wohl zu fühlen. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe, die Welt einmal von der anderen Seite sehen zu können– und das nicht nur geografisch.

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Voll und ganz angekommen!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 14. November 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Rahel über ihre Arbeit im „Rehabilitation & Education Center“ Kaijado.

Die ersten Wochen

Am 5. August kamen wir von Abenteuerlust gepackt in Nairobi an. Nachdem wir unser Touristenvisum bekommen hatten, fuhren wir zusammen mit den Leitern in unser neues Zuhause, wo wir herzlichst empfangen wurden! Die Mädels, die auch über die Ferien im „Rehabilitation & Education Centre“ geblieben sind und die anderen gefühlt 10.000 Menschen, die wir an den ersten Tagen kennengelernt haben, waren so freundlich, aufgeschlossen und witzig, dass ich mich von Beginn an sehr wohl gefühlt habe. Die nächsten Wochen hatten wir Zeit, uns einzuleben, bevor es mit unserer Hauptarbeit losging.

Unsere Aufgaben

Ab unserer vierten Woche wurde es besonders spannend, denn ich begann meine Fähigkeiten als „Teacher-Rahel“ auszutesten. Wir haben unsere Unterrichtsstunden so aufgeteilt, dass jeder zwölf in zwei verschiedenen Klassen pro Woche unterrichten kann. Oft wird es allerdings doch mehr, da ich viele Stunden spontan übernehme. Ich unterrichtete die Schüler in Deutsch, Musik, Sport, Kunst und etwas Geographie. Dies bereitet mir stets viel Freude, denn die Schüler (natürlich immer mit einigen Ausnahmen) sind sehr wissbegierig und lernen schnell. Wenn ich „frei“ habe, wird es trotzdem nie langweilig, da unsere Aufgaben sehr vielfältig sind und es immer etwas zu tun gibt. Neben dem Unterrichten, verbringe ich noch viel Zeit auf dem Feld, in der Küche oder helfe der Direktorin im Office.

Das Essen

Auch unsere Essgewohnheiten haben sich in den drei Monaten sehr verändert. Die ersten Tage haben wir von dem nach nichts schmeckendem Ugali kaum etwas herunter bekommen, vor allem, da das Verhältnis zum Gemüse für uns falsch erschien (ein riesen Teller Ugali, mit nur einem kleinen Klecks Kraut). Mittlerweile lieben wir es aber beide sehr, ebenso wie Githerie, eine Mischung aus Reis und Bohnen. Außerdem sind wir nach viel Übung richtige Profis im Chapati machen. Sie sind ähnlich wie Pfannkuchen und schmecken richtig gut!

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Zwischen Zungenbrecher-Wettbewerben und gebügelten Quesadillas



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 03. November 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Debora über ihr „neues Leben“ an der Universität „Linda Vista“ in Mexiko.

Seit August ist „Linda Vista“ (dt.: Schöne Aussicht) mein neues Zuhause. Hier an der adventistischen Universität sind ich und meine Mitfreiwillige Sarah als Lehrerinnen für Englisch, Französisch und Deutsch angestellt und unterrichten Klassen zwischen Stufe 7 und Universität, außerdem geben wir Abendkurse. Sowohl mein soziales, als auch mein Schulleben wurden vollkommen auf den Kopf gestellt und das nicht nur, weil ich jetzt hinterm Lehrerpult stehe. Hier läuft der Unterricht nämlich insgesamt ein wenig anders ab, als in Deutschland. Statt Stillarbeit und Lehrervortrag, sollen die Schüler hier selbst aktiv werden. Das bedeutet, dass jeweils eine Schülergruppe verantwortlich für den Stundenbeginn ist (es wird ein Lied gesungen, ein Bibelvers gelesen und gebetet). Zusätzlich gibt es viel Gruppen- und Partnerarbeit, sodass im Klassenzimmer eigentlich nie Ruhe herrscht. Am schönsten ist es aber natürlich, wenn eine Stunde mal besonders ausfällt, zum Beispiel mit einem Zungenbrecher-Wettbewerb. Hierbei treten die Schüler in Gruppen gegeneinander an. Derjenige, der den englischen Zungenbrecher am besten ausspricht, bekommt einen Punkt. Die Gruppe mit den meisten Punkten hat sich am Ende jeweils einen AMCO-Dollar verdient, die „Währung“ der Englisch-Akademie, welche sie am Ende gegen verschiedenste Prämien eintauschen können.

Neues Leben – neue Freunde – neue Regeln

Natürlich verändert sich bei so einer Lebensumstellung auch der ganze Freundeskreis. Hier will eigentlich jeder mit „las alemanas“ (den Deutschen) befreundet sein oder zumindest ein Foto mit uns Sonderlingen haben. Wie beliebt wir tatsächlich sind, fällt ganz besonders bei speziellen Festivitäten, wie dem „Día de la independencia“ (mexikanischen Unabhängigkeitstag) auf. Wir haben an diesem Tag gefühlt 165923487 Fotos mit vielen, teilweise total unbekannten Leuten gemacht. Tatsächlich haben Sarah und ich an dem Tag sogar einen Heiratsantrag bekommen. Doch wir haben auch wahre Freunde gefunden, mit denen wir reden, lachen und auch mal traurig sein können. Mexikaner sind nämlich echt freundliche, liebevolle Menschen, mit denen sich schnell eine Freundschaft aufbauen lässt. So haben wir uns beispielsweise auch mit dem Putzjungen der Englisch-Akademie angefreundet. Dieser putzt immer abends nach unseren Abendkursen die Klassenräume. Zusätzlich zur Englisch-Nachhilfe, albern wir auch gerne mal herum oder machen Papierweitwurf. Manchmal haben wir nämlich genug vom Erwachsensein, aber natürlich nur, wenn alle unsere Schüler oder Kollegen außer Sichtweite sind. Da wir hier ja Lehrer sind, müssen wir uns auch so verhalten, was bedeutet, dass wir anständig gekleidet sind, immer fröhlich sind und uns einfach von den teilweise älteren Schülern abheben müssen.

Mexikaner werden in 3, 2, 1…

Wenn man ein wahrhafter Mexikaner sein möchte, darf eine Sache nicht fehlen: Das mexikanische Essen! Tatsächlich scheint Chili zwar typisch mexikanisch zu sein, jedoch essen lange nicht alle Mexikaner scharf. Sarah und ich haben uns schon an die Kunst des scharfen Essens herangetraut und teilweise etwas übertrieben, jedoch sind wir im Vergleich zu manchen Mexikanern doch noch sehr schlecht. Doch Chili ist nicht alles in der mexikanischen Küche, da diese aus so vielfältigen Gerichten besteht, die nur eins gemeinsam haben: Tortillas (und meistens Bohnen). Tortillas gibt es hier jeden Tag zu jeder Mahlzeit in verschiedensten Ausführungen. Ein Gericht, das wir ganz besonders gerne mögen, sind Quesadillas (Tortillas + Queso (dt.: Käse) = Quesadillas) und zwar so gern, dass wir uns schon selbst an das Herstellen dieser Köstlichkeit herangetraut haben. Das Problem daran? Wir haben gar keine Küche! Jedoch haben wir es in den drei Monaten hier schon gelernt, erfinderisch zu sein (und außerdem einige Tipps von unseren Vorgängern bekommen), sodass wir die Quesadillas einfach auf einem Bügeleisen „gebügelt“ haben. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war erstaunlicherweise auch echt lecker!

Mehr als ein besonderes Jahr: Eine Vorbereitung auf mein ganzes Leben

Seit August ist „Linda Vista“ mein neues Zuhause und ich bin froh um jeden Tag, den ich hier verbringen darf, an dem ich wachsen kann und Gott und meinen Mitmenschen dienen darf. Ich bin dankbar für die riesengroße Chance, ein ganz besonderes Jahr erleben zu dürfen und durch Höhen und Tiefen innerlich zu reifen und auf ein eigenständiges Leben vorbereitet zu werden!

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Приветстваме в България!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 17. Oktober 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Ekatarina über ihre ersten Eindrücke von Bulgarien.

Ich wusste zwar schon ein halbes Jahr vorher, dass ich einen Freiwilligendienst in Bulgarien machen werde, aber erst richtig bewusst wurde mir das Ganze im Flugzeug. Dort wurde mir auch klar, dass ich überhaupt nicht wusste, was auf mich zukommen wird. Daher war ich sehr unvoreingenommen und ließ mich überraschen.

Die ersten Wochen…

Ab dem Zeitpunkt, als meine Mitbewohnerinnen mich vom Flughafen abholten, verging die Zeit viel zu schnell. Jetzt bin ich schon zwei Monate hier und habe immer noch das Gefühl als wäre ich erst letzte Woche angekommen.

In den ersten Wochen war aufgrund der Ferien sehr wenig los. Meine Arbeit bestand nur aus Vorbereitungen von Präsentationen und Spielen für die Schulen. Eine Woche nach meiner Ankunft nahm meine Chefin mich auf eine 3-tägige Konferenz in Stara Zagora mit. Dort lernte ich meine NGO „Infinite Opportunities Association“ und die Kampagne „No Hate Speech“, die wir unterstützen, kennen. Ich habe sehr viele Menschen getroffen, die sich stark für Menschenrechte und mehr Toleranz in der Gesellschaft einsetzen.

Die ersten Eindrücke…

Da der nationale Feiertag am 26. September in Bulgarien gefeiert wird, hatten alle für 4 Tage frei. In diesen Tagen lernte ich die bulgarische Kultur, die Traditionen, die Kleidung und das Essen kennen. Ich habe die bulgarische Kultur als sehr offen, hilfsbereit und freundlich empfunden.

Die ersten Ausflüge…

Da wir im September durchgehend 30 Grad hatten, verbrachten meine Mitbewohner und ich unsere Freizeit damit, das Land zu erkunden. Wir fuhren nach Plovdiv, um uns dort alle Sehenswürdigkeiten (Kirchen, Amphietheater, alte Gebäude, Ruinen u.a.) anzusehen.
An einem anderen Tag sind wir im Vitosha Gebirge (10 Minuten von unserer Wohung) 6 Stunden gewandert. Dort haben wir eine alte Kirche, einen Wasserfall und einen See besichtigt.

Als die Arbeit richtig anfing…

Im zweiten Monat ging es dann so richtig los. Wir fingen an wöchentlich Flüchtlinge in Englisch zu unterrichten, in einen Roma Kindergarten zu gehen und Präsentationen in Schulen über Menschenrechte, Toleranz und vieles mehr zu halten.

Am Ende meiner zwei Monate in Bulgarien kann ich nur sagen, dass ich mich langsam eingelebt habe und dass ich mich sehr wohl fühle. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und ich genieße jeden Tag, da ich weiß, dass die Zeit hier zu schnell vergeht.

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Ich beginne Sambia lieben zu lernen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 10. Oktober 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Joscha, der seit zwei Monaten ein Kinderheim in Sambia unterstützt.

Ohne Vorstellungen und ohne Erwartungen saß ich Anfang August im Flugzeug und habe versucht, mir auszumalen, wie ich das folgende Jahr erleben würde und was dieses Jahr mit mir macht. Dabei hatte ich nur sehr wenige Informationen über mein Einsatzland im Vorhinein gesammelt, da Erfahrungsberichte sehr rar zu finden sind, ich jedoch auch komplett unvoreingenommen an die neue Situation herangehen wollte. Da ich ein aufgeschlossener und neugieriger Mensch bin, dachte ich mir, werde ich mich an die neue Kultur schon gewöhnen. So kam es dann auch. Nach zwei Monaten in Sambia beginne ich nicht nur, mich an das Land zu gewöhnen, ich beginne, es lieben zu lernen.

Eine friedliche und gastfreundliche Kultur

Die sambische Kultur ist eine sehr offene, friedliche und gastfreundschaftliche Kultur. Die Unterschiede zur eher verschlossenen deutschen Mentalität werden sofort bewusst, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt, beispielsweise auf den zahlreichen Märkten frisches Gemüse kauft. Man wird gefühlt von jedem Dritten begrüßt und in nette Unterhaltungen verwickelt, aus denen man oft viel mitnehmen kann. Natürlich fällt man als einer der wenigen Weißen in meiner neuen Heimatstadt mehr auf und viele haben auch die Absicht, mir etwas zu verkaufen. Dennoch gilt es in der sambischen Kultur als unfreundlich nicht zu grüßen. Wenn man auf eine Begrüßung nicht reagiert, könnten einige sogar denken, dass man mental nicht mehr ganz fit ist. Die Freude fällt dann natürlich groß aus, wenn ich meinen Gegenüber in der einheimischen Sprache Bemba begrüßen und ein paar Worte in seiner Sprache wechseln kann. „Mulishani“-„Bwino. Mulishani“ ist dann auch nicht so schwer zu lernen. Schwierig wird es dann aber, wenn ich mich in andere Regionen begebe, da es in Sambia 72 verschiedene Stämme mit eigener Sprache gibt.
Sehr inspirierende Unterhaltungen über Religion, das sambische Liebesleben und das allgemeine Lebensverständnis habe ich mit meinen gleichaltrigen Arbeitskollegen, die jetzt aber wieder ganztags in der Universität sind, und einigen anderen neuen Bekannten geführt.

Kinder sind eben Kinder!

Die Offenheit wurde mir auch im Projekt entgegengebracht. Direkt in der Nacht meiner Ankunft sollte ich Mr.Pat (Pàdraig Ò Fainìn), der Direktor von Sables Nua und der Organisation ZAMDA, und seine Frau Madam Ima treffen. Als ich aus dem Minibus gestiegen bin, wurde ich auch schon gleich von zehn Kindern umarmend begrüßt. Zeit für eine richtige Begrüßung gab es vorerst noch nicht, da mich das nette irische Ehepaar direkt in meine Unterkunft gebracht hat, dafür hatte ich die nächsten Wochen dann aber Zeit genug.
Da ich genau in den Ferien angekommen bin, hatte ich vier ruhige Wochen nur mit den circa 20 Jungs, die in Sables Nua dauerhaft untergebracht sind. Sie haben zum Teil keine Verwandten mehr, wo sie unterkommen können oder die Situation lässt es nicht zu, bei ihrer Familie untergebracht zu werden. Trotz dieser Umstände und prägenden Erlebnissen in sehr jungen Jahren sind die Jungs zum Großteil sehr aufgeschlossen und immer bereit für Spaß – Kinder sind eben Kinder!
Die Tage haben wir mit dem Bewässern des wunderschönen Schulgeländes (welches wie der Name „Nua“ (Neu) sagt, erst 3 Jahre alt ist) und zahlreichen sportlichen Aktivitäten verbracht. Begeistert waren die Kinder, als ich ihnen zeigte, wie man Papierflieger bastelt und wir anschließend einen Weitwurf-Wettbewerb veranstaltet haben. Zudem organisiert Mr. Pat Nachmittage bei nahegelegenen Swimmingpools und Judo Trainingseinheit für die Jungs, aber auch für die Mädchen aus der Schule.
Als die Schule wieder anfing, war auf dem Schulgelände mit 170 Schülerinnen und Schülern etwas mehr Trubel. Der Alltag änderte sich für mich in sofern, dass ich, nachdem alle Schüler ihr Frühstück zu sich genommen hatten und in den Klassen verschwunden waren, erst beim Geschirrspülen mithalf und danach noch mehr im eigenen Gemüsegarten arbeitete. In 18 Linien von mehr als 20 Meter Länge bauen wir Tomaten, Kohlrabi, Kohl, Zwiebeln und Spinat an, welche Mittags von allen und Abends von den Heimkindern als gesunde Beilage zu dem typischen Maisbrei Nshima gegessen werden.
Nach dem Mittagessen, beginnen für alle die Nachmittags-Aktivitäten. Neben sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Basketball, Volleyball, Netzball, Tischtennis und Fitness wird auch viel Musik mit traditionellen Trommeln gespielt und dazu getanzt und gesungen.

Ich genieße jeden Tag mehr

Obwohl jetzt die warme Zeit beginnt und es von Tag zu Tag heißer wird, was Sport am Nachmittag sehr anstrengend macht, genieße ich jeden Tag mehr als den vorherigen. So langsam hat man sich an das Leben hier gewöhnt und einige Bekanntschaften gemacht, sodass es auch außerhalb der Arbeit im Projekt nie langweilig wird. Ich freue mich sehr, diese Möglichkeit eines Freiwilligen Dienstes wahrgenommen zu haben und bin gespannt auf die noch folgenden zehn Monate. Ich weiß jetzt schon, dass es mir der Abschied hier sehr schwer fallen wird und ich in den nächsten Monaten die Leute und das Land noch mehr ins Herz schließen werde!

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Ein Traum wird wahr!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 19. September 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Michael über seine ersten Wochen in einem Kinderdorf in Bolivien.

Nach einer 23-stündigenAnreise kamen wir endlich und etwas erschöpft in Cochabamba an. Am Flughafen warteten bereits unser Mentor und der Dorfvater mit seiner Frau. Nachdem wir die nächsten Schritte besprochen hatten, fuhren wir in das Haus unseres Mentors, wo wir die nächsten zwei Wochen verbringen würden. Dieses Haus ist zwar im mediterranen Stil gebaut, jedoch erlebten wir den von uns bekannten deutschen Luxus.
Danach erst durften wir das echte bolivianische Leben im Kinderdorf erleben. In den ersten zwei Wochen konnten wir unter anderem die Großstadt kennenlernen, das Stadtleben miterleben, uns an den Straßenverkehr gewöhnen und alle Wege für unser Visum erledigen. Das Besondere am bolivianischen Straßenverkehr ist, dass es keine Fußgängerampeln gibt und einfach viele der uns bekannten Regeln fehlen. Wenn man als Fußgänger hier die Straße überqueren will, muss man stets warten bis die Autos Rot haben oder gar keine mehr angefahren kommen. Am besten rennt man zur seiner eigenen Sicherheit einfach über die Straße. Zwar gibt man oft Rücksicht aufeinander, aber bei den Geschwindigkeiten kann immer etwas passieren. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, sollte man sich stets auf große Schlaglöcher, plötzliches Bremsen und hohe Geschwindigkeiten gefasst machen.

Willkommen!

So hatten wir uns gefühlt, als wir das erste Mal das Gelände des Kinderdorfes betreten hatten. Unser Kinderdorf liegt mitten im Regenwald und circa 30 Minuten vom nächsten Dorf mit Einkaufsmöglichkeiten entfernt. Bis zur nächsten Großstadt sind es drei Stunden mit dem Taxi durch den dichten Dschungel und es geht über knapp 5000 Meter hohe Berge.
Es gibt hier sehr viele Kinder, die in dem Arm genommen werden möchten oder einfach einer Umarmung bedürfen. So langsam lernt man auch nach und nach die Namen der Kinder und ihre Charakterzüge kennen. Offen und liebenswürdig sind sie hier allesamt! Am Anfang kommunizierte man mit ihnen in den wenigen Wörtern, die man in den drei Jahren Schule zuvor gelernt hatte, aber tagtäglich lernt man dutzende neue Wörter dazu. Und im Notfall kommuniziert man doch wieder mit Händen und Füßen 🙂
Englisch können nur eine Handvoll Leute und diese dann nur sehr wenig. Es gibt hier drei Mahlzeiten am Tag. Zwar haben alle etwas weniger Geld als in Deutschland, aber dafür ist das meiste auch dreimal billiger. Zu Essen gibt es täglich Reis, Bohnen und Bananen. An Bananen mangelt es wirklich nicht, obwohl momentan Winter in Bolivien ist. Das bedeutet, dass es vom Wetter her sehr wechselhaft ist mit Regen und Sonne bei 25 Grad Celsius und die Bananenernte derzeit sehr schlecht ausfällt, da es in den letzten Tagen auch mal unter 15 Grad Celsius war. Dennoch gibt es jeden Tag so viele Bananen.

Die Freude wächst – Die Tage vergehen!

Wir sind schon seit knapp sechs Wochen hier und fühlen uns schon wie richtige Bolivianer! Jeden Tag beginnt die Arbeit um 8:30 Uhr. Wer um 9 Uhr da ist, der ist mit der Zeit gut dabei. In den ersten Wochen hatten wir in der Schreinerei des Kinderdorfes gearbeitet und konnten schon einiges dazu lernen. Allgemein kann man hier jeden Tag etwas Neues entdecken und erleben, sei es das Brot backen in der örtlichen Bäckerei im Kinderdorf, diverse Früchte ernten, wie Bananen oder Avocado oder man sieht auch neue Insekten, Vögel oder irgendwelche Affenarten, die auf den Dächern der Stadt rumklettern.
Je länger man hier ist, desto dankbarer ist man für die Sachen, die man hier hat. Sei es warmes Wasser beziehungsweise überhaupt Wasser im Badezimmer oder auch ein Auto ohne richtig funktionierende Gangschaltung und Tachoanzeige, welches uns durch die steinigen Straßen und über die vielen Schlaglöcher sicher ins nächste Dorf bringen kann. Noch möchte ich auch noch gar nicht nach Hause, da es momentan sehr spannend ist! Für mich – trotz der Bescheidenheit hier – jeder Tag ein Geschenk, dass ich überhaupt hier sein kann und so viel neues Erleben darf!

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Am liebsten noch länger bleiben…



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 23. Mai 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Simone über ihre Arbeit im Kilimanjaro Orphanage Centre.

Das wünschen sich doch viele: Andere Länder sehen, neue Dinge erleben, etwas Besonderes tun. Ich habe die Möglichkeit bekommen, das zu tun und musste dabei feststellen, dass es manchmal doch herausfordernder und schwieriger ist, als ich gedacht hatte.

Leichte Startschwierigkeiten

Als wir am 12. August 2015 am Kilimanjaro Airport ankamen, waren wir voller Tatendrang und Energie. Ich hatte mich darauf eingestellt, an einer Schule mit Albinokindern zu arbeiten. Meiner Vorfreude wurde jedoch ein Dämpfer verpasst, als wir am nächsten Tag erfuhren, dass die Schule nichts davon wusste, dass Freiwillige kommen sollten. Für die ersten Wochen arbeiteten wir also erst einmal an einer anderen Schule, jedoch nur übergangsweise, bis wir schließlich doch an die Albinoschule konnten.

Wir waren dort die ersten Freiwilligen und so mussten wir zunächst mit der Direktorin und den Lehrern herausfinden, was Freiwillige überhaupt so machen. Es war schwierig Aufgaben für uns zu finden, für die es nicht schon jemanden gab. So verbrachten wir die meiste Zeit mit der Kindergartengruppe, wo wir gemeinsam mit den beiden Lehrerinnen die 6 Kinder unterrichteten. Nach wenigen Wochen wechselte ich dann an ein Waisenheim in Moshi, das gerne weitere Freiwillige hätte. Das ganze Hin und Her machte es mir immer wieder schwer, mich einzuleben und richtig anzukommen.

Das „Kilimanjaro Orphanage Centre“


Nun arbeite ich seit November 2015 im Kilimanjaro Orphanage Centre, zusammen mit derzeit drei anderen Freiwilligen.
In dem Heim wohnen derzeit 53 Kinder im Alter zwischen 4 und 17 Jahren. Nicht alle der Kinder sind tatsächlich Waisen. Einige kommen auch aus armen Familien, deren Eltern nicht genug Geld aufbringen können, sie zu versorgen oder aus anderweitig schwierigen Umständen.

Die älteren Kinder nehmen morgens um 6:30 Uhr den Bus zur Schule und kommen mittags um 17:00 Uhr wieder zurück. Dann essen sie und waschen ihre Schuluniform. Abends machen sie Hausaufgaben.

Bisher habe ich diese Kinder nur selten gesehen, da ich nicht in der Nähe des Heims gewohnt habe, sondern jeden Tag den Bus (Daladala) nehmen musste und somit nur im Heim war, wenn die meisten Kinder in der Schule waren. Denn tagsüber ist im Kilimanjaro Orphanage Vorschulunterricht für bedürftige Kinder aus der Nachbarschaft und auch Kinder aus anderen Waisenheimen.

Zusammen mit zwei der anderen Freiwilligen unterrichte ich die etwas größeren Vorschulkinder, während die Lehrerin die Kleineren unterrichtet. Außerdem helfen wir in der Küche und dabei, den Hof sauber zu halten bzw. wieder sauber zu machen.

Etwa gegen 11 Uhr gibt es in der Regel Uji. Das ist ein schleimiger Brei aus Reismehl, Maismehl, Zucker und  Wasser. Am Anfang mochte ich ihn überhaupt nicht, weil er so süß und schmierig ist, aber je öfters ich ihn gegessen habe, desto mehr mochte ich ihn. Inzwischen spiele ich schon mit dem Gedanken, mir auch in Deutschland zum Frühstück Uji zu machen. Den anderen Freiwilligen ging es ähnlich. Man gewöhnt sich halt an alles.

Der Unterricht geht bis zum Mittagessen, meistens um 1 Uhr. Zum Mittag gibt es entweder: Ugali (Maisbrei) mit Kohl oder Fischsuppe, Reis mit Bohnen oder Kohl, oder Makande (Mais und Bohnen). Sehr lecker!

Anschließend legen sich die Kinder bis 4 Uhr Nachmittags zum Mittagsschlaf hin und gehen danach nach Hause. In der Zeit bereite ich den Unterricht vor und räume das Chaos, das vom Unterricht übriggeblieben ist, auf.
Vor wenigen Tagen bin ich in eine Gastfamilie in der Nähe des Waisenheims umgezogen, um nicht nur den Tag mit den Vorschulkindern verbringen zu können, sondern auch den Nachmittag und Abend mit den Heimkindern.

Ich fühle mich hier richtig wohl!

Nun bin ich schon seit 9 Monaten hier und zwischendurch hab ich mir mal gewünscht wieder Zuhause zu sein, weil alles so anders gelaufen ist, als ich es erwartet habe und als ich es mir gewünscht hatte.
Dann gab es aber auch immer wieder Momente, in denen wir dachten, wir müssen wieder zurück nach Deutschland, da wir unglaublich viele Probleme mit dem Visum hatten und immer noch haben.

Nach so vielen Monaten fange ich jedoch langsam an, mich hier richtig wohl zu fühlen. Dabei sind es jetzt nur noch drei Monate und ich merke mehr und mehr, dass ich noch gar nicht zurück möchte. Lange Zeit kannte ich dieses Gefühl gar nicht und das Jahr kam mir scheinbar endlos vor, aber je näher das Ende kommt, desto mehr wünsche ich mir noch länger hier bleiben zu können!

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