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Es gibt viel zu tun: Ein Jahr als freiwilliger Helfer in Ecuador



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 20. November 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Stephan über seine bisherigen Erfahrungen in Ecuador


Nach zwei Monaten Freiwilligendienst in Quito, Ecuador, und der nötigen Flexibilität und Gelassenheit kann ich ein positives Resümee ziehen. Ich werde im Büro bei ADRA Ecuador eingesetzt und arbeite dort zusammen mit meinem Kollegen, Daniel Hinojosa Sánchez, Koordinator für den nationalen wie auch internationalen Freiwilligendienst.

ADRA Ecuador ist ein sehr kleines Büro mit wenig Personal, jedoch vielen Projekten. Der Fokus liegt auf dem nationalen Risikomanagement, v.a. im Hinblick auf Prävention, Bildung im Allgemeinen und der Entwicklung von Dorfgemeinschaften, z.B. durch den Einbau verbesserter Küchen („cocinas mejoradas“).

Momentan unterstütze ich Daniel bei der Erstellung eines Leitfadens für das Management des Freiwilligendienstes bei ADRA Ecuador (Festlegung von klaren Prozessstrukturen im Umgang mit den Freiwilligen [Gewinnung/Anwerbung, Ausbildung, etc.]). Diese Aufgabe ist aufgrund der benötigten Spanischkenntnisse nicht immer leicht, jedoch definitiv herausfordernd und gleichzeitig lerne ich dadurch jeden Tag etwas Neues dazu. Übersetzungsarbeiten, das Editieren kleiner Zeitungsartikel und die Unterstützung bei diversen Vorhaben, momentan z.B. der Vorbereitung des Internationalen Freiwilligentages am 5. Dezember, gehören auch zu meinem Aufgabenfeld. Für das Jahr 2014 gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, in anderen Projekten auf dem Land mitzuhelfen.

Im Rahmen des Freiwilligendienstes bot sich mir auch die Möglichkeit, nach Guangaje mitzufahren und vor Ort das Projekt „cocinas mejoradas“ anzuschauen. Ich sah, wie diese verbesserten Küchen der Gesundheit der Hausbewohner beitragen. Desweiteren nahmen Daniel, Miguel und ich an der „VI. Lateinamerikanischen Regionalkonferenz über den Freiwilligendienst“ teil. Vertreter verschiedenster Länder und Organisationen waren anwesend. Diese Konferenz brachte viele neue Ideen und Impulse. So war ein zentrales Thema „voluntariado corporativo“; hier geht es um die Teilnahme privater und öffentlicher Unternehmen (und deren Belegschaft) am Freiwilligendienst, vorzugsweise in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen.

Neben dem Alltag im Büro gibt es natürlich auch die andere Seite. Ich wohne bei einer Gastfamilie in der Nähe des Büros. Dies ist eine einmalige Erfahrung! Wir verstehen uns perfekt und mittlerweile fühle ich mich auch schon als Familienmitglied.

Am vergangen Samstag war die Hochzeit meiner Gastschwester Lorena! Überhaupt sind die Ecuadorianer sehr aufgeschlossene, freundliche und hilfsbereite Mitmenschen, die einem ihre Kultur zeigen wollen. Ich muss sagen, für die zwei Monate habe ich auch schon viel gesehen und viele kulinarische Köstlichkeiten probiert :). An was ich mich gewöhnen musste, ist der Aspekt der Sicherheit auf den Straßen und bei Nacht. Die Freiheit und Sorglosigkeit, die man bei uns in Deutschland meist genießt, ist hier nicht überall gegeben. Naja, neben diesem kleinen negativen Aspekt überwiegen dann doch die positiven (!), schon allein wenn ich hier aus meinem Bürofenster rausschaue und die einmalige Landschaft sehe.

 Viele Grüße aus Ecuador und dem ADRA Ecuador Büro!

 

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Von der Schülerin zur Lehrerin und wieder zurück



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 11. November 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Elena über ihre bisherigen Erfahrungen auf den Philippinen

Lehrer sein – was das wirklich bedeutet, habe ich erst hier gelernt.

Wenn ich „hier“ sage, dann rede ich von der „Rose of Sharon VOH School“ in Puypuy, Laguna auf den Philippinen.

Seit 7 Wochen darf ich an dieser Schule als Lehrerin von insgesamt 49 Kindern im Alter von 4 bis 16 Jahren arbeiten und dabei oft feststellen, dass ich beim Unterrichten selbst noch viel dazu lerne.

Zu meinen Aufgaben gehören das Unterrichten von Schwimmen, Backen und Kunst, sowie das Assistieren in English, Science, Mathe und Word Building. Als Lehrerin auf den Philippinen bin ich nur während des Unterrichts für die Schüler da, sondern verbringe auch viel Zeit außerhalb des Klassenraums mit ihnen, da wir zusammen auf einem Campus leben.

Alle Kinder, die hier zur Schule gehen, haben vorher auf der Straße gelebt. Zwar vergisst man diese Tatsache schneller als man denkt, aber ab und zu, wenn eines der Kinder plötzlich anfängt zu weinen oder beinahe gleichgültig und nebenbei erzählt, dass seine Eltern bereits gestorben sind, dann wird einem bewusst, dass diese Kinder Dinge erleben mussten, die ein Kind nicht erleben sollte. Gerade deswegen beeindrucken sie mich mit ihrer unglaublichen Lebensfreude.

Wenn sie mir jeden Tag aufs Neue mit einem strahlenden Lächeln in die Arme laufen, fällt es mir fast nicht mehr schwer, um 6 Uhr morgens mit dem Schwimmunterricht zu beginnen.

Sollte man sich doch einmal fragen, weshalb man diese Arbeit hier macht, dann braucht man nur einen Schritt vor die Tür zu setzen und merkt sofort, wie viel es den Kindern bedeutet, dass wir für sie da sind und ihnen Aufmerksamkeit und Liebe schenken. Ob eine einfache Umarmung, kleine Spiele oder lediglich nur zuhören kann bei ihnen so viel bewirken.

Ihre positive Art ist so ansteckend, dass ich bereits merke, wie ich durch sie lerne, optimistischer und geduldiger zu sein. Dies hilft mir gleichzeitig bei meiner Aufgabe, diese äußerst aufgeweckten und eigensinnigen Kinder zu unterrichten.

„While we try to teach our children all about life, our children teach us what life is all about.“

Dieser Satz steht an der Wand im Lehrerzimmer. Je öfter ich ihn lese, desto mehr wird mir bewusst, wie viel Wahrheit doch darin liegt.

Hier Lehrerin zu sein, bedeutet viel mehr als nur zu unterrichten. Es bedeutet große Schwester, Seelsorger, Entertainer und Vorbild zu sein. Es bedeutet viel von sich selbst in diese Kinder zu investieren und gleichzeitig noch mehr wieder zurück zu bekommen. Aber vor allem bedeutet es, selber Schülerin zu sein.

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„Teacher, Teacher! I’m finished!“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 31. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Piedade über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Zwei Monate bin ich nun in Costa Rica und in dieser Zeit konnte ich schon einige Eindrücke sammeln und viele neue Leute kennen lernen. An so manches Essen aus der Cafeteria musste ich mich erst einmal gewöhnen und die eine oder andere Campusregel kannte ich aus deutschen Schulen auch nicht. Trotzdem stellt sich bei mir langsam so etwas wie Alltag ein. Ich bereite meinen Einzelunterricht vor, unterrichte die Kinder und gebe ab und zu Nachhilfestunden.

Eines Morgens rief mich meine Chefin zu sich ins Büro und fragte, ob ich am nächsten Tag in der Grundschule eine Lehrerin vertreten könne. Natürlich habe ich zugesagt, aber dann kamen mir direkt die ersten Zweifel: Ich habe doch gar keine Erfahrung damit, eine Gruppe von 25 Sechs- bis Siebenjährigen zu unterrichten! Wie soll ich vor eine ganze Klasse treten, wenn ich bislang immer nur Einzelunterricht gegeben habe? Werden die Kinder mir zuhören?

Egal! Die Lehrerin, die ich vertreten sollte hat mir dann ganz ausführlich erklärt, was ich alles machen soll und mir ihre Assistentin zur Seite gestellt. So war der Unterricht bei den Kindern gar kein Problem.

Ein Vorteil für mich: der Unterricht an der Schule fand auf Englisch statt und so ich konnte mit den Kindern Englisch reden. Antworten habe ich natürlich fast nur auf Spanisch bekommen. Auch wenn ich mal einzelne Worte nicht verstanden habe, waren die Kinder einfach nett zu mir oder haben sogar versucht, mir etwas auf Englisch zu sagen (was dann meistens noch schwerer zu verstehen war! 🙂 ). Es war so süß, wie sie alle irgendwie versucht haben, sich mit mir zu unterhalten.

Ein Mädchen hat mir fast ihren kompletten Familienstammbaum erzählt, ein Junge wollte mir unbedingt zeigen, was er für Flaggen gemalt hat und zwei kleine Jungs haben eine heftige Diskussion darüber geführt, welche Sprachen ich wohl sprechen kann.
Meine anfänglichen Sorgen haben sich also überhaupt nicht bewahrheitet und nach nur vier Stunden mit den Kindern habe ich sie schon so ins Herz geschlossen.

Ich freue mich wirklich schon darauf, wieder an die Grundschule zu gehen!

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Von verborgenen Türen und kostbaren Augenblicken



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 23. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Janine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Zeit. Für mich hat sie hier eine andere Bedeutung bekommen. Einen anderen Sinn. Es sind die Momente und die Augenblicke, die jeden Tag hier in Albanien so einzigartig und kostbar machen und mir immer wieder das Gefühl geben, hier und jetzt genau richtig zu sein. Es geht darum, sich zu öffnen, jeden Tag. Die Eindrücke und Erfahrungen bereitwillig aufzunehmen und an ihnen zu reifen. Es ist ein Abenteuer. Wie eine Tür, die sich plötzlich öffnet und mir den Blick zu verborgenen Räumen freigibt, von denen ich bisher nichts geahnt habe.

Eine verborgene Tür öffnen. So fühlt es sich auch jedes Mal an, wenn ich die Roma Community in Fushe Kruja betrete. Es ist ein Schritt in eine andere Welt. Eine andere Welt mitten im normalen Alltagsleben. Armut – hinter Mauern verborgen. Akzeptiert von der Gesellschaft. Viel zu lange schon. Sobald man die Community betritt, stürmen einem die Kinder entgegen. Es beginnt ein Kampf um ein kleines Stück deiner Aufmerksamkeit. Ein kostbares Gut, dass die Kinder hier viel zu selten von ihren Eltern erhalten.

Jedes dieser Kinder trägt sein eigenes Schicksal. Ausgegrenzt von der Gesellschaft haben sie kaum eine Chance, ein Leben außerhalb der Roma Community zu führen oder einen Weg zu finden, aus der Armut zu entkommen.

Besonders junge Frauen haben es hier sehr schwer. Aufgrund der alten Traditionen, welchen die Roma folgen, werden Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren verheiratet, um dann mit 13 Jahren ihr erstes Kind zu bekommen. Alle Entscheidungen werden von dem Mann und der Schwiegermutter getroffen. Das Leben ist bereits vorgezeichnet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Genau hier setzt ADRA Albanien an. In dem Reflect Project, in dem ich arbeite, werden sowohl Roma Kinder, als auch junge Frauen und Männer unterrichtet. Die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren werden spielerisch auf die Schule vorbereitet. Da sie abgeschottet von der albanischen Gesellschaft in ihrer Community aufwachsen, sprechen sie ihre eigene „Roma-Sprache“ und verstehen oftmals kein Albanisch.

Jeden Tag aufs Neue füllt sich der Klassenraum und große Augen blicken mich an. Dann wird ein Lied zur Begrüßung gesungen.

Während des Unterrichts flüsterte mir Sonita, ein vierjähriges Roma-Mädchen kürzlich „Mesuese“ zu. Ich beugte mich zu ihr herunter und erwartete eine Frage. Doch was kam, waren zwei kleine Kinderarme, die sich um mich schlangen und mich zu sich herunter zogen, um mir dann einen Kuss auf die Wange zu geben. Ein Lächeln. Einer der Augenblicke, der Momente, die einem das Glück des Lebens bewusst werden lassen.

Es ist ein langer Weg und manchmal auch ein sehr steiniger. Es ist nicht immer einfach und immer wieder begegnet man Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen, doch darum geht es nicht. Es geht nicht darum, die ganze Welt zu verändern – erst recht nicht von heute auf morgen. Man braucht Geduld, Ausdauer und ein klares Ziel. Aber jeder einzelne Schritt, jeder Moment, an dem ein Kind dir sein Lächeln schenkt, ist ein gewonnener Moment. Es ist ein Ausblick nach vorne, auf eine Vision, wie es einmal sein könnte.

 Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das jeden Tag erleben darf und spüre jetzt schon, wie sehr ich jedes einzelne Kind in mein Herz geschlossen habe.

Mehr über Janines Abenteuer in Albanien erfahrt ihr in ihrem Reiseblog: http://jalbania.blogspot.de/2014/04/skopje-tirana-zu-hause.html

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Mein neues Leben als Lehrerin auf den Philippinen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 15. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Daniela über ihre bisherigen Erfahrungen auf den Philippinen

Die „Rose of Sharon“ Schule

Kinderlachen, erwartungsvolle Gesichter, viele kleine Hände die einen umarmen, das permanente Hupen der Autos und die tropische Hitze … all das ist nun gar nicht mehr wegzudenken und das, obwohl ich erst seit vor knapp vier Wochen auf dem Campus der Visions of Hope Christian School „Rose of Sharon“ in Puypuy auf den Philippinen angekommen bin.

48 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren leben hier.

Dass ich nun ihre neue Lehrerin sein sollte, war schon ein komisches Gefühl, bedenkt man einmal, dass ich selbst erst vor ein paar Monaten meine Schulzeit beendet habe. Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr auf meine neue Aufgabe gefreut und diese Freude wuchs beim Kennenlernen der Kinder ins Unermessliche.

Nach einer Woche des Einarbeitens durfte ich auch alleine unterrichten und feststellen, dass es nicht gerade einfach ist, eine quirlige Kinderschar zum Zuhören zu bringen. Auch wenn die Sprachbarriere das Kommunizieren nicht gerade leicht macht, so fällt ihnen trotzdem immer ein Weg ein, mir zu erklären, was sie sagen wollen – zur Not mit Händen und Füßen.

Es bedarf keiner Worte, um diese Kinder sofort lieb zu gewinnen. Es reicht schon, wenn sie einen einfach nur anstrahlen. Dabei vergisst man ganz leicht, was für eine Vergangenheit diese Kinder haben. Sie alle haben auf den Straßen der Metro Manila gelebt und sich irgendwie durchgeschlagen, bis sie eines Tages jemand in eines der vielen CCT Center der Stadt gebracht hat, von wo aus sie nach Puypuy übermittelt wurden. In den Straßen der Millionenstadt mussten sie zuvor ums Überleben kämpfen. Viele haben Klebstoff gegen den Hunger geschnüffelt oder wurden zu Dieben, um irgendwie an Essen zu gelangen.

Unvorstellbar, denk ich jedes Mal erneut, wenn ich sehe wie glücklich sie auf dem Klettergerüst herumlaufen, singen oder eine Mischung aus Baseball und Fußball spielen, als wären sie eben ganz normale Kinder.

Eins ist mir bewusst geworden: Lehrerin an dieser Schule zu sein, bedeutet viel mehr als nur zu unterrichten. Es bedeutet den Kindern eine neue Perspektive zu geben. Und es bedeutet, ihnen Geborgenheit und Liebe zu schenken, denn das brauchen sie am aller meisten.

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Albanien: Wunderschön und schrecklich arm



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 08. Oktober 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Jana über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Was für Vorstellungen hast du von Albanien? Weißt du wo es liegt? Wie heißt die Hauptstadt von Albanien und wie leben die Menschen dort?

Nachdem ich von ADRA Deutschland erfahren hatte, dass ich für ein Jahr als FSJlerin nach Albanien fahren darf, habe ich mich über das Land Informiert. Ich habe im Internet nachgelesen und mit Freunden darüber gesprochen. Laut Erzählungen ist Albanien ein sehr armes Land, mit viel Natur und zwischen drin die Roma Communities. Ich habe mir die Städte trist und grau vorgestellt, aber als ich dann hier ankam …

Die Hauptstadt Tirana, in der ich lebe und arbeite, ist einfach unbeschreiblich schön. Die Häuser sind bunt, die Straßen leben und die Berge, die man drum herum sieht, geben ein Feeling, das man nicht beschreiben kann. Schon nach einem Tag habe ich mich hier sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind alle unglaublich nett und hilfsbereit. Ich konnte mir nie vorstellen, mal in einem Hochhaus zu wohnen (unsere Wohnung hier ist im 6. Stock), aber da man die Berge sieht und alles so bunt ist, fühlt man sich nicht eingeengt.

Armut – in Albanien bittere Realität

Hier in der Stadt gibt es viele kleine, ruhige Parks, die den Trubel der großen Straßen fast unwirklich erscheinen lassen. Die Fußballplätze und Basketballplätze sind dagegen überfüllt mit Kindern, die alle zusammen spielen. Daneben leider die bittere Realität: Roma-Familien, die sich ihre Häuser aus – für unsere Begriffe – Müll gebaut haben. So schön die Stadt auch ist, hat man aber leider immer Armut vor Augen: Roma, die im Müll wühlen, um davon leben zu können. Sie sammeln Flaschen, um sie zu verkaufen, betteln am Straßenrand und stehen mit offenen Händen am Autofenster, um etwas Geld für Lebensmittel zu bekommen. Leider hält sich in Albanien weiterhin die alte Traditionen, Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren zu verheiratet. Selbst noch ein Kind bekommen sie dann viel zu früh eigene Kinder. Eine kinderlose Frau gilt bei den Roma als Schande und Liebe wird oft durch Gewalt gezeigt.

In unseren Projekten versuchen wir den Frauen mitzuteilen, dass auch sie Werte haben und ein Recht auf Selbstbestimmtheit. Wir ermöglichen es ihnen, zur Schule zu gehen, aber leider glauben sie oft nicht an sich, da ihre Männer ihnen vermitteln, sie seien nichts wert und könnten nichts außer Kochen, waschen – den Haushalt führen. Wir fahren mit einer Ärztin und Krankenschwester in die Roma Community, um die Menschen dort medizinisch zu versorgen und über Gesundheit und Krankheiten aufzuklären. Dabei vermitteln wir ihnen, wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist. Ich freue mich immer wieder, dass die Roma wissbegierig zuhören und Interesse dafür zeigen.

Ein Lächeln wirkt Wunder

Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, freuen sich die Kinder riesig, wenn wir in die Communitys kommen. Sie springen uns in die Arme, küssen uns, wollen unsere Taschen tragen und wollen uns vor allem alles erzählen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das glänzen der freudigen Kinderaugen zu sehen.

Ich bin ADRA sehr dankbar für die Chance, das alles mitzuerleben, neue Erfahrungen zu sammeln und vor allem für die Chance, den Menschen hier bestmöglich zu helfen.

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Pura Vida – Costa Rica



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 19. Juli 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Sarina über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Fast ein Jahr ist jetzt schon vorbei, seitdem ich nach Costa Rica gekommen bin. 11 Monate, 48 Wochen, 338 Tage und noch viele Stunden, Minuten und Sekunden mehr. Am Anfang hörte sich das so lange an, doch jetzt kommt es mir sehr, sehr kurz vor – zu kurz. Realisieren, dass ich bald wieder zu Hause bin kann (und will) ich noch gar nicht – dabei ist es in weniger als 2 Wochen schon so weit.

Natürlich freue ich mich auch. Ich freue mich wie ein Honigkuchenpferd auf meine Familie, auf meine Freunde, auf die Gemeinde, auf mein Zimmer, den Schnee im Winter und das Essen. (Nicht, dass ich etwas gegen Reis und Bohnen hätte – die können auch sehr lecker sein, aber nach 11 Monaten jeden Tag fast das selbe zu essen, freue ich mich doch (etwas) auf gutes deutsches Essen 😉 )

Andererseits finde ich es unvorstellbar, dass ich das Leben, was ich nun fast ein Jahr gelebt habe, einfach hinter mir lassen muss – und es plötzlich nur noch in meiner Erinnerung existieren soll. Ich werde das Land, die Strände, die Natur, die Menschen, meine Schüler, die guten Freunde die ich hier gefunden habe … und sogar die lateinamerikanische Küche vermissen. 🙂 Denn all dem Reis und den Bohnen zum Trotz gibt es hier sehr viele Dinge, die wir in Deutschland definitiv auch in unseren Speiseplan einbauen sollten. Quesadillas, Empanadas, Pupusas und Burritos werde ich auf jeden Fall vermissen und hoffentlich nicht total daran scheitern, sie zu Hause mal selber zuzubereiten. 🙂

Am liebsten würde ich Costa Rica mit seinen Stränden, dem Wetter und all den Dingen, die mir wichtig geworden sind in eine Tasche stecken – mitnehmen –  und an den Wochenenden aufmachen und reinspringen. In meinem Jahr hier sind wirklich viele tolle Sachen passiert, für die dieser Bericht natürlich nicht im Entferntesten ausreicht. Wir waren an vielen verschiedenen bombastischen Stränden, sind Jet-Ski gefahren, haben eine Canopy-Tour gemacht (wie viele Seilbahnen hintereinander an hohen und langen Drahtseilen durch den Wald), durften die vielfältige Costa Ricanische Natur entdecken und vieles vieles mehr.

Ein Erlebnis von dem ich hier aber noch berichten wollte und das ich als eine meiner Lieblingserinnerungen mit nach Hause nehmen werde, hatte ich mit einer meiner Nachhilfe-Schülerinnen. Einem Mädchen, dass in seinem Leben schon viel durchgemacht hat und die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Als ich das Englisch-Heft von ihr durchging, um die Themen für die anstehende Arbeit zu finden, fand ich plötzlich eine Hausaufgabe in der die Schüler ihren persönlichen Helden beschreiben sollten: Sie hatte über mich geschrieben. Natürlich nicht in perfektem Englisch und es war auch kein langer Text., aber nach nur ein paar Monaten Englisch-Unterricht, war das schon eine sehr große Leistung und es hat mich unsagbar stolz gemacht, dass ich in ihrem Leben einen solchen Platz einnehmen darf. Es hat mich nochmal realisieren lassen, dass wir nicht “nur” Lehrer sind, sondern das wir so viel mehr sein können. Und das ist es doch, was wir alle erreichen wollen.

Natürlich können wir in unserem Jahr nicht die ganze Welt veränden – aber die Welt von ein paar Personen zu bereichern und etwas besser zu machen, ist doch ein ganz guter Start.

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Mexiko: Abenteuer Universitäts-Alltag



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 17. Juli 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Constanze über ihre bisherigen Erfahrungen in Mexiko

Hineinspaziert ins abenteuerliche Universitätsleben, hier auf dem Campus von Montemorelos, Mexiko. Gerade zu den Semesterzeiten wimmelt es hier nur so von scheinbaren Spaziergängern. Doch bei genauerem Hinsehen stellt man eine Vielfalt an Fakultätskleidung fest – und jeder eilt zu seiner aula, zu seinem Hörsaal bzw. dem Klassenzimmer. Auch ich muss mich ranhalten und zum Unterricht. Ja, hier muss man manchmal einen Zahn zulegen, wenn man noch etwas Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen möchte. Dabei schwingt auch gleich noch das exotische Essen im Magen mit. Im Handumdrehen habe ich das Sprachinstitut erreicht, jetzt schnell den schweren Laptop im Lehrerzimmer ablegen, aus der Tasche nehmen und an die Steckdose anschließen … puh, alles noch rechtzeitig erreicht.

Aber „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“- auch ich muste diese Binsenweisheit schon in meinem Unterricht anwenden, denn mit der Pünktlichkeit will es bei dem einen oder anderen einfach nicht klappen. Morgens und am frühen Adend unterrichte ich Englisch für Fortgeschrittene – eine wirklich nette Herausforderung für mich. Es ist eine Arbeit, die nicht nur profitabel und lehrreich für den Studenten ist, sondern auch für denjenigen, der den Unterricht abhält. Durch die Vorbereitungszeit auf den Unterricht hatte auch ich schon viele Aha-Effekte. Manche noch unklare Sache aus der eigenen Schulzeit konnte korrigiert werden. Auch ist der Perspektivwechsel ein ausschlaggebener Punkt zum besseren Verständnis. Denn jetzt stehe ich selbst vor einer erwartungsvollen Klasse und hoffe auf gute Resonanz. Der mexikanischen Lebenseinstellung sei es gedankt, dass nicht alles so furchtbar ernst und genau genommen wird. So musste ich auch lernen, dass sich die Schüler oder Studenten im Unterricht prinzipiell nicht melden, sondern entweder still sind, oder eben hineinrufen. Das hatte auch schon zur Folge, dass ich dreizehn Schülern gleichzeitig zuhören durfte – aber meine Intuition sagte mir, dass da noch etwas zu machen ist. Und tatsächlich: meine Studenten haben es letztendlich auch geschafft, sich zu melden.

Nach Unterrichtsende ging es einmal pro Woche zum Servicio Comunitario, so etwas wie gemeinnützige Arbeit, in der wir ins Pueblo, ins Dorf, fuhren, um Bedürftigen zu helfen – auch für diejenigen, die der spanischen Sprache nicht so mächtig waren eine ideale Plattform zum Lernen, Üben und zum Begegnen der Menschen in ihrer Umgebung. In den Häusern und draußen hatte ich besonders bei einem älteren Herrn, gemeinsam mit meinem Team, die Aufgabe und das Privileg, Zeit für Gespräche, zum Reinigen und zum Lobpreis zu verbringen. Dabei musste ich erst einmal über den Schatten der Berührungsangst zu springen. Eine ausgesprochen segensreiche Zeit.

Um den Hunger zu stillen, bietet sich der Comedor, die Mensa, an – nicht nur zum leiblichen Wohl, sondern auch zum geistlichen und geistigen kann man seine „Mahlzeiten“ finden. Für mich bot sich zudem die Gelegenheit, selbst bei der Essensvorbereitung mitzuhelfen – dort kann man sich mit seinen Arbeitskollegen austauschen, die Fremdsprache üben und neue Freundschaften schließen.

Es bieten sich neben der festen Arbeit aber immer wieder andere Möglichkeiten an, sich einzusetzen, Neues zu erlernen – so beispielsweise auch eine Anfrage die ich erhielt, Telefonate mit Pastoren in den karibischen Ineln für ein Projekt zu führen. Da kommt wieder die Spontanität der Mexikaner ins Spiel – und auch eine gewisse Gelassenheit, dass das alles schon irgendwie klappen wird.

Das Leben als Freiwillige/r ist in allem sehr behütet, dazu tragen die Mauern, Zäune und das Sicherheitspersonal sicher ihren Teil bei. Das Essen ist köstlich, wenn zu Anfang auch gewöhnungsbedürftig, exotische Früchte und scharfe Gewürze verfeinern den Aufenthalt. Selbst für sportlich aktive misioneros gibt es die Möglichkeit, sich auf dem Sportplatz oder in der Halle auszutoben. Nicht nur spezifische Aufgabenbereiche und spannende Erlebnisse erwarten einen hier in Montemorels, auch der persönliche Wachstum und das Brückenbauen zu dem Gastland  spielen eine wichtige Rolle.

Meine bisherigen neun Monate habe ich sehr genossen und erwarte mit großer Spannung die letzten zwei Monate mit Gottes Führung und Wegweisung für diese Zeit.

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Rollenwechsel – 1 Jahr als Lehrerin in Mexiko



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 10. Juli 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Antje über ihre Eindrücke aus Mexiko

Erst als ich endlich im Flugzeug saß und mich bei meiner Familie für ganze elf Monate verabschiedet und Deutschland den Rücken zugekehrt hatte, wusste ich, dass mein Traum, ein Jahr mit ADRA-Deutschland e.V. als Freiwillige im latainamerikanischen Ausland zu unterrichten, wahr geworden war. Und wirklich, dieses Jahr sollte ein ganz besonderes werden.

Mein Aufgabenbereich befand sich im Sprachinstitut der adventistischen Privatuniversität in Montemorelos, Nuevo León, in Mexiko, an dem ich als Deutsch- und Englischlehrerin gearbeitet habe. Für mich war das ein aufregender Rollenwechsel; nun sollte ich im Klassenraum vorne stehen, Autorität und Wissen vermitteln und Noten gerecht verteilen.

Im ersten Semester war ich für den Deutsch Anfängerkurs zuständig. Desweiteren durfte ich mit einer mexikanischen Studentin zusammen kleine Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren in Englisch unterrichten und abgesehen davon einer Schülerin Englisch Nachhilfe geben. Im zweiten Studiensemester hatte ich zwei Deutschklassen unterschiedlichen Sprachnieveaus, weiterhin meine Englischkinderklasse und dazu noch einen Erwachsenenkurs im ersten Englischlevel.

Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, zwei komplett unterschiedliche Altersgruppen unterrichten zu können. Bei beiden ist es sehr wichtig, sich gut und kreativ vorzubereiten. Interessant ist es auch zu sehen, dass spielerisch am besten gelernt wird; egal welches Alter. Jedoch war es bei den kleinen Kindern sehr wichtig, jeden Tag extra Aktivitäten und Spiele neben dem Lehrbuch parat zu haben, da die Konzentration schnell abnahm und sie unruhig und störend werden konnten. Um die Kinder täglich dazu zu motivieren mitzuarbeiten, haben wir das Sternchensystem eingeführt. Jeder Schüler hatte an der Tafel sein Namensschild. Nach gemeinsamem singen, beten, sich melden, Aufgaben gut erfüllen u. ä., wurden Sterne daneben gemalt. Wenn am Ende der Stunde ein Schüler fünf oder mehr Sterne hatte, durfte er mit den Murmeln oder Seifenblasen spielen, was die Kinder sehr liebten. Natürlich diente diese Methode auch zur Bestrafung; hatte ein Schüler permanent gequatscht, andere abgelenkt und den Unterricht gestört, wurde ein Stern gelöscht. Eines „unserer“ Kinder war in seinen Schrachkenntnissen fortgeschrittener als die anderen und hatte seine Aufgaben meistens schneller erledigt. Damit der Schüler sich nicht langweilte und unruhig wurde, war es wichtig ihm Zusatzaufgaben und manchmal auch mehr Verantwortung zu geben; zum Beispiel durfte dieser Schüler auch mal die Bildervokabelkarten halten und seine Mitschüler abfragen. Das gab ihm ein Gefühl von Wichtigkeit und er war voll dabei.

Englisch für Erwachsene zu unterrichten, war für mich anfangs wirklich eine Herausforderung, die aber nach einiger Zeit des Einspielens und natürlich täglich intensiver Vorbereitung, gut gemeistert wurde. Ich muss wirklich sagen, dass mein Verständnis bezüglich der Grammatik sehr zugenommen hat. Durchs Unterrichten habe ich Inhalte und Strukturen erlernt, neu gelernt und endlich verstanden, die mich in meiner eigenen Schulzeit oft mit einem symbolischen Fragezeichen hinterlassen haben.

Mein persönlicher Höhepunkt war der Deutschunterricht. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, meine eigene Muttersprache besser zu verstehen und Methoden zu entwickeln, sie anderen näher zu bringen. Natürlich machte auch hier die Kreativität nicht halt. Mit wöchentlichen neuen Lieder, Illustrationen, Verbplakaten und Smilys wurde der Schulalltag aufgehellt.

Es gibt Tage, an denen man vielleicht etwas deprimiert nach Hause geht, die Schüler die Hausaufgaben unangetastet lassen und für die Tests nicht gelernt haben oder einfach so langsam arbeiten, dass man seinen detailliert ausgearbeiteten Unterrichtplan nicht strikt durchziehen kann. Hier ist Flexibilität gefragt. Manchmal ist es besser, gewisse Themen nochmal zu wiederholen, erneut und intensiver zu üben, anstatt durch das Buch zu „rennen“. Weiterhin wurde mir wirklich bewusst, wie viel die eigene Einstellung und Motivation zu einem erfolgreichen Unterricht beitragen kann. Das ist glaube ich die Kunst; vorbereitet zu sein, damit zu rechnen, etwas ganz anderes zu machen und eine motivierende Autorität auszustrahlen.

Schlussfolgernd kann ich sagen, dass ich dieses Jahr einigen Menschen Wissen vermitteln und mitgeben konnte, und im Austausch dabei selber diejenige war, die wirklich viel gelernt hat.

 

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1 Jahr bei den Kindern in Moldavien



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 03. Juli 2013 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Franz über seine bisherigen Erfahrungen in der Republik Moldau

Ich möchte gar nicht erst anfangen davon zu schreiben, wie schnell die Zeit hier in Moldova vergeht. Wie verschieden sind doch die Gefühle, zu sagen: „Wir sind schon 3 Monate hier“ oder „Jetzt sind es nur noch 3 Monate, bis wir wieder in Richtung Heimat aufbrechen“. Eigentlich müsste ich in Richtung erste Heimat schreiben, denn die zweite Heimat habe ich hier im Osten Europas gefunden.

Wenn ich morgens aufstehe und nach dem Frühstück aus dem Haus gehe, zeigt das Thermometer schon 20 Grad an. Im Mai explodierte der Frühling in allen seinen Farben – einfach wunderschön.

Als Auslandsfreiwilliger könnte man jeden Abend irgendeine Geschichte über die Arbeit erzählen und auch wenn es sich für manch anderen vielleicht nicht immer nach Abenteuer anhört macht doch der Alltag die meiste Zeit eines solchen Aufenthalts aus. Genau um diesen Alltag geht es. Genau diesen Alltag heisst es, im Kinderheim zu gestalten. Die eigenen Stärken und Interessen können einem in vielem behilflich sein. Vivian und ich haben beispielsweise angefangen, Mal- und Zeichenunterricht zu geben. Das ein oder andere Mal kommt man schon noch ein bisschen ins stutzen, wenn die Kinder mit ihren Bildern ankommen und eine Meinung von dir haben wollen, wie von einem Lehrer. Ich saß doch selber noch vor einem Jahr in der Schule. Genauso habe ich mich gefreut, als Nicko – einer unserer Heimschüler – seinen ersten Skatetrick geschafft hat. Wenn dann der schnelle Blick kommt, ob man es auch ja mitbekommen hat, ist man selbst ein bisschen stolz.

Mit Kindern zu arbeiten bedeutet für mich, den Moment zu leben. Kinder haben nur den Moment und nur in diesem kann man sie erreichen. Es ist auch manchmal das daneben sitzen und zuhören, ihnen zeigen, dass man Interesse an ihnen hat.

Ich bin unheimlich dankbar hier zu sein und diese Zeit erleben zu dürfen.

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