ADRA Live! Weltwärts Quifd-Siegel

„So kann man auch mit kleinen Dingen, Kindern eine Freude bringen.“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 28. April 2014 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Patricia über ihre bisherigen Erfahrungen in der Republik Moldau.

Meine Eltern haben diesen Spruch oft gesagt, wenn unsere Kinderaugen wegen Kleinigkeiten strahlten. Doch das ist schon lange her. Vor sieben Monaten bin ich in das Kinderzentrum „Regenbogen der Hoffnung“ nach Vadul lui Vodă (Moldawien) gekommen, um nun selbst Kindern Freude zu bringen.

Anfangs noch ziemlich unbeholfen, ohne jegliche Sprachkenntnisse und besondere Erfahrung in Kindererziehung, bin ich mit meiner Aufgabe gewachsen. Mit mir gewachsen sind auch die Kinder, meine Kreativität und das Verständnis.

VERSTÄNDNIS gewann für mich in mehrerer Hinsicht an Bedeutung:

  • SprachVERSTÄNDNIS: Bei meiner Ankunft konnte ich gar kein Rumänisch. Heute kann ich ganze Konversationen führen, den Kindern Geschichten erzählen oder Streit schlichten.
  •  KulturVERSTÄNDNIS: Obwohl ich in Europa bin und „nur“ 2000km entfernt von Deutschland, scheint die Mentalität in der Republik Moldau sehr anders zu sein. Kindererziehung, Bildung, Freizeitgestaltung, all das wird anders gehandhabt und verstanden. Auch hier konnte ich dazulernen.
  • SelbstVERSTÄNDNIS: Auch das änderte sich während meines Aufenthalts. Wenn man plötzlich Latrinen anstatt Toilettensitzen hat, die Kühe in den Straßen herumlaufen und an der Kasse mit Rechenrahmen gerechnet wird, dann wird einem erst bewusst, WIE modern und reich man ist. Nicht nur reich an Geld, sondern auch an Möglichkeiten und Fortschritt.

All diese Verständnisse spielen in meinem jetzigen Alltag eine große Rolle. Die Kinder in unserem Heim haben einen geregelten Tagesablauf, ausreichend Verpflegung, Kleidung und Personal, das sich um sie kümmert. Viele Kinder hier in Moldova, die in ihrer Familie leben, führen nicht so ein „reiches“ Leben. Lebensmittel kann man sich nur saisonbedingt leisten und die Kinder helfen in ihrer Freizeit teilweise bei der Arbeit, um Geld nach Hause zu bringen.

Das ist nicht die Kindheit, die ich hatte. Ich hatte Familie und Unterstützung, Essen und Freizeit.
Viele Dinge die für uns selbstverständlich scheinen, die sich einfach so ergeben haben, fehlen diesen Kindern. Als Freiwillige habe ich eine ganz vielfältige Rolle – irgendetwas zwischen großer Schwester, Mama, Freundin, Erzieherin. Das ist eine schöne aber anstrengende Aufgabe. Auf der einen Seite versuche ich eine liebevolle Beziehung zu den Kindern aufzubauen, mit ihnen Spaß zu haben und eine Vertrauensperson darzustellen. Auf der anderen Seite muss ich ihnen aber auch ihre Grenzen aufzeigen und sie mit erziehen. Das ist eine große Herausforderung, doch bei jeder guten Note, jedem kreativen Bild, jedem Erfolg machen mich die Kinder stolz! Momentan bin ich eine Person in ihrem Leben, die die scheinbar kleinen Momente zu ihren persönlich Größten machen kann. Und das einfach nur durch ein Lächeln, ein Lob oder eine Umarmung.

„So kann man auch mit kleinen Dingen, Kindern eine Freude bringen.“

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Moldawien: 11 Monate zwischen „Privet“ und „Salut“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 02. April 2014 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Jessica über ihre bisherigen Erfahrungen in der Republik Moldau

“Ich gehe nach Moldawien.“ „Was, wohin gehst du?“  Das waren die häufigsten Reaktionen, die ich auf meinen Einsatzort für mein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland bekommen habe. Und zugegeben: Ich wusste auch nicht besonders viel über die kleine Republik zwischen Rumänien und der Ukraine, die offiziell Republik Moldau genannt wird. Doch jetzt weiß ich, dass es nicht nur ein Land zwischen zwei Ländern, sondern auch zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen ist: nämlich der russischen wie auch der rumänischen. Das merkt man schon alleine daran, dass die Menschen hier zwei Sprachen nahezu perfekt beherrschen. Jeden Morgen riefen mir die Kleinen ein „privet“ oder „salut“ entgegen. „Privet“ ist russisch und „salut“ rumänisch – beides bedeutet übersetzt „hallo“.

Diese Zweisprachigkeit ist eine Sache, die ich an den Kindern im Kinderheim „Curcubeul Speranței“ („Regenbogen der Hoffnung“) sehr bewundere, der Einrichtung, in der ich mein Auslandsjahr verbringe. Zur Zeit haben wir circa 20 Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen im Heim – die Anzahl wechselt aber ständig: „alte“ Kinder gehen und „neue“ kommen. Die Trennung ist immer wieder ein emotionaler Augenblick, weil man durch die enge Zusammenarbeit die Kinder echt lieb gewonnen und eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hat.

Einer der größten Vorteile an unserem Projekt ist, dass wir jeden Tag mit den Kindern zusammenarbeiten und an ihrem Leben Anteil haben können. Wir helfen ihnen bei den Hausaufaben, basteln und spielen mit ihnen. Dabei stell ich immer wieder fest, wie kreativ und sportlich „meine“ Kinder sind. Auch wenn sie und die Arbeit wirklich anstrengend sein können, sind sie trotzdem eine Bereicherung für mein Leben. Man muss lernen sich durchzusetzen und eine gewisse Verantwortung zu haben.  Auf der anderen Seite muss man auch ein guter Freund und Zuhörer mit guten Ratschlägen sein. Dieser Spagat zwischen Autoritätsperson und „großer Schwester“ ist nicht immer ganz einfach. Umso schöner ist es, wenn man merkt, dass zum Beispiel die Hilfe bei den Hausaufgaben Früchte trägt und die Kinder nach der Schule freudestrahlend von ihren guten Noten erzählen. Das motiviert mich immer wieder, weiter zu machen.

Auch wenn diese letzten sieben Monate mit einigen Hochs und Tiefs verbunden waren, freue ich mich schon sehr auf die kommenden vier Monate in der kleinen, aber feinen Republik Moldau.

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„Ein Lächeln lässt für einen Moment die Schönheit der Seele aufleuchten.“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 03. Februar 2014 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Hannah Luise über ihre bisherigen Erfahrungen in Kenia.

Afrika, Kenia, Kajiado. Das Mädchenheim und die Schule für Massai-Mädchen. Ich versuche zu verstehen und zu akzeptieren, jeden Tag ein bisschen mehr – mit Sprüngen zurück und Schritten nach vorne.

Vor vier Monaten wurde ich von über 120 Mädchen in Kenia begrüßt, über 200 Hände haben sich in meinen Haaren vergraben und fasziniert meine Haut berührt und es brauchte nicht lange, da hatte ich über 120 Herzen in mein eigenes geschlossen. 

Es ist ein Einlassen, ein wagen. Schon ist man nicht mehr nur noch die „Weiße in der Bibliothek“ und die Lehrerin mit den neuen Spielideen und den komischen neuen deutschen Worten. Lässt man sich darauf ein, werden neue Grenzen und Weiten erfahren. Die verschiedensten Rollen werden eingenommen, je nachdem, wie sehr es die Mädchen zulassen. Ist es als Diskussionspartner, Trostspender, stiller Zuhörer, Pflaster-Verteiler, Gebetspartner, Gute-Nacht-Geschichten-Erzähler oder Komiker. Wenn ich eine Geschichte vorlese und in strahlende Mädchenaugen schaue, wenn sie begeistert in die Hände klatschen bei einem neuen Kisuaheli-Wort von mir, wenn sie mir mit einem breiten Lächeln im Gesicht in die Arme laufen oder wenn sie sich an meine Schulter lehnen und flüstern „ich lieb‘ dich“. Das sind Momente, in denen mir immer wieder bewusst wird, warum ich hier bin. Momente, die mir zeigen, dass ich hier am richtigen Ort, zur richtigen Zeit bin und dass ich die Möglichkeit habe die Liebe, die ich erfahren durfte, weiterzugeben. Jedes einzelne Lächeln und Strahlen in den Augen ist wertvoll und so unendlich kostbar! Es beweist Hoffnung und Zuversicht!

Nicht immer ist es mir bewusst, dass es nicht einfach Mädchen sind, die von ihrer Familie zur Grundschule geschickt wurden, nein. Jedes Mädchen hat seine eigene, prägende Geschichte mit sich zu tragen. Eine Geschichte, die es verfolgt. Verheiratet mit einem 80-jährigen Mann, beschnitten, ein Baby bekommen, obwohl selbst noch Kind – das ist nur eine der vielen Geschichten, die mir hier begegnen. Geschichten, die weitreichend sind und mit denen die Mädchen versuchen, zurecht zu kommen. Aber nun sind sie hier, sitzen in ihrem Klassenraum, lesen intensiv in ihren Büchern und arbeiten hart. Es ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die sie antreibt – die Zuversicht, dass es einmal besser werden kann. Und ich darf sie auf einem kleinen Teil dieser Strecke begleiten.

Das Leuchten in den Augen und der Blick auf die Zukunft, dafür lohnt es sich zu kämpfen, dafür lohnt es sich zu hoffen!

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„Hogar dulce hogar – home sweet home“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 08. Januar 2014 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Ingrid über ihre bisherigen Erfahrungen in Bolivien

Worte, die nach 3 Monaten „Einsatzzeit“ hier im Kinderheim Sión (auf deutsch: Zion), in der Nähe der Großstadt Sta. Cruz de La Sierra, schon manchmal einen bitteren Beigeschmack bekommen können, wenn man das Gefühl hat, ständig nur am Schimpfen zu sein, aber genau diese 3 Worte bedeuten inzwischen eigentlich nichts anderes für mich. Es ist mein Zuhause – und wenn es „nur“ für ein Jahr ist. Natürlich ist es nie einfach mit schwer erziehbaren Kindern, die in ihrem jungen Alter schon auf der Straße gelebt haben, in einem kleinen Heim zusammenzuleben, ob man jetzt etwas Soziales gelernt hat oder nicht. Und es ist wie in einer richtigen Familie – man kann nicht einfach gehen, wenn man mal keine Lust hat oder schlechte Laune. Die Herausforderungen sind jeden Tag andere und manchmal so kompliziert, dass man an vielen Tagen am liebsten das Handtuch werfen möchte und sich schon manchmal fragt, „Warum mach ich das ganze hier eigentlich?“ oder „Welchen Sinn hat das, die Kinder wollen doch gar nichts lernen?“ Doch genau dann kommen oft die Stunden oder manchmal sind es sogar nur Momente, die einem zeigen oder die ausreichen, um genau zu wissen, warum man hier ist.

Nach 3 Monaten habe ich das Gefühl, als hätte ich in meinem Leben nichts anderes gemacht und als wäre man schon eine Ewigkeit hier. Die Kinder sind mir bereits so ans Herz gewachsen, dass ich mich plötzlich von „meinen“ Kindern reden höre.  Und oft ist es so, dass mit einem Lächeln, einer Umarmung oder einem kleinen Kindergebet spätestens am Abend alles wieder gut ist und man zwar oft todmüde ins Bett fällt, aber dann mit einem Gedanken der Zufriedenheit, dass man den Kindern das geben konnte, wozu ihre eigenen Eltern im Moment oder gar nicht fähig sind. Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Auch wenn sie es jetzt vielleicht noch nicht wertschätzen – vielleicht werden sie es sogar nie tun, aber das ist nicht wichtig und schon gar nicht der Grund warum ich hier hergekommen bin.

Ich bin hier, um mich von Gott gebrauchen zu lassen, zu helfen, zu unterstützen, das weiter zu geben, was ich von ihm bekommen habe, so gut ich es eben kann, auch wenn es oft bedeutet Opfer zu bringen oder Dinge zu akzeptieren, die man einfach (noch) nicht versteht. Und wenn ich jetzt nach „so kurzer Zeit“ zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass nicht nur die Kinder etwas von mir lernen können sondern in erster Linie ich selbst diejenige bin, die eine ganze Menge dazugelernt hat und noch mitten dabei ist, zu lernen. Die Erfahrungen gehen nie aus, wenn man sich darauf einlässt. Flexibilität ist in der bolivianischen Kultur eine besonders wichtige, lernenswerte Eigenschaft, um nicht völlig verrückt zu werden. Doch das ist nur eines der Beispiele, die eine Zusammenkunft dieser zwei unterschiedlichen Kulturen mit sich bringt. Dennoch ist es einer der schönsten Orte, die ich mir im Moment vorstellen kann – und wem würde es nicht gefallen in einem Land zu leben, was immer grün und warm ist und die Mangos an der Straße wachsen?! 🙂

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Afrika: Mein Zuhause auf Zeit



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 07. Januar 2014 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Anna Maria über ihre bisherigen Erfahrungen in Kenia

Meinen deutschen Alltag habe ich gegen meine afrikanische Wirklichkeit getauscht. Von der Schulbank, zur Universität; aus der Kindertagesstätte in ein Rehabilitations- und Bildungszentrum für Massai-Mädchen in Kajiado, Kenia. Der Schritt ins Flugzeug war nicht groß, meine Vorstellungen sehr vorsichtig, der in nur vier Monaten zurückgelegte Weg bereits unvorstellbar.

Die Eindrücke, die mir hier geboten werden, sind atemberaubend: Vom afrikanischen Alltag mit Wasser schleppen, kochen auf Holzkohle, heißen Tagen und kalten Nächten bis hin zu Tränen der Freude, Tränen der Trauer, schmerzerfüllten Vergangenheiten und hoffnungsvollen Zukunftsträumen. Ein Leben, wie man es sich kaum vorstellen kann.

Als Freiwillige bin ich für 1 Jahr nach Kenia gegangen. Mein Aufgabenbereich sollte die Bücherei sowie Deutsch- und Sportunterricht sein. Doch schon nach den ersten Tagen wurde mir bewusst, dass diese festgelegten Aufgaben hauptsächlich auf dem Papier bestand haben. Was die Mädchen, die mich hier vor wenigen Monaten willkommen hießen, wirklich brauchen, sind Zeit, Worte, Umarmungen, kurz gesagt: Aufmerksamkeit. So wurde ich innerhalb kürzester Zeit von einer Freiwilligen zur Lehrerin, Erzieherin, Krankenschwester, Köchin, Freundin und Mama. Ein Fulltime-Job, der nicht nur ein großes Herz, sondern auch einen starken Willen fordert, denn es ist nicht alles Sonnenschein im ewig andauernden kenianischen Sommer.

Der Kulturschock kommt häppchenweise

Die Menschen hier können im ersten Moment wirken wie du und ich, in einer schwierigen Situation. Über die Zeit hinweg zeigt sich jedoch, dass es eben doch nicht die erste, sondern die dritte Welt ist. Afrika ist nicht Europa. Kenianer sind keine Deutschen und die Kinder hier sind nicht einfach Grundschüler. Du siehst in die dunklen Augen deiner Schüler und siehst die Unendlichkeit: unendlich viel Schmerz, Angst, Trauer, Wut.

Wie bringt man einem Mädchen „Ich hab dich lieb“ auf Deutsch bei, wenn man weiß, dass dieses Kind mit acht Jahren beschnitten, an einen achtzigjährigen Mann verkauft und vergewaltigt wurde und das aus dieser Zwangsehe entstandene Baby nun – im besten Fall – im Heim aufwächst? Die gleichen Augen lesen am Nachmittag in der Bücherei über eine bessere Zukunft. Müde Augen, kurz vor dem Zubettgehen, flüstern „Ich hab dich lieb“.

Der Freiwilligendienst im Ausland ist für mich das schwierigste und gleichzeitig wunderbarste Jahr meines Lebens. Damit Menschen wie du und ich, er und sie, wieder hoffen können – gemeinsam.

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Es gibt viel zu tun: Ein Jahr als freiwilliger Helfer in Ecuador



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 20. November 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Stephan über seine bisherigen Erfahrungen in Ecuador


Nach zwei Monaten Freiwilligendienst in Quito, Ecuador, und der nötigen Flexibilität und Gelassenheit kann ich ein positives Resümee ziehen. Ich werde im Büro bei ADRA Ecuador eingesetzt und arbeite dort zusammen mit meinem Kollegen, Daniel Hinojosa Sánchez, Koordinator für den nationalen wie auch internationalen Freiwilligendienst.

ADRA Ecuador ist ein sehr kleines Büro mit wenig Personal, jedoch vielen Projekten. Der Fokus liegt auf dem nationalen Risikomanagement, v.a. im Hinblick auf Prävention, Bildung im Allgemeinen und der Entwicklung von Dorfgemeinschaften, z.B. durch den Einbau verbesserter Küchen („cocinas mejoradas“).

Momentan unterstütze ich Daniel bei der Erstellung eines Leitfadens für das Management des Freiwilligendienstes bei ADRA Ecuador (Festlegung von klaren Prozessstrukturen im Umgang mit den Freiwilligen [Gewinnung/Anwerbung, Ausbildung, etc.]). Diese Aufgabe ist aufgrund der benötigten Spanischkenntnisse nicht immer leicht, jedoch definitiv herausfordernd und gleichzeitig lerne ich dadurch jeden Tag etwas Neues dazu. Übersetzungsarbeiten, das Editieren kleiner Zeitungsartikel und die Unterstützung bei diversen Vorhaben, momentan z.B. der Vorbereitung des Internationalen Freiwilligentages am 5. Dezember, gehören auch zu meinem Aufgabenfeld. Für das Jahr 2014 gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, in anderen Projekten auf dem Land mitzuhelfen.

Im Rahmen des Freiwilligendienstes bot sich mir auch die Möglichkeit, nach Guangaje mitzufahren und vor Ort das Projekt „cocinas mejoradas“ anzuschauen. Ich sah, wie diese verbesserten Küchen der Gesundheit der Hausbewohner beitragen. Desweiteren nahmen Daniel, Miguel und ich an der „VI. Lateinamerikanischen Regionalkonferenz über den Freiwilligendienst“ teil. Vertreter verschiedenster Länder und Organisationen waren anwesend. Diese Konferenz brachte viele neue Ideen und Impulse. So war ein zentrales Thema „voluntariado corporativo“; hier geht es um die Teilnahme privater und öffentlicher Unternehmen (und deren Belegschaft) am Freiwilligendienst, vorzugsweise in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen.

Neben dem Alltag im Büro gibt es natürlich auch die andere Seite. Ich wohne bei einer Gastfamilie in der Nähe des Büros. Dies ist eine einmalige Erfahrung! Wir verstehen uns perfekt und mittlerweile fühle ich mich auch schon als Familienmitglied.

Am vergangen Samstag war die Hochzeit meiner Gastschwester Lorena! Überhaupt sind die Ecuadorianer sehr aufgeschlossene, freundliche und hilfsbereite Mitmenschen, die einem ihre Kultur zeigen wollen. Ich muss sagen, für die zwei Monate habe ich auch schon viel gesehen und viele kulinarische Köstlichkeiten probiert :). An was ich mich gewöhnen musste, ist der Aspekt der Sicherheit auf den Straßen und bei Nacht. Die Freiheit und Sorglosigkeit, die man bei uns in Deutschland meist genießt, ist hier nicht überall gegeben. Naja, neben diesem kleinen negativen Aspekt überwiegen dann doch die positiven (!), schon allein wenn ich hier aus meinem Bürofenster rausschaue und die einmalige Landschaft sehe.

 Viele Grüße aus Ecuador und dem ADRA Ecuador Büro!

 

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Von der Schülerin zur Lehrerin und wieder zurück



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 11. November 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Elena über ihre bisherigen Erfahrungen auf den Philippinen

Lehrer sein – was das wirklich bedeutet, habe ich erst hier gelernt.

Wenn ich „hier“ sage, dann rede ich von der „Rose of Sharon VOH School“ in Puypuy, Laguna auf den Philippinen.

Seit 7 Wochen darf ich an dieser Schule als Lehrerin von insgesamt 49 Kindern im Alter von 4 bis 16 Jahren arbeiten und dabei oft feststellen, dass ich beim Unterrichten selbst noch viel dazu lerne.

Zu meinen Aufgaben gehören das Unterrichten von Schwimmen, Backen und Kunst, sowie das Assistieren in English, Science, Mathe und Word Building. Als Lehrerin auf den Philippinen bin ich nur während des Unterrichts für die Schüler da, sondern verbringe auch viel Zeit außerhalb des Klassenraums mit ihnen, da wir zusammen auf einem Campus leben.

Alle Kinder, die hier zur Schule gehen, haben vorher auf der Straße gelebt. Zwar vergisst man diese Tatsache schneller als man denkt, aber ab und zu, wenn eines der Kinder plötzlich anfängt zu weinen oder beinahe gleichgültig und nebenbei erzählt, dass seine Eltern bereits gestorben sind, dann wird einem bewusst, dass diese Kinder Dinge erleben mussten, die ein Kind nicht erleben sollte. Gerade deswegen beeindrucken sie mich mit ihrer unglaublichen Lebensfreude.

Wenn sie mir jeden Tag aufs Neue mit einem strahlenden Lächeln in die Arme laufen, fällt es mir fast nicht mehr schwer, um 6 Uhr morgens mit dem Schwimmunterricht zu beginnen.

Sollte man sich doch einmal fragen, weshalb man diese Arbeit hier macht, dann braucht man nur einen Schritt vor die Tür zu setzen und merkt sofort, wie viel es den Kindern bedeutet, dass wir für sie da sind und ihnen Aufmerksamkeit und Liebe schenken. Ob eine einfache Umarmung, kleine Spiele oder lediglich nur zuhören kann bei ihnen so viel bewirken.

Ihre positive Art ist so ansteckend, dass ich bereits merke, wie ich durch sie lerne, optimistischer und geduldiger zu sein. Dies hilft mir gleichzeitig bei meiner Aufgabe, diese äußerst aufgeweckten und eigensinnigen Kinder zu unterrichten.

„While we try to teach our children all about life, our children teach us what life is all about.“

Dieser Satz steht an der Wand im Lehrerzimmer. Je öfter ich ihn lese, desto mehr wird mir bewusst, wie viel Wahrheit doch darin liegt.

Hier Lehrerin zu sein, bedeutet viel mehr als nur zu unterrichten. Es bedeutet große Schwester, Seelsorger, Entertainer und Vorbild zu sein. Es bedeutet viel von sich selbst in diese Kinder zu investieren und gleichzeitig noch mehr wieder zurück zu bekommen. Aber vor allem bedeutet es, selber Schülerin zu sein.

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„Teacher, Teacher! I’m finished!“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 31. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Piedade über ihre bisherigen Erfahrungen in Costa Rica

Zwei Monate bin ich nun in Costa Rica und in dieser Zeit konnte ich schon einige Eindrücke sammeln und viele neue Leute kennen lernen. An so manches Essen aus der Cafeteria musste ich mich erst einmal gewöhnen und die eine oder andere Campusregel kannte ich aus deutschen Schulen auch nicht. Trotzdem stellt sich bei mir langsam so etwas wie Alltag ein. Ich bereite meinen Einzelunterricht vor, unterrichte die Kinder und gebe ab und zu Nachhilfestunden.

Eines Morgens rief mich meine Chefin zu sich ins Büro und fragte, ob ich am nächsten Tag in der Grundschule eine Lehrerin vertreten könne. Natürlich habe ich zugesagt, aber dann kamen mir direkt die ersten Zweifel: Ich habe doch gar keine Erfahrung damit, eine Gruppe von 25 Sechs- bis Siebenjährigen zu unterrichten! Wie soll ich vor eine ganze Klasse treten, wenn ich bislang immer nur Einzelunterricht gegeben habe? Werden die Kinder mir zuhören?

Egal! Die Lehrerin, die ich vertreten sollte hat mir dann ganz ausführlich erklärt, was ich alles machen soll und mir ihre Assistentin zur Seite gestellt. So war der Unterricht bei den Kindern gar kein Problem.

Ein Vorteil für mich: der Unterricht an der Schule fand auf Englisch statt und so ich konnte mit den Kindern Englisch reden. Antworten habe ich natürlich fast nur auf Spanisch bekommen. Auch wenn ich mal einzelne Worte nicht verstanden habe, waren die Kinder einfach nett zu mir oder haben sogar versucht, mir etwas auf Englisch zu sagen (was dann meistens noch schwerer zu verstehen war! 🙂 ). Es war so süß, wie sie alle irgendwie versucht haben, sich mit mir zu unterhalten.

Ein Mädchen hat mir fast ihren kompletten Familienstammbaum erzählt, ein Junge wollte mir unbedingt zeigen, was er für Flaggen gemalt hat und zwei kleine Jungs haben eine heftige Diskussion darüber geführt, welche Sprachen ich wohl sprechen kann.
Meine anfänglichen Sorgen haben sich also überhaupt nicht bewahrheitet und nach nur vier Stunden mit den Kindern habe ich sie schon so ins Herz geschlossen.

Ich freue mich wirklich schon darauf, wieder an die Grundschule zu gehen!

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Von verborgenen Türen und kostbaren Augenblicken



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 23. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Janine über ihre bisherigen Erfahrungen in Albanien

Zeit. Für mich hat sie hier eine andere Bedeutung bekommen. Einen anderen Sinn. Es sind die Momente und die Augenblicke, die jeden Tag hier in Albanien so einzigartig und kostbar machen und mir immer wieder das Gefühl geben, hier und jetzt genau richtig zu sein. Es geht darum, sich zu öffnen, jeden Tag. Die Eindrücke und Erfahrungen bereitwillig aufzunehmen und an ihnen zu reifen. Es ist ein Abenteuer. Wie eine Tür, die sich plötzlich öffnet und mir den Blick zu verborgenen Räumen freigibt, von denen ich bisher nichts geahnt habe.

Eine verborgene Tür öffnen. So fühlt es sich auch jedes Mal an, wenn ich die Roma Community in Fushe Kruja betrete. Es ist ein Schritt in eine andere Welt. Eine andere Welt mitten im normalen Alltagsleben. Armut – hinter Mauern verborgen. Akzeptiert von der Gesellschaft. Viel zu lange schon. Sobald man die Community betritt, stürmen einem die Kinder entgegen. Es beginnt ein Kampf um ein kleines Stück deiner Aufmerksamkeit. Ein kostbares Gut, dass die Kinder hier viel zu selten von ihren Eltern erhalten.

Jedes dieser Kinder trägt sein eigenes Schicksal. Ausgegrenzt von der Gesellschaft haben sie kaum eine Chance, ein Leben außerhalb der Roma Community zu führen oder einen Weg zu finden, aus der Armut zu entkommen.

Besonders junge Frauen haben es hier sehr schwer. Aufgrund der alten Traditionen, welchen die Roma folgen, werden Mädchen bereits im Alter von 11 oder 12 Jahren verheiratet, um dann mit 13 Jahren ihr erstes Kind zu bekommen. Alle Entscheidungen werden von dem Mann und der Schwiegermutter getroffen. Das Leben ist bereits vorgezeichnet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Genau hier setzt ADRA Albanien an. In dem Reflect Project, in dem ich arbeite, werden sowohl Roma Kinder, als auch junge Frauen und Männer unterrichtet. Die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren werden spielerisch auf die Schule vorbereitet. Da sie abgeschottet von der albanischen Gesellschaft in ihrer Community aufwachsen, sprechen sie ihre eigene „Roma-Sprache“ und verstehen oftmals kein Albanisch.

Jeden Tag aufs Neue füllt sich der Klassenraum und große Augen blicken mich an. Dann wird ein Lied zur Begrüßung gesungen.

Während des Unterrichts flüsterte mir Sonita, ein vierjähriges Roma-Mädchen kürzlich „Mesuese“ zu. Ich beugte mich zu ihr herunter und erwartete eine Frage. Doch was kam, waren zwei kleine Kinderarme, die sich um mich schlangen und mich zu sich herunter zogen, um mir dann einen Kuss auf die Wange zu geben. Ein Lächeln. Einer der Augenblicke, der Momente, die einem das Glück des Lebens bewusst werden lassen.

Es ist ein langer Weg und manchmal auch ein sehr steiniger. Es ist nicht immer einfach und immer wieder begegnet man Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen, doch darum geht es nicht. Es geht nicht darum, die ganze Welt zu verändern – erst recht nicht von heute auf morgen. Man braucht Geduld, Ausdauer und ein klares Ziel. Aber jeder einzelne Schritt, jeder Moment, an dem ein Kind dir sein Lächeln schenkt, ist ein gewonnener Moment. Es ist ein Ausblick nach vorne, auf eine Vision, wie es einmal sein könnte.

 Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das jeden Tag erleben darf und spüre jetzt schon, wie sehr ich jedes einzelne Kind in mein Herz geschlossen habe.

Mehr über Janines Abenteuer in Albanien erfahrt ihr in ihrem Reiseblog: http://jalbania.blogspot.de/2014/04/skopje-tirana-zu-hause.html

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Mein neues Leben als Lehrerin auf den Philippinen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 15. Oktober 2013 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Daniela über ihre bisherigen Erfahrungen auf den Philippinen

Die „Rose of Sharon“ Schule

Kinderlachen, erwartungsvolle Gesichter, viele kleine Hände die einen umarmen, das permanente Hupen der Autos und die tropische Hitze … all das ist nun gar nicht mehr wegzudenken und das, obwohl ich erst seit vor knapp vier Wochen auf dem Campus der Visions of Hope Christian School „Rose of Sharon“ in Puypuy auf den Philippinen angekommen bin.

48 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren leben hier.

Dass ich nun ihre neue Lehrerin sein sollte, war schon ein komisches Gefühl, bedenkt man einmal, dass ich selbst erst vor ein paar Monaten meine Schulzeit beendet habe. Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr auf meine neue Aufgabe gefreut und diese Freude wuchs beim Kennenlernen der Kinder ins Unermessliche.

Nach einer Woche des Einarbeitens durfte ich auch alleine unterrichten und feststellen, dass es nicht gerade einfach ist, eine quirlige Kinderschar zum Zuhören zu bringen. Auch wenn die Sprachbarriere das Kommunizieren nicht gerade leicht macht, so fällt ihnen trotzdem immer ein Weg ein, mir zu erklären, was sie sagen wollen – zur Not mit Händen und Füßen.

Es bedarf keiner Worte, um diese Kinder sofort lieb zu gewinnen. Es reicht schon, wenn sie einen einfach nur anstrahlen. Dabei vergisst man ganz leicht, was für eine Vergangenheit diese Kinder haben. Sie alle haben auf den Straßen der Metro Manila gelebt und sich irgendwie durchgeschlagen, bis sie eines Tages jemand in eines der vielen CCT Center der Stadt gebracht hat, von wo aus sie nach Puypuy übermittelt wurden. In den Straßen der Millionenstadt mussten sie zuvor ums Überleben kämpfen. Viele haben Klebstoff gegen den Hunger geschnüffelt oder wurden zu Dieben, um irgendwie an Essen zu gelangen.

Unvorstellbar, denk ich jedes Mal erneut, wenn ich sehe wie glücklich sie auf dem Klettergerüst herumlaufen, singen oder eine Mischung aus Baseball und Fußball spielen, als wären sie eben ganz normale Kinder.

Eins ist mir bewusst geworden: Lehrerin an dieser Schule zu sein, bedeutet viel mehr als nur zu unterrichten. Es bedeutet den Kindern eine neue Perspektive zu geben. Und es bedeutet, ihnen Geborgenheit und Liebe zu schenken, denn das brauchen sie am aller meisten.

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