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Ein Jahr in Costa Rica



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 03. August 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Maja

Als ich in Costa Rica ankam, dachte ich: „Puh … ein Jahr ist doch ganz schön lang!“. Aber nun bin ich seit mehr als 6 Monaten hier und mir wird ganz komisch, wenn ich daran denke, dass ich in wenigen Monaten schon wieder gehen muss.

Ich arbeite an der adventistischen Universität als Englischlehrerin für die Grundschulkinder, was manchmal mehr und manchmal weniger einfach ist, weil lateinamerikanische Kinder doch ein anderes Temperament haben, als deutsche. Als ich mich auf das Jahr hier vorbereitet habe dachte ich mir das wird bestimmt ein Abenteuer. Weit weg von Zuhause in einem wunderschönen Land mit einer anderen Kultur und einer mir unbekannten Sprache. Aber je länger ich hier bin, desto mehr wird mir bewusst, wie viel mehr es ist als nur ein Abenteuer. Es verändert mich und schenkt mir unbezahlbare Erfahrungen.

Ich bin normalerweise ein Mensch, der nicht gerne verantwortungsvolle Aufgaben übernimmt, sondern gerne Menschen findet, die – meines Erachtens – besser dafür geeignet sind. Als ich hier ankam wurde mir aber gesagt, dass ich einen Verantwortungsbereich haben werde, für den eben nur ich zuständig bin!

Zuerst habe ich mich gar nicht wohl gefühlt mit so viel Selbstständigkeit und deshalb ist am Anfang auch ziemlich viel schiefgegangen. Die Kinder haben in meinen Unterrichtseinheiten gemacht was sie wollten und ich bin ziemlich untergegangen. Aber mit der Zeit wurde es immer besser und inzwischen laufen die Stunden sogar manchmal nach Plan ab und es macht mir wirklich Spaß.

Ich bin froh, dass ich einfach mal gezwungen wurde über meinen Schatten zu springen. Zwar geht immer noch ab und zu etwas schief, aber die Momente in denen ich merke, dass ich was erreiche, erfüllen mich dafür um so mehr mit stolz. Vor allem, wenn die Kinder mir entgegenrennen und fragen, wann ich denn endlich das nächste Mal zum Unterrichten komme. Sie haben wirklich eine wundervolle Art,  einen für seine Arbeit zu belohnen und ich muss feststellen, dass ich hin und wieder schon fast so etwas wie Muttergefühle entwickle. 😉 Aber nicht nur wegen den Kindern, auch wegen den aufgeschlossenen Menschen um mich herum fühle ich mich hier rundum wohl und schon fast wie Zuhause.

Ich bin wirklich gespannt auf die Zeit, die noch vor mir liegt und dankbar, dass ADRA mir diese wunderbare Zeit hier ermöglicht.

Sonnige Grüße aus Costa Rica von Maja

 

 

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1 Jahr als Lehrer in Mexiko



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 03. Juli 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Paul

Seit über zehn Jahren entsendet ADRA Deutschland Freiwillige nach Mexiko zum Colegio Pacifico, um für die adventistische Universidad de Navojoa zu arbeiten. Das Arbeitsfeld der FSJler hat sich in dieser Zeit immer wieder geändert. Angefangen von Heimerziehern, über die Arbeit im Universitäts-Kindergarten, bis zum Erteilen von Englisch- und Deutschunterricht in der Schule, aber auch im universitären Sprachinstitut. Auch die Köche der Mensa freuen sich immer über Hilfe oder auch die Reinigungskräfte der Studentenschlafsäle, je nachdem, wie es der Stundenplan zulässt.

ADRA schickt ja schon seit vielen Jahren Freiwillige nach Mexiko. Das ist wohl auch der Grund, warum unser Umfeld sich sehr schnell an uns gewöhnte. Und auch für uns war es keine allzu starke Umstellung, zumindest was die Infrastruktur hier in Mexiko betrifft. Einzig der Zustand einiger Gebäude ist mit unter schlechter als Zuhause. Anders verhält es sich jedoch mit der Mentalität der Mexikaner. Im Allgemeinen sind die Menschen hier wesentlich geselliger und redseliger, als in Deutschland. Auf meinen Erkundungstouren in den umliegenden Dörfern und Städten wurde ich schon oftmals von Fremden auf meine Herkunft angesprochen. Als eher distanzierte Person – ich bin eben ein Deutscher 🙂 – ist es schon seltsam in solchen Situationen, in denen ich lieber meinen Gedanken nachhänge, eine lange Konversation über Deutschland und die Arbeit hier zu führen. Problematisch wird es dann, wenn sich ein kontaktfreudiger Mexikaner durch meine Reserviertheit gekränkt fühlt, was leider auch schon vorgekommen ist.

Als Lehrer in Mexiko

Die Arbeit im Sprachinstitut ist im Grunde relativ leicht. Wenn man im Englischunterricht halbwegs gute Noten bekommen hat, kann man sich gut als Lehrer in Mexiko engagieren. Man bereitet seine Stunden im Voraus vor und trifft sich dann mit seinen Schülern über den Tag verteilt in den Räumlichkeiten des Instituts. Die angebotenen Kurse übersteigen den normalen Englischunterricht aus Deutschland vom Niveau in der Regel nicht. Zudem sind die Kurse relativ klein, weil viele Studenten und externe Schüler nebenbei noch andere Verpflichtungen haben und sie daher zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Kurse besuchen. Beispielsweise habe ich einen Kurs mit nur einem einzelnen Schüler, der eine intensive Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch auf Englisch braucht. Wir treffen uns daher vier mal wöchentlich à vier Stunden, gehen ein Buch für „Business English“ durch und unterhalten uns so weit wie möglich auch auf Englisch. Ob er es letztlich schaffen wird seinen Traumjob zu bekommen, kann ich nicht sagen, da ich meine Schüler natürlich nicht dazu zwingen kann, immer pünktlich zu sein und ihre Hausaufgaben gewissenhaft anzufertigen.

Ich bin jedenfalls gespannt, was im nächsten Semester noch alles als Lehrer in Mexiko auf mich zukommt, wenn die Kurse evtl. doch größer ausfallen könnten.

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FAH in Tansania: Herausforderungen erweitern den Horizont



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 01. Juni 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Madeleine

Eine berührende Geschichte

Seit einiger Zeit absolviere ich mein FAH in Tansania. Dort lernte ich Beccy kennen. Beccy ist 11 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Benjamin in unserem Dorf, nicht weit entfernt vom Heri Hospital, indem ich momentan arbeite. Beccy hat uns mit ihren großen braunen, warmen Kulleraugen und dem unwiederstehlichen Lächeln sofort in ihren Bann gezogen. Die Kleine hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Ihr Vater verließ die Familie vor langer Zeit. Seitdem ist die arbeitslose Mutter dafür verantwortlich, die beiden Kinder alleine großzuziehen. Ihre eigene Mutter und die Schwiegermutter unterstützen sie nach besten Kräften, um den täglichen Lebensunterhalt zu sichern. Sie verkaufen auf dem Markt selbstgemachten Bananensaft und bauen Mais und Bohnen an.

Beccy kam mit der Knochenkrankheit Rachitis auf die Welt, die meist auftritt, wenn die Mütter während der Schwangerschaft zu wenig Vitamin D zu sich genommen haben. Zudem leidet sie unter der Glasknochenkrankheit, d.h. schon bei kleinen Stößen oder Unachtsamkeiten besteht jeder Zeit die Gefahr eines Knochenbruchs. So habe ich Beccy vor 8 Monaten kennengelernt. Wir besuchten sie in ihrem Zuhause und ihre Mutter erzählte uns, dass sie seit 4 Monaten nicht mal mehr in der Lage sei, sich auf allen Vieren fortzubewegen und sie über starke Schmerzen in ihrem linken Arm klage. Die Mutter konnte nicht ins Krankenhaus kommen, da sie nicht über das nötige Geld verfügte, um Beccy behandeln zu lassen.

Wir entschlossen uns, die Kleine abzuholen und im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Zu unserem Erschrecken ergaben die Röntgenbilder, dass Beccy unter einem massiven Bruch des linken Oberarmes litt und die Ärzte diagnostizierten mehrere ältere Brüche, die nicht behandelt worden waren. Man sah eine deutliche Veränderung der Wirbelsäule, der Brustkorb war nicht altersentsprechend gewachsen und ihre Beine wiesen deutliche Deformierungen auf.

Ein Rollator für Beccy

Nach diesem Befund entschloss ich mich, der kleinen Beccy soweit als möglich physiotherapeutisch zu helfen, damit sie wieder in der Lage sein würde, sich selbstständig fortzubewegen und dadurch unabhängiger zu sein. Zudem kontaktierte ich eine Bekannte, die sich um eine entsprechende medikamentöse Versorgung kümmerte. Unser Tischler James baute eigens für Beccy einen Rollator, der auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, mit dem sie aufrecht laufen kann, der ihre Lungen entlastet und ihre Muskeln dazu stimuliert, ihren Oberkörper zu tragen.

Seit dieser Zeit ist ein halbes Jahr vergangen, Beccy wird immer mutiger und ist in der Lage, eine Strecke von 5 Metern selbstständig mit einem Stock zurückzulegen. Ihrer Mutter kaufte ich von den Spendengelder eine Ziege und einen Bock, damit sie die kleinen Ziegen auf dem Markt verkaufen kann und mit diesem Geld ihren Kindern eine ausgewogenere Ernährung geben und die Krankenhauskosten für Beccy decken kann.

Wenn Grenzen schwinden: Mein FAH in Tansania

Es ist für mich immer wieder eine Ehre, zu Beccy nach Hause eingeladen zu werden. Sie geben, obwohl sie nichts haben, sie sind freundlich, obwohl ihre Lebenssituation oft zum heulen ist, sie haben immer ein Lächeln und ein nettes Wort übrig, obwohl die Sorgen ihnen die Luft zum atmen nehmen. Es fasziniert mich, mit welcher Einstellung Beccy und ihre Familie ihr Leben hier meistern, welch ein Gottvertrauen und einen unverrückbaren Glauben sie an den tag legen. Es animiert mich, mich aufzumachen, neue Dimensionen in meinem eigenen Leben zu erkunden, die Herausforderung anzunehmen, mich auf neue Situationen einzulassen und fremde Dinge auszuprobieren. Es erweitert einem die Grenzen, die man vorher als „Leitplanken“ empfand und es ist so toll zu spüren, dass ich diese Entscheidung, ein Jahr nach Tansania zu gehen, mit keiner Sekunde bereue, denn ich würde mich selbst beschneiden, wenn ich diese Geschenke, die Gott für mich vorbereitet hat, nicht annehmen würde.

Kurz gesagt: Ich bin froh, dass ich mit ADRA mein FAH in Tansania absolvieren kann.

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Hola amigos!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 14. Mai 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA „weltwärts“-Freiwiligen David

Die Zeit hier vergeht echt schnell. Zugegeben, als wir hier in Bariloche, Argentinien ankamen, war ich doch noch etwas skeptisch, ob dieses Jahr das Richtige für mich sein würde. Mittlerweile kann ich aber mit Sicherheit sagen, dass es wirklich eine gute Entscheidung war, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen.

Ich arbeite vor allem im handwerklichen Bereich, da hier sehr viel renoviert werden muss. Zum Beispiel haben wir das Büro im Kindergarten, den Nähraum und die Schreinerei angestrichen. Da letztes Jahr ein Vulkan ausgebrochen ist, sah der Campus sehr grau aus. Das brachte uns auf die Idee, den Eingangsbereich des Kindergartens mit einer Mauer und einem Blumenbeet zu verschönern. Dieses Projekt durften wir komplett selbst planen und durchführen.

Der Kindergarten

Jetzt hat das neue Kindergartenjahr angefangen und wir werden uns mehr im Kindergarten einbringen. Zwei Ideen, die wir umsetzen wollen, sind zum einen sportliche Aktivitäten mit den Kindern, in denen sie lernen, als Team zu denken und zusammenzuhalten. Zum anderen wollen wir Musikunterricht geben und mit den Kindern eigene Instrumente basteln.

„Gott, mein einziger Freud“

Auch die ein oder andere Glaubenserfahrung durfte ich hier machen. Eine davon möchte ich euch kurz erzählen:

Anfang Januar sind wir mit unserem Projektleiter in das Landesinnere gefahren. Als wir unterwegs in einem Dorf eine Pause machten, uns auf eine Mauer im Park setzten und uns unterhielten, wurden wir plötzlich von einem Betrunkenen angepöbelt. Er schrie uns an, was wir hier machen würden und ob das Auto uns gehöre. Dabei schlug er ständig auf die Mauer. Unser Projektleiter erklärte ihm, dass wir in einem Projekt in Bariloche arbeiten würden und das Auto nicht uns gehöre, sondern der Organisation, die das Projekt leite. Daraufhin fragte der Mann unseren Projektleiter, woher er kommen würde und meinte noch, dass wir bestimmt sehr reich seien, weil wir so ein Auto fuhren. Unser Leiter antwortete, dass er Schweizer sei, aber dass das keine Rolle spiele, da wir vor Gott alle gleich seien, egal aus welchem Land oder Teil der Erde wir stammten. Auf einmal wurde der Betrunkene ruhig und meinte, dass dann Gott sein einziger Freund sei, weil die Dorfbewohner ihn alle für einen Idioten hielten. Unser Leiter erwiderte, dass gerade diese Menschen, die so etwas behaupten, wirklich arm seien.

Dann erzählte er uns seine Lebensgeschichte: Seine Eltern wollten ihn nie haben und grenzten ihn immer aus der Familie aus, obwohl er immer hart gearbeitet hatte. Er fing an zu trinken, da er dachte, dass er die Probleme nicht anders lösen könne. Während des Erzählens fing der Mann an zu weinen. Unser Leiter meinte zu ihm, dass wir ihn besuchen würden, wenn wir das nächste Mal kommen und er dies möchte. Er bedankte sich und bejahte. Außerdem entschuldigte er sich dafür, dass er uns am Anfang so angepöbelt hatte.

Ich finde es sehr interessant, wie sich der Umgang dieses Mannes mit uns veränderte, als wir anfingen über Gott zu sprechen und ihn nicht mit Vorurteilen bombardierten. Das hat sein Herz so stark berührt, dass er auf einmal nett zu uns wurde und uns sogar seine Lebensgeschichte erzählte.

Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Monaten noch viele Erfahrungen machen und viel lernen werden.

In diesem Sinne

„Que dios les bendiga“

David

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Hilfe und ihre Grenzen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 30. April 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Miriam

Nachdem wir im Urlaub und auf dem Zwischenseminar waren, hat uns nun das Leben und der Alltag im Heri Hospital wieder. Es ist im Umkreis von 65km das einzige Krankenhaus. Die nächste Stadt Kigoma ist 60km entfernt. Das Krankenhaus liegt inmitten einer armen Region, in der die Menschen in Lehmhütten leben und ihre Äcker mit Bananenbäumen und Tomaten bepflanzen. Das Leben ist sehr einfach und kaum einer kann Englisch. Deshalb sind wir auch oft die letzte Anlaufstelle. Manche Patienten versuchen vorher ihr Glück beim lokalen „Doktor“, der ihren Rücken mit einem Rasiermesser bearbeitet, um die bösen Geister zu vertreiben.

Arbeit auf der Männerstation

Hier im Krankenhaus gibt es drei Stationen: Den Kreißsaal mit Wochenstation, die Frauen- und Kinderstation und die Männerstation, auf der ich arbeite. Die 18 chirurgischen Betten sind immer wieder besetzt mit Patienten, die Arm- oder Beinbrüche durch Unfälle mit dem Motorrad haben oder weil sie vom Baum gefallen sind. Außerdem haben wir oft Patienten, die infizierte Wunden am Bein haben. Die sind teilweise so schlimm, dass das Bein amputiert werden muss. Ab und zu kommen auch Patienten mit Verbrennungen. Auf der internistischen Seite mit sieben Betten sind die meisten Patienten an Malaria erkrankt, aber auch Patienten mit Anämie, Diabetes oder Schlaganfällen sind dabei.

Als ich mit meiner Arbeit hier begann, war ein zwei-jähriges Mädchen namens Savelina schon einige Wochen da. Sie ist auf der Männer-Station, weil ihr Vater bei ihr ist und auf sie aufpasst.
Beim Spielen ist sie gestürzt und hat sich den Oberschenkel gebrochen. Es konnte nicht operiert werden, weil der Knochen sich entzündet hatte. Viele Antibiotika wurden ausprobiert, aber keines half. Savelina schrie immer ganz laut, wenn wir ihr wieder Antibiotika spritzen mussten und auch beim Verbandswechsel durften wir ihren Rock nicht mal bis zur Wunde hochziehen, aber kaum haben wir sie wieder in Ruhe gelassen, war sie das liebste Mädchen. Ich habe die Kleine sehr schnell ins Herz geschlossen. Am Anfang hatte sie Angst vor uns Weißen, aber das hat sich schnell gelegt. Eines Tages schenkte ich ihr ein kleines Kuscheltier. Am ersten Tag hatte sie noch Angst davor und schmiss es weg, wenn ich es zu ihr legte, aber schon am nächsten Tag spielte sie damit.

Nach zwei Monaten im Krankenhaus kamen die Ärzte zu dem Entschluss, dass sie ihr nicht mehr helfen können. Dem Vater wurde gesagt, dass es zwei Möglichkeiten gäbe. Entweder er führe mit der Kleinen in ein anderes Krankenhaus, indem ein Wundabstrich gemacht werden könne und der Kleinen dann das richtige Antibiotika geben werden könnte oder ihr Bein müsste amputiert werden. Ich bin sehr froh, dass sich der Vater für die erste Möglichkeit entschied, obwohl das mit sehr hohen Kosten verbunden war. Leider weiß ich nicht, wie es ihr jetzt geht, aber ich hoffe, dass das Bein operiert werden konnte.

Die Grenzen der Hilfe

Oft kann man den Menschen hier nur begrenzt helfen, z.B. weil die nötigen Untersuchungsgeräte fehlen. Viele Männer sind schon an Dingen gestorben, die in Deutschland hätten geheilt werden können. Meistens weiß man nicht einmal genau, was der Patient hat. Man tappt im Dunkeln. Die Ärzte, Krankenschwestern und Klinik Officer – Ärzte, die vier Jahre studiert haben – tun ihr Bestes, aber oft hilft es nicht. Manchmal können wir einfach nur daneben stehen und müssen mit ansehen wie der Patient stirbt. Das ist sehr ernüchternd.

Dennoch mache ich die Arbeit hier gerne und freue mich über jeden Patienten, der gesund das Krankenhaus verlassen kann.

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„Uji-Time“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 27. April 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Lilli

„Lilliiii“, höre ich Peter meinen Namen rufen, als ich um 9:00 Uhr den Aufenthaltsraum im Babyheim betrete. Es ist „Uji“- Zeit. Uji, so heißt der Maisbrei, den die Kinder hier jeden Morgen bekommen. Peter deutet mit seinem kleinen Finger auf die bereits vorbereiteten Frühstücksschälchen und wiederholt: „Lilli, Uji Uji!“. Er liebt diesen Brei und kann es kaum erwarten, dass es endlich los geht. Während Peter mit den anderen älteren Kindern selbstständig essen darf, werden die jüngeren Kinder von den Nannys und uns Freiwilligen gefüttert. So startet quasi jeder Tag für mich, hier im Babyheim „Cradle of love“.

Unsere 48 Kinder

Nach acht Monaten im Babyheim kenne ich mittlerweile alle individuellen Vorlieben und Eigenarten unserer 48 Kinder. Der zweijährige Peter mag keine Luftballons und braucht Zeit, um sich an neue Betreuungspersonen zu gewöhnen. Sein Zwillingsbruder Eric hingegen ist ein Troublemaker, der sich alle 10 Minuten neue Herausforderungen sucht, gerne auf Tische klettert und nur selten weint. Die gerade einmal ein Jahr alte Rehema ist eine Kämpfernatur. Sie ist zierlich und sieht damit so unschuldig aus, hat jedoch keine Skrupel ihre Zähne auch mal als Waffe einzusetzen, wenn ihr etwas nicht passt. Jedes unserer Kinder ist einzigartig und hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Ich bin sehr dankbar, dass ich sie auf ihrem Weg ein Stück weit begleiten kann.

Jeden Tag gibt es etwas zu lachen und oft sind es Kleinigkeiten, die mir für immer in Erinnerung bleiben. Mit zu den schönsten Momenten gehören Augenblicke, in denen wir sehen können, dass ein Kind Fortschritte gemacht hat, zum Beispiel wenn es ein neues Wort gelernt hat, es sich traut selbständig zu gehen oder keine Windel mehr braucht, weil es nun zum „Potty“ geht.

Es ist faszinierend, zu beobachten, wie kreativ Kinder mit manchen Sachen umgehen. Anstatt – wie erwartet – mit den Spielzeugen aus den zwei Körben zu spielen, entscheiden Eric und Peter sich lieber für die Aufbewahrungskörbe und lassen die Spielzeuge links liegen. Das zeigt mir immer wieder, wie anders und offen Kinder ihr Umfeld betrachten und welches Potenzial dahinter verborgen ist. Es fordert mich auch heraus, mein Umfeld aus einer neuen Perspektive zu beobachten und meinen Blick für neue, vielleicht unerwartete Dinge zu öffnen.

Fazit

In den letzten 8 Monaten im Babyheim habe ich so einige Erfahrungen machen können. Viele waren schön, manche traurig, wieder andere haben mich zum nachdenken angeregt. Manche Erfahrungen haben mich sicherlich auch geprägt. Ich habe so viel von diesen kleinen Menschen gelernt und möchte keine Minute meiner Zeit mit ihnen missen!

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Ein Jahr bei den Kindern in Moldawien



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 25. Januar 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Claudio

Die Zeit vergeht wie im Flug. Nun bin ich schon über vier Monate in Moldawien und fühle mich hier sehr wohl.

Die ersten Wochen: Aufregung pur
Die ersten Wochen meines Freiwilligendienstes waren sehr aufregend, da für mich vieles neu war: neue Wohnung, neue Gemeinde und auch neue Freunde. Vor allem aber durfte ich mich über weitere vier Wochen puren Sommer freuen.

Im Tonstudio von ADRA Moldawien

Kaum waren wir in Moldawien angekommen, erwartete uns schon die erste spannende Aufgabe. Christian und ich durften gemeinsam mit Eva, einer ehemaligen ADRA-Freiwilligen, einen Werbefilm über das Kinderzentrum „Curcubeul Sperantei“ (Regenbogen der Hoffnung) in deutscher Sprache aufnehmen. Das war sehr aufregend und hat uns allen viel Spaß gemacht.

Alltägliche Aufgaben im Zentrum
Das Kinderzentrum „Curcubeul Sperantei“ befindet sich in einem kleinen Ort namens Vadul lui Voda, 30 Kilometer von der Hauptstadt Chisinau entfernt. Diese Strecke fahren wir täglich in Kleinbussen, die zwar eng und nicht selten überfüllt sind, uns aber viel schneller ans Ziel bringen, als die normalen Busse. Vormittags, wenn die Kinder noch in der Schule sind, haben wir Zeit, den Mitarbeiterinnen zu helfen. Bei dem großen Gelände und den vielen aktiven Kindern fallen ständig Reparaturen und Sanierungen an. So hatten Christian und ich zum Beispiel Gelegenheit, das Gartentor neu zu lackieren. Jetzt erstrahlt es wieder in neuem Glanz und kann hoffentlich noch einige Jahre seinen Zweck erfüllen.

Zurzeit beherbergt das Heim 14 Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren, mit denen wir jeden Tag zusammen essen, spielen und lernen.  Aber auch die anfallenden Hausarbeiten, wie zum Beispiel die Grundreinigung der Schlafzimmer erledigen wir zusammen. Oft spielen wir mit den Kindern draußen im großen Garten oder gehen mit ihnen an den naheliegenden Fluss, um dort mit ihnen zu schwimmen – vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit. Es macht mir großen Spaß, Zeit mit den Kindern zu verbringen und mit ihnen viele tolle Sachen zu erleben.

Stadtfest von Chisinau

Am 14. Oktober 2011 feierte die Hauptstadt ihren 575. Geburtstag. Im Rahmen der Feierlichkeiten gab es im Stadtzentrum mehrere Bühnen mit Live-Musik, Imbissstände und Ausstellungen jeglicher Art. Auch wir vom Kinderzentrum waren mit einem Stand vertreten. Um Spenden für das Kinderheim zu sammeln, haben wir dort verschiedene Aktivitäten und Gewinnspiele angeboten. Es gab einen Stand zum Kinderschminken und wer wollte, konnte sein Glück an unserem selbst gebastelten Glücksrad versuchen oder einen selbst gemachten Kühlschrankmagneten erwerben. Insgesamt war das Kinderheim mit der Aktion sehr erfolgreich, dank der Hilfe von über 20 freiwilligen Mitarbeitern aus den Ortsgemeinden und natürlich den Kindern aus dem Heim.

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Ein Tag im Kindergarten „Gotitas de Luz“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Sonntag, 18. Dezember 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Ulrike

Hola! Ich bin Ulrike und arbeite seit September 2011 für ein Jahr im Kindergarten „Gotitas de Luz“ in Bariloche, Argentinien. Hier gibt es drei große Räume, in denen sich die Kleinkinder, in den Altersgruppen von 2 bis 4 Jahren, aufhalten. Die meiste Zeit verbringe ich mit der Gruppe der 2-Jährigen, insgesamt 13 Kinder. Es macht mir großen Spaß, diese Kinder auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Wir haben viel Freude zusammen. Zusammen lachen, lernen und schöne Momente teilen – eine wunderbare Arbeit!

Normalerweise sieht der Tagesablauf etwa so aus:

Wir fangen mit einer Begrüßungsrunde an, in der wir einige Lieder singen. Dann  haben die Kinder freie Spielzeit. Zusammen wird gebastelt, gemalt oder gemacht, was uns sonst noch so in den Sinn kommt. Danach dürfen sich die Kids im Garten oder im großen Salon so richtig austoben. Nach dem Toben versammeln wir uns wieder, um gemeinsam Kakao oder Tee zu trinken und Kekse zu essen. Zum Abschluss lese ich den Kindern ab und zu noch eine spannende Geschichte vor oder wir singen ein paar Lieder und dann sind die drei Stunden Kindergartenzeit auch schon wieder vorbei.

Vor etwa zwei Wochen haben wir gemeinsam mit den Kindern Alfajores zubereitet. Das sind leckere Kekse, gefüllt mit „Dulce de Leche“, einer sehr süßen Karamellcreme. Diese Kekse lieben die Kinder.

Zuerst werden natürlich die Hände gewaschen, anschließend, wenn alle sitzen und einigermaßen ruhig sind , zeigen wir ihnen, wie die Kekse zubereitet werden. Und dann geht’s los. Fleißig sind die Kleinen am Hantieren und sehr bemüht, ihre Finger nicht all zu oft zum Mund wandern zu lassen.J Das gelingt zwar nicht immer, aber der gute Wille zählt. Zum Schluss essen wir die Alfajores dann zu Kakao und Tee.

Jetzt sind allerdings erst einmal Ferien bis Ende Februar. Also werde ich mit den zwei anderen ADRA-Freiwilligen draußen auf dem Gelände arbeiten.

Hasta Pronto! Saludos Uli

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Ein Jahr im Baby-Waisenheim “Cradle of Love” in Tansania



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 05. Dezember 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Geschrieben von der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Sarah.

Ich finde es erstaunlich, wie schnell auch hier die Zeit vergeht, denn jetzt sind seit meiner Ankunft in Tansania schon mehr als zwei Monate vergangen. Natürlich hatte ich am Anfang Bedenken und fragte mich, wie es wohl sein würde und was mich erwartet? Wir Freiwilligen wurden von ADRA zwar sehr gut vorbereitet, aber trotzdem verschwanden die Bedenken nie ganz aus meinem Kopf und ich bin sicher, meinen Kollegen ging es da ähnlich. Schließlich ist es nicht ganz ohne, seine Heimat und sogar sein Heimatland zu verlassen und ein Jahr in einem noch fremden Land zu verbringen.

Ein zweites Zuhause

Doch seltsamerweise habe ich mich hier in Tansania nie wirklich fremd gefühlt. Lilli (eine weitere ADRA-Freiwillige) und ich haben uns von Anfang an wie Zuhause gefühlt. Vielleicht mag das auch der Grund sein, warum die Zeit wie im Fluge vergeht. Ich liebe es, mit den Kindern zu spielen, sie zu knuddeln und mitzuerleben, wie sie sprechen und laufen lernen. Viele von ihnen haben schwere Schicksalsschläge hinter sich und sprühen trotzdem vor Lebensfreude. In der kurzen Zeit, die wir hier sind, haben wir schon zwei Adoptionen miterleben dürfen und sind froh, beide Kinder in gute Hände vermittelt zu wissen. Trotzdem konnte ich die eine oder andere Träne nicht zurückhalten, als Rosi mit ihren neuen Eltern unser Gelände verließ. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Kinder und Babys einem so schnell ans Herz wachsen. Mittlerweile vermisse ich sie sogar schon an unseren freien Tagen.

Ein besonderes Erlebnis

„Unsere“ Kinder im Baby-Waisenheim freuen sich immer riesig, wenn wir unser Gelände verlassen und zum Beispiel einen Ausflug in den Zoo machen. Man mag es kaum glauben, aber auch in Tansania gibt es einen Zoo. Mit acht der älteren Kinder machten wir uns an einem sonnigen Vormittag mit dem Auto auf den Weg. Die Kinder waren so aufgeregt, dass wir insgesamt vier Potti-Pausen (Klo-geh-Pausen) machen mussten. Am Ende des Tages waren wir uns alle einig: Der Tag war ein ganz besonderes Erlebnis, nicht nur für die Kleinen. Ich möchte es nicht missen hier zu sein und genieße jede Minute meiner Zeit in Tansania.

 

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Afrika für Anfänger



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 24. November 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Sarah

Nach langer Vorbereitung waren wir endlich im Flieger nach Afrika. Ein lang gehegter Traum wurde wahr. Fremde Gerüche, eine unbekannte Sprache und eine völlig fremde Kultur: Afrika, wir kommen! Als motivierte Freiwillige brannten wir darauf, mit unserer Arbeit zu beginnen, doch es gab und gibt noch Einiges für uns zu lernen:

Afrika bedeutet: Zeit haben

„Pole Pole“, das heißt „immer mit der Ruhe“ und ist hier nicht nur eine Redewendung, sondern eine Lebenseinstellung, denn hier dauert Vieles einfach länger als in Deutschland. Uhrzeiten werden nur als Richtwerte angesehen. Da kann die Beschaffung von zwei Eimern Farbe schon einmal mehr als vier Tage in Anspruch nehmen. Und auch die Aussage „Ich bin gleich da!“, ist sehr subjektiv zu betrachten. Das stellt für den motivierten, deutschen Freiwilligen eine große Herausforderung dar. Erstaunlicherweise funktioniert das System trotzdem irgendwie.

Afrika bedeutet: sich Zeit nehmen

„Habari“ heißt so viel wie: „Was gibt‘s Neues?“ Bei jeder Begegnung wird dieses Begrüßungsritual gepflegt. Man geht erst wieder getrennte Wege, wenn man gegenseitig von der anderen Person erfahren hat, was es für Neuigkeiten bei den Kindern, der Arbeit oder Zuhause gibt. Das Miteinander und die Anteilnahme am Leben der Anderen werden in Afrika sehr geschätzt. Auch das muss man erst einmal lernen. Nur mal schnell ins Büro eilen, um die Informationen für die nächsten Arbeitsschritte zu erhalten, während man noch in der Tür steht, das scheint nur in Deutschland zu funktionieren. Denn hier nimmt man sich noch Zeit füreinander.

Afrika bedeutet: seine Zeit mit Anderen teilen

„Karibu“, das heißt „Herzlich Willkommen“ und dieses Wort spiegelt die Grundeinstellung der Afrikaner wieder, denn das Leben in Afrika findet in der Gemeinschaft statt. Wir werden regelmäßig eingeladen und sind immer gerngesehene Gäste. Meistens wird dann ein riesiges Festmahl aufgetischt und die gemeinsamen Stunden miteinander werden genossen.

So viel Zeit in der Gemeinschaft zu verbringen und so viel Kontakt mit noch unbekannten Menschen zu haben, ist anfangs natürlich ungewohnt. Doch wir lernen hier sehr schnell, uns zu öffnen und die Menschen in unser Herz zu schließen. Viele Dinge und Gepflogenheiten hier in Afrika verstehen wir aber bis heute nicht oder lehnen sie ab. Andere dagegen haben wir in unseren Alltag integriert und versuchen, sie wie kostbare kleine Schätze mit nach Hause zu nehmen, um sie dort weiterzugeben.

Ich freue mich darauf, auch weiterhin Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen kennenzulernen.

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