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Jasmin ist zurück!!!



Geschrieben am Montag, 30. Juni 2008 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

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Hallo meine Lieben HIER in Deutschland

Ja, ich bin zurück, noch ein bisschen schockiert von dem allen hier, die Kulturunterschiede sind dann doch ganz ganz gewaltig…

Ich brauche noch ein bisschen Zeit mich hier wieder ein bisschen einzuleben. Ich wollte euch erzählen noch von meinen letzten Erfahrungen die ich mit dem Hurrican machen durfte, da einige noch gar nicht wissen, wie das ausgegangen ist. Nachdem wir ja das Boot, das uns zu den Inseln bringen sollte verpasst haben, sind wir in eine Unterkunft gekommen, und dort als wir uns endlich eingerichtet hatten und uns dann einen Platz zum Bibelstudieren suchten, da sah ich im Vorbeigehen einen jungen Mann sitzen, der vor sich die Bibel aufgeschlagen hatte… wow! Ich war begeistert, habe dann sofort umgedreht und ihn gefragt was er denn da studiert: „Ich lese gerade Johannes!“ Wow, ich war feuer und flamme, da gibt es doch wirklich jemanden, der seine freie Zeit sinnvoll nutzt und die Bibel liest. Also habe ich ihn gefragt ob er denn nicht lust hätte mit uns zusammen ein bisschen die Bibel zu studieren, er willigte sofort ein, und somit hatten wir eine wunderbare Unterhaltung über einige sehr spannende Themen.

Auch ein älterer Mann der dort angestellt war kam dazu, er war überwältigt, er meinte das er schon seit 7 Jahren hier arbeitet, aber das noch nicht einmal erlebt hat, das Menschen kommen und die Bibel studieren, er war hin und weg. Auch der junge Mann fing an zu erzählen, das er das noch nie erlebt hat, sonst wird er immer nur gefragt nach Disco oder Party oder sonst was, auch er war sichtlich Überrascht, und am Ende unseres Gespräches haben wir ihm einige Gigabyte an Predigten da lassen dürfen, dank sei dem Herrn!! Somit hatten wir eine sehr gesegnete Zeit, und Jodi und ich wussten schon dort warum wir das Boot verpasst hatten und jetzt hier an diesem Ort sind, aber das sollte noch nicht alles sein.

Abends als wir mit einigen anderen Gästen zusammen saßen, erzählten sie uns von einem Hurrican Namens Felix, der direkt auf uns zusteuert. Als wir diese Nachricht hörten, waren wir erst einmal ganz baff und waren Gott sehr dankbar, das er uns nicht auf die Inseln geschickt hat, denn dort hätten wir dann sowieso evakuiert werden müssen, kein Urlauber durfte mehr auf den Inseln sein, und auch die Inselbewohner flohen zum Größten Teil auf das Festland. Alle um uns herum waren sehr aufgeregt, und meinten das wir so schnell wie möglich hier wegmüssen, das es einfach kein Spaß mehr ist, das dieser Hurrican die Kategorie 5 hat und das sehr sehr gefährlich ist. Okay, das war krass, also es geht hier ums Leben. Das was uns einfiel, war an sich ruhig sein und abwarten was Gott dazu sagt. Ich bin Gott so dankbar, das man in solchen schwierigen Situationen immer wieder zu ihm kommen darf und ihm alles übergeben kann. Also haben Jodi und ich uns abends zusammengesetzt und mit Gott geredet, wir haben ihn gefragt was wir machen sollen! Vielleicht zurückgehen? Oder weiter ins das Landesinnere fliehen oder vielleicht noch weiter nach Nicaragua? Was ist dein Plan? Nach dem gemeinsamen Gebet haben wir beide noch einzeln mit Gott geredet und danach haben wir uns ausgetauscht, was Gott uns gesagt hat. Er hat uns beiden gesagt, das wir in La Ceiba bleiben sollen, das wir da sicher sind, wir sollten nur in eine andere Unterkunft gehen, die etwa eine halbe stunde im Jungle liegt. Also somit wussten wir wohin wir gehen sollten. Dank sein unserem Vater, das er einem in solchen schweren Entscheidungen alles einfach abnimmt.

Dann als wir uns schlafen legen wollten, klopfte es auf einmal an der Tür und der junge Mann, mit dem wir die Bibel studierten kam rein. Er setzte sich hin und fing an uns sein Leben zu erzählen. Er begann in seiner Jugendzeit, er erzählte uns alles mögliche was er gemacht hatte. Er erzählte uns das seine Eltern früh gestorben sind an AIDS, er aber darüber eigentlich nicht spricht, aber er hat das gefühl uns das erzählen zu können. So erzählte er uns auch von seinen ständigen Problemen mit der Polizei, von seinen kriminellen Machenschaften, auch von seinen Mordgedanken, er erzählte uns von seiner langen Zeit im Knast und letztendlich das er vor 2 Monaten ein Kind bekommen hat, es aber noch nicht mal zu Gesicht bekommen hat. Er erzählte uns jedes detail aus einem sehr traurigen Leben. Nach einiger Zeit als er fertig war und wir erstmal sehr geschockt waren über das was wir alles da hörten, meinte er nur noch mal ganz begeistert, ich habe noch nie solche Menschen getroffen, die so überzeugt sind von dem was sie glauben, er bedankte sich und somit verabschiedete er sich. Liebe Freunde, nehmt Oskar in eure Gebete mit auf, Gott ist dabei sein Leben gewaltig zu verändern.

Am nächsten Morgen, der besagte Tag vor dem Hurrican, machte ich Andacht, und wisst ihr was? Gott hat mir meine Angst weggenommen, die da doch noch so ab und zu durchgekrochen kam, – alle Hotelgäste waren schon sehr früh morgens abgereist- und es war ein komisches Gefühl, das Wissen, das da etwas krasses auf dich zukommt, aber du weist nicht was, oder wann und vor allem wie stark die Auswirkungen sind…aber als ich las hat mir unser wundervoller Vater im Himmel eine ganz besondere Nachricht gegeben, er sagte mir, das er selbst die Stadt beschirmen wird und auch uns beschützen wird…Somit war ich mir sicher, es wird nichts passieren… Wir haben uns dann auf den Weg gemacht auf die Lodge im Jungle und dort haben wir uns dann ganz wohl gefühlt, mitten in der atemberaubenden Natur.

Dann der nächste Tag, Dienstag, der Hurrican soll kommen um 12 Uhr mittags, wir machten morgens einen schönen Spaziergang und genossen noch jede Minute in der Natur, dann fing es an zu regnen, wir machten kehrt doch bis wir wieder zurück waren, waren wir schon bis zur Haut durchnässt, der Regen wurde stärker und stärker. Also das sind wohl die Anfangswehen des Hurricans, aber okay, wir wussten wir sind sicher! Noch 2 andere Gäste haben sich dorthin verirrt, sie waren ziemlich beunruhigt wegen des Hurricans, wir meinten dann nur, das sie sich keine Sorgen machen brauchen, wir sind hier sicher, Gott beschützt uns hier. Somit haben wir auch dort ein wundervolles Gespräch mit ihnen führen können, sie hatten eine Menge fragen über uns Adventisten, dank sei dem Herrn! Und als der Hurrican kommen sollte, waren wir immer noch im Gespräch und haben fast schon vergessen das er eigentlich kommen sollte, es regnete und regnete und regnete, aber nichts mehr, kein Lüftchen zu spüren, den ganzen Tag, unglaublich, Gott ist so unglaublich, wenn er dir etwas sagt, dann macht er das, du kannst ihm total vertrauen.

Diese unglaubliche Erfahrung hat mich unheimlich gestärkt in meinem Vertrauen zu Gott, ich bin Gott sehr dankbar dafür…Wir können einfach sicher sein, das Gott seinen Plan für uns hat, auch wenn manchmal Dinge nicht so laufen wie wir sie uns vorgestellt haben oder erhofft haben, Gott weiß genau warum er die Wege so lenkt wie er sie lenkt…Er sieht alles mit seinen Augen, er weiß was passieren würde, wenn er uns so laufen lassen würde wir wir uns das manchmal vorstellen, also muss er uns manchmal einen Stein in den Weg legen…Er liebt uns und er will nur das Beste für uns, manchmal heißt das für uns einfach nur Blind vertrauen. Aber ich kann sagen, das genau das das ist, was sich lohnt, wir wissen das wir Gott vertrauen können, wir wissen das er ein Vater ist der nur unser Bestes will, warum sollten wir dann nicht daran glauben?
Nach diesen aufregenden Tagen, durften wir dann doch noch auf die Inseln und dort noch ein bisschen Urlaub genießen, auch dort lenkte Gott jeden unserer Schritte.

Ich durfte eine Menge atemberaubender Dinge sehen, eine Seeschlange und eine Menge von Seegurken, die sind superwitzig, und natürlich eine Menge von den wundervollsten Wesen des Meeres und am letzten Tag dort hatten wir noch eine wunderbare Konversation mit Patricio, auch um ihn möchte ich euch bitten zu beten, er hielt nichts von Gott, und Jesus war für ihn ein Mann wie jeder andere, aber nach einem sehr langen Gespräch kam auch er ins Grübeln und mit dem Versprechen das er das Buch, „Das leben Jesu, von Ellen G. White“ lesen wird, haben wir uns dann zufrieden gegeben. Wir haben uns jetzt vorgenommen für ihn ein ganzes Jahr zu beten, und ich bitte euch auch darum, denkt in euren Gebeten an ihn und an die vielen Menschen, die Gottes umwandelnde Liebe und Kraft noch nicht kennen gelernt haben. Zurück im Heim, nach einer aufregenden Woche, die letzten 3 Tage in Honduras mit den Kids. Ich habe jede Sekunde die mir noch blieb genossen.

Die letzten Nächte haben die Kids mich in ihrem Zimmer einquartiert um dort bei ihnen zu schlafen, zusammengekuschelt, eng umschlungen, sie waren traumhaft. Ich liebe sie, und sie fehlen mir sehr. Jetzt bin ich hier seit einer Woche und ich bin mal gespannt wie das weitergeht, irgendwie fühlt es sich so an, als ob da gar keine Zeit verstrichen wäre, alles ist so wie vorher, es hat sich nicht viel verändert, aber eines hat sich gewaltig verändert, meine Einstellung, als ich hier ankam und mal geschaut habe, was denn da alles in meinen Schränken war, traf mich fast der Schlag, so eine Menge Zeug, ich habe erst mal angefangen alles rauszuschmeißen, alles einfach weg. Es hat mich sehr erschreckt, mit was für Dingen ich mein Geld investiert habe, mein Zeit, meine Gedanken. Ich bin Gott unheimlich dankbar, das er mich in dieses Jahr gesendet hat, das er mir die Möglichkeit gegeben hat mal aus meiner „Blase“, die mich umgeben hat, herauszukommen. Ein ganz anderes Leben kennen zu lernen,  ein Leben in dem es genug ist aus einem Koffer zu leben, indem nicht der ganze Druck des Konsums ist.

Ein Leben, das nicht bestimmt wird von der Gesellschaft, ein Leben das dir nicht sagt was du sein musst um angenommen zu werden.
Ein Leben in dem man das Leid sieht, die Not die Armut, die uns hier nicht im geringsten bewusst ist.
Ein Leben in dem man auf Gott vollkommen angewiesen ist.
Ein Leben in dem es das wichtigste und ununterlässig ist, alles in Gottes Hände zu geben.
Ein Leben in dem dir nichts anderes übrig bleibt als zu vertrauen, weil du die Staatliche Sicherheit nicht hast.
Ein Leben in dem du Zeit hast, dich so wie du bist kennen zu lernen, ohne Einfluss von Außen… Ein Leben für Gott, und das wünsche ich dir, das du auch begreifst, das jede Minute deines Lebens wertvoll und unheimlich kostbar ist und es das wichtigste ist diese Zeit, jede Sekunde deines Lebens in Gottes Hände zu legen…Denn wenn du das nicht machst, dann wirst du irgendwann aufwachen und merken das diese Zeit nicht richtig angelegt war, das diese Zeit Verschwendung war.
 
 

Erst dann wenn du jede Minute deines Lebens in Gottes heilende, schützende Hände legst, dann wird jede Minute zur kostbarsten und schönsten deines Lebens. Hör nicht auf die Gesellschaft, die dir sagt wie du sein musst, hör auf Gottes Stimme, die dir sagt wie du sein kannst, er kann dich zum allerglücklichsten Menschen machen. Ihm kannst du vertrauen. Vertrau ihm, Gottes Segen und herzlichen Dank für deine begleitenden Gebete das Jahr über, Gott hat sie erhört.

Jassy

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