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Lesotho – ein Königreich im Himmel



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 23. Mai 2019 von ADRAlive-Team

Ein Bericht von Tabita, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr mit ADRAlive! in Lesotho verbringt.

Lesotho. Ein Land umgeben von Südafrika. Gezeichnet durch die unzähligen Berge, wodurch es unter anderem auch den Namen „Königreich im Himmel“ oder „Bergkönigreich“ zu verdanken hat. Durch die völlig unterschiedliche Kultur und Lebensweise in diesem so ganz unterschiedlichen Land habe ich so einiges an unbezahlbaren Erfahrungen sammeln dürfen.

Als Krankenschwester habe ich in einem kleinen, ländlich gelegenen privaten Krankenhaus in der Nähe der Hauptstadt gearbeitet und außerdem in einem palliativen Pflegedienst mitgeholfen.

Eine völlig neue Erfahrung, wenn man das Gesundheitssystem in Deutschland gewöhnt ist. Anpassen und umdenken war hier angesagt. Da musste dann als Krankenschwester schon mal bei Operationen assistiert werden, Zähne gezogen, Wunden genäht usw. Der Lerneffekt war dementsprechend groß und die Erfahrung unbezahlbar.

Ein Tag im CEHAL-Krankenhaus (Centre for equal health access Lesotho)

Morgens um sieben Uhr – naja manchmal auch etwas verspätet, aber an die afrikanische Zeit oder eher Pünktlichkeit muss man sich hier wohl oder übel gewöhnen – steht die Übergabe für den Tagdienst an. Der Nachtdienst, der zwölf Stunden – von 19 Uhr bis sieben Uhr arbeitet, gibt alle wichtigen Informationen über die Patienten an den nächsten Dienst weiter. Hierbei gehen alle Krankenpfleger und Krankenschwestern von einem Patientenzimmer zum nächsten und hören sich Diagnosen, Beschwerden, Auffälligkeiten etc. an. Wenn dann der Nachtdienst nach getaner Arbeit nach Hause geht, geht es für den Tagdienst mit allen weiteren Aufgaben los. Vorbereitung für die morgendliche Visite, Medikamente und Frühstück an die Patienten verteilen und die ersten Patienten, die zur Untersuchung kommen, versorgen. Da es hier eine Vielzahl von HIV- und Tuberkulose- (Infektionskrankheit-)Patienten gibt, werden alle Patienten, bevor sie einen Arzt sehen, von einer Krankenschwester genau darauf gescreent. Meine Aufgabe war meistens die Versorgung der Patienten in den Patientenzimmern. D.h. Frühstückt und Medikamente verteilen, Blutdruck-, Puls- und Temperaturmessung, Wundversorgungen, Blutabnahmen, Zugänge legen, Injizieren und alles dokumentieren. Außerdem auch im Kreissaal und im OP-Saal assistieren. Und so unterschiedlich jeder Tag mit Aufgaben gefüllt ist, so unterschiedlich sind auch die Erfahrungen, die ich erleben durfte. So habe ich an einem Tag zum Beispiel erlebt, wie die Einwohner Lesothos, die Basothos, mit Notfällen umgehen. Da es hier keinen Krankenwagen gibt, der durch eine Notfallnummer in kürzester Zeit vor Ort und Stelle ist, wird dieses kurzerhand von den Angehörigen selbst übernommen. Ist kein privates Auto im Besitz der Angehörigen wir dann das nächstliegende Auto angehalten und so wird der Patient dann auf der Ladefläche eines Pick-ups in das Krankenhaus gefahren, um dort bestmöglich versorgt zu werden.

Trotz aller Ernsthaftigkeit soll der Spaß während der Arbeit nie ausbleiben. Als ich eines Tages im OP-Saal assistiert habe und dann plötzlich die deutsche Nationalhymne aus dem Handy des operierenden Arztes ertönte, war ich zunächst ziemlich überrascht, musste im nächsten Augenblick aber sichtlich anfangen zu schmunzeln.

Ja, so kann die Arbeit hier im Krankenhaus mit dem Arzt schon mal aussehen.

Meine Wohnung ist ausgerüstet mit fließendem Wasser und eigener Toilette – ein Privileg hier in Lesotho, in dem die meisten ohne fließendes Wasser leben und auch die Toilette außerhalb in Form eines Plumpsklos ist. Die Wohnung befindet sich direkt neben dem Krankenhaus, wodurch mein Weg zur Arbeit nur zirka 30 Sekunden in Anspruch nimmt. Im Gegensatz zu manch anderen Arbeitskollegen, die mit einem Taxi zu Arbeit gefahren werden, auf jeden Fall zeitsparender. Taxi, hört sich zunächst zwar sehr teuer an, für eine zehnminütige Fahrt wird hier jedoch nur zirka 50 Cent bezahlt.

Ein eigener Wecker ist hier eigentlich nicht notwendig, da hier der Hahn, umringt von vielen Hühnern und Enten, schon morgens früh seinen Einsatz gibt. Und wenn der mal verschlafen sollte, ist das Schaf zur Stelle. Für die Begrüßung morgens, wenn ich aus meiner Tür trete, sorgt dann der Hund, der schon beim Umdrehen des Türschlosses freudig angerannt kommt. Außerdem gehörig zum Krankenhaus Campus ist ein Pferd das alleinig für die Freiwilligen von den Ärzten angeschafft wurde.

So ist das Leben hier doch sehr entspannt und ruhig, aber trotzdem immer wieder überraschend.

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Albanien – gerne, immer wieder!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 23. Mai 2019 von ADRAlive-Team

Ein Bericht von Jeanine, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr mit ADRAlive! in Albanien verbringt.

Vor genau neun Monaten bin ich ohne jegliche Erwartungen in ein mir fremdes Land gegangen. Tatsächlich ohne Erwartungen, da meiner Mitfreiwillige Marie und mir kurz vorher noch nicht klar war, dass wir nach Albanien gehen würden.

Ich erinnere mich noch, wie wir aus dem Flugzeug stiegen und an einem kleinen Flughafen in der Hauptstadt Tirana, die schon bald darauf zu unserem zweiten Zuhause wurde, gelandet sind, umgeben von einer schönen Berglandschaft.

Wir wurden von einem unserer Kollegen abgeholt und sehr herzlich willkommen geheißen. Der erste Unterschied zu Deutschland fiel uns sehr schnell auf, nämlich der chaotische Straßenverkehr. Es kamen allerdings noch einige weitere Neuheiten hinzu, an die wir uns unerwartet schnell gewöhnt haben.

Mich fragte vor Kurzem jemand, wie ich mein Auslandsjahr in drei Worten beschreiben würde – eines davon wäre das Wort Kaffee. Ob vor, während oder nach der Arbeit, es gibt immer Zeit für einen Kaffee. Daran gewöhnt man sich natürlich gerne und schnell! Flexibilität beziehungsweise Spontanität steht an zweiter und an dritter Stelle Gelassenheit. Vieles wird hier sehr gelassen genommen und was man heute nicht schafft, macht man morgen, aber im Endeffekt klappt es irgendwie immer.

Nicht nur von unseren Kollegen wurden wir herzlich aufgenommen, man wird auch auf der Straße gerne mal angesprochen, woher man denn komme und was man hier mache.

Tirana selbst bezeichne ich immer gerne als eine Mosaik-Stadt! Warum? Weil hier so ziemlich alles zusammengewürfelt aussieht. Eine abstrakte Brücke vor einem antik aussehenden Haus oder Gebäude, die aussehen als wären sie aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgenommen und irgendwo hinplatziert worden, ist hier Standard. Aber gerade das verleiht Tirana eine bunte Vielfalt und einen gewissen Charme.

Was ich gelehrt, aber auch gelernt habe…

Albanien Freiwilligenjahr

Unsere Aufgaben haben sich mit der Zeit ergeben. Zu Beginn beobachteten wir viel und halfen mal hier und mal da. Mittlerweile haben Marie und ich unser eigenes Projekt und lehren Kindern zwischen 13 und 17 die deutsche Sprache. Jeden Montag und Mittwoch gegen Nachmittag beginnen die Deutschstunden, in denen wir nicht nur Unterricht halten, sondern unseren Schülern auch von Deutschland erzählen. Besonders begeistert sind sie, wenn wir ihnen deutsche Süßigkeiten oder selbstgemachte Brezeln mitbringen. Danach bekommen wir meistens noch eine persönliche Tanzstunde von unseren Schülern, in denen wir die typisch traditionellen albanischen Tänze beigebracht bekommen.

Nebenbei besuchen wir weitere Schulen, um dort Zusatzklassen für Kinder mit Lernschwierigkeiten anzubieten. Wir beginnen meistens mit ein paar Aufgaben und beenden die Stunde mit Basteleien und Spielen. Auch regelmäßige Roma-Community-Besuche in und außerhalb von Tirana gehören zu unserer Arbeit. Bei diesen versuchen wir, den Kindern und deren Eltern das Lesen, Schreiben und Rechnen kreativ beizubringen. Natürlich darf das Spielen nicht vernachlässigt werden und somit tauschen wir ständig neue Spiele mit den Kindern aus. Wir bringen ihnen und sie uns welche bei. Mein persönliches tägliches Highlight ist immer zu Anfang des Unterrichts und wenn wir ihn beenden, da die Kinder jedesmal auf einen zukommen und einen mit einem großen Grinsen im Gesicht umarmen. Nach 20mal „Mirupafshim“ sagen (was Tschüss bedeutet), heißt es für uns zurück ins Büro. Dort erledigen wir noch kleinere Aufgaben und helfen aus.

Seit der Eröffnung des „Kopshti’s“ (= Kindergarten) am Anfang unseres Auslandsjahres besuchen wir auch diesen wöchentlich an Freitagen. Dort werden wir zur Begrüßung mit Gebrüll umgerannt. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Kinder so manche deutsche Kinderliede, die wir mit ihnen singen, einprägen und mittlerweile mitsingen können, ohne zu wissen, was sie singen.

Auch wenn ich über Umwege letztendlich in Albanien gelandet bin, würde ich mich wieder dafür entscheiden! Die Eindrücke und Erfahrungen, die ich bisher sammeln durfte, sind einzigartig und haben mich auch Einiges lehren können.

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