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„Uji-Time“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 27. April 2012 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA “weltwärts”-Freiwilligen Lilli

„Lilliiii“, höre ich Peter meinen Namen rufen, als ich um 9:00 Uhr den Aufenthaltsraum im Babyheim betrete. Es ist „Uji“- Zeit. Uji, so heißt der Maisbrei, den die Kinder hier jeden Morgen bekommen. Peter deutet mit seinem kleinen Finger auf die bereits vorbereiteten Frühstücksschälchen und wiederholt: „Lilli, Uji Uji!“. Er liebt diesen Brei und kann es kaum erwarten, dass es endlich los geht. Während Peter mit den anderen älteren Kindern selbstständig essen darf, werden die jüngeren Kinder von den Nannys und uns Freiwilligen gefüttert. So startet quasi jeder Tag für mich, hier im Babyheim „Cradle of love“.

Unsere 48 Kinder

Nach acht Monaten im Babyheim kenne ich mittlerweile alle individuellen Vorlieben und Eigenarten unserer 48 Kinder. Der zweijährige Peter mag keine Luftballons und braucht Zeit, um sich an neue Betreuungspersonen zu gewöhnen. Sein Zwillingsbruder Eric hingegen ist ein Troublemaker, der sich alle 10 Minuten neue Herausforderungen sucht, gerne auf Tische klettert und nur selten weint. Die gerade einmal ein Jahr alte Rehema ist eine Kämpfernatur. Sie ist zierlich und sieht damit so unschuldig aus, hat jedoch keine Skrupel ihre Zähne auch mal als Waffe einzusetzen, wenn ihr etwas nicht passt. Jedes unserer Kinder ist einzigartig und hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Ich bin sehr dankbar, dass ich sie auf ihrem Weg ein Stück weit begleiten kann.

Jeden Tag gibt es etwas zu lachen und oft sind es Kleinigkeiten, die mir für immer in Erinnerung bleiben. Mit zu den schönsten Momenten gehören Augenblicke, in denen wir sehen können, dass ein Kind Fortschritte gemacht hat, zum Beispiel wenn es ein neues Wort gelernt hat, es sich traut selbständig zu gehen oder keine Windel mehr braucht, weil es nun zum „Potty“ geht.

Es ist faszinierend, zu beobachten, wie kreativ Kinder mit manchen Sachen umgehen. Anstatt – wie erwartet – mit den Spielzeugen aus den zwei Körben zu spielen, entscheiden Eric und Peter sich lieber für die Aufbewahrungskörbe und lassen die Spielzeuge links liegen. Das zeigt mir immer wieder, wie anders und offen Kinder ihr Umfeld betrachten und welches Potenzial dahinter verborgen ist. Es fordert mich auch heraus, mein Umfeld aus einer neuen Perspektive zu beobachten und meinen Blick für neue, vielleicht unerwartete Dinge zu öffnen.

Fazit

In den letzten 8 Monaten im Babyheim habe ich so einige Erfahrungen machen können. Viele waren schön, manche traurig, wieder andere haben mich zum nachdenken angeregt. Manche Erfahrungen haben mich sicherlich auch geprägt. Ich habe so viel von diesen kleinen Menschen gelernt und möchte keine Minute meiner Zeit mit ihnen missen!

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Ein Jahr im Baby-Waisenheim “Cradle of Love” in Tansania



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 05. Dezember 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Geschrieben von der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Sarah.

Ich finde es erstaunlich, wie schnell auch hier die Zeit vergeht, denn jetzt sind seit meiner Ankunft in Tansania schon mehr als zwei Monate vergangen. Natürlich hatte ich am Anfang Bedenken und fragte mich, wie es wohl sein würde und was mich erwartet? Wir Freiwilligen wurden von ADRA zwar sehr gut vorbereitet, aber trotzdem verschwanden die Bedenken nie ganz aus meinem Kopf und ich bin sicher, meinen Kollegen ging es da ähnlich. Schließlich ist es nicht ganz ohne, seine Heimat und sogar sein Heimatland zu verlassen und ein Jahr in einem noch fremden Land zu verbringen.

Ein zweites Zuhause

Doch seltsamerweise habe ich mich hier in Tansania nie wirklich fremd gefühlt. Lilli (eine weitere ADRA-Freiwillige) und ich haben uns von Anfang an wie Zuhause gefühlt. Vielleicht mag das auch der Grund sein, warum die Zeit wie im Fluge vergeht. Ich liebe es, mit den Kindern zu spielen, sie zu knuddeln und mitzuerleben, wie sie sprechen und laufen lernen. Viele von ihnen haben schwere Schicksalsschläge hinter sich und sprühen trotzdem vor Lebensfreude. In der kurzen Zeit, die wir hier sind, haben wir schon zwei Adoptionen miterleben dürfen und sind froh, beide Kinder in gute Hände vermittelt zu wissen. Trotzdem konnte ich die eine oder andere Träne nicht zurückhalten, als Rosi mit ihren neuen Eltern unser Gelände verließ. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Kinder und Babys einem so schnell ans Herz wachsen. Mittlerweile vermisse ich sie sogar schon an unseren freien Tagen.

Ein besonderes Erlebnis

„Unsere“ Kinder im Baby-Waisenheim freuen sich immer riesig, wenn wir unser Gelände verlassen und zum Beispiel einen Ausflug in den Zoo machen. Man mag es kaum glauben, aber auch in Tansania gibt es einen Zoo. Mit acht der älteren Kinder machten wir uns an einem sonnigen Vormittag mit dem Auto auf den Weg. Die Kinder waren so aufgeregt, dass wir insgesamt vier Potti-Pausen (Klo-geh-Pausen) machen mussten. Am Ende des Tages waren wir uns alle einig: Der Tag war ein ganz besonderes Erlebnis, nicht nur für die Kleinen. Ich möchte es nicht missen hier zu sein und genieße jede Minute meiner Zeit in Tansania.

 

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Tansania: Meine Erfahrungen im Babyheim „Cradle of Love“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Samstag, 25. Dezember 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Jaqueline

Ich bin seit September 2010 im Babyheim „Cradle of Love“ in Tansania. Meine Aufgaben sind in erster Linie die Kinder zu füttern, mit ihnen zu spielen und ihnen sprechen, sitzen, stehen, laufen und natürlich auch ein paar Verhaltensregeln beizubringen. Ausserdem helfe ich ueberall, wo es noetig ist, das heißt manchmal wickle ich Babys, sortiere alte Kleidung aus, verteile Kleiderspenden und andere Spenden, helfe beim Kochen, Wäsche zusammen legen, Stühle putzen oder arbeite im Büro. Ausserdem helfe ich einmal die Woche in der Pre-School bei den Zwei- bis Dreijährigen und arbeite in der Nursery, ein Raum nur für unsere ganz Kleinen zwischen null und sechs Monaten.

Die meisten Kinder hier brauchen viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe – einfach mal jemanden, der sie in den Arm nimmt. Wenn sie zu uns kommen, haben sie meist schon viel mehr erlebt, als ich hoffendlich je erleben werde. Sie sind häufig verstört, in sich gekehrt und haben psychische Probleme. Als Freiwilliger nimmt man automatisch Anteil an ihrem Schicksal und hilft ihnen, wo man nur kann. Ich konnte nie nachvollziehen, wie Eltern ihre Kinder abgeben oder zurücklassen können, aber desto länger ich hier bin, desto besser verstehe ich. Sie tun es aus Liebe zu ihren Kindern,  denn diese würden sonst womöglich an Hunger oder einer Krankheit sterben.

Pendo: Eine Erfolgsgeschichte

Vor einiger Zeit ist zum Beispiel ein kleines Mädchen Namens Pendo (das heißt übersetzt „Liebe“) zu uns gekommen. Sie wurde von ihrer Mutter hergebracht und war wirklich nur noch Haut und Knochen. Sie konnte nicht sitzen, krabbeln, geschweige denn stehen oder laufen – und das mit 2 1⁄2 Jahren! Pendo ist HIV-positiv und war schwer krank, als sie zu uns kam. Ihre Mutter konnte ihr aus Geldnot nicht genügend Nahrung kaufen, was ihre Situation noch verschärfte. Das zwang die Mutter letztenendes dazu, ihre kleine Tochter zu uns zu bringen. Ich habe noch nie in solch traurige und hoffnungslose Augen gesehen. Pendo schien, als hätte sie sich in ihrem Alter schon aufgegeben. Am Anfang weigerte sie sich zu essen und unsere Krankenschwester musste sie leider zwangsernähren, damit sie eine Chance hat zu überleben. Keiner wusste ,ob sie es schaffen würde. Das war schlimm, aber durch viel Aufmerksamkeit und Zuwendung der Nannys und uns Freiwilligen, fing sie nach kurzer Zeit wieder an zu essen und fasste sichtlich neuen Mut. Doch sie war immer noch sehr dünn und auch ihre Traurigkeit hat sich nicht abgelegt.

An einem Tag kamen dann ihre Mutter und ihre große Schwester zu Besuch. Da sah Pendo zum ersten Mal friedlich aus und gar nicht mehr so traurig. Es war überwältigend, nach und nach zu sehen, wie das kleine Mädchen zunahm – und dann auf einmal das erste Lachen. Es ist schwer in einem solchen Moment nicht vor Freude zu weinen.
Pendo ist noch immer nicht so kräftig wie sie in ihrem Alter sein sollte und ihre Knochen sind immer noch empfindlich, aber es ist toll, zu sehen, wie sie kichert, spielt und lernt allein zu laufen und zu essen.
Ohne all die Zuwendung und Aufmerksamkeit wäre sie wohl nie dort hingekommen.

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Tansania: Mutter wollte ihre Kinder verkaufen!



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Montag, 16. August 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Tanja war für ein Jahr in Tansania. Dort kümmerte sie sich um die Babys, die entweder ihre Eltern verloren haben oder von ihnen verlassen wurden. Sie berichtete uns kurz vor ihrer Heimkehr, wie sehr ihr die Kinder ans Herz gewachsen sind:

Tanja: Die letzten Wochen hier in unserem Babyheim „Cradle of Love“ waren wie immer aufregend und voller Herausforderungen. Wir haben mittlerweile 50 Babys und alle Hände voll zu tun.

Kürzlich kam ein kleiner Junge mit seiner Schwester zu uns. Die Beiden haben eine sehr traurige und schockierende Vorgeschichte. Ihre Mutter wollte die zwei Kinder für „human sacrifice“ verkaufen, das heißt, die Kinder sollten in einem religiösen Ritual geopfert werden. Sie hatte schon alles arrangiert, aber zum Glück haben die Großmutter und der Onkel die Kinder im letzten Moment zu uns ins Heim gebracht.

Der kleine Junge heißt James und kam unglaublich traurig und verstört bei uns an. So viel Trauer in seinem süßen Gesicht sehen zu müssen, war wirklich schlimm. Aber er ist sehr tapfer und mittlerweile kann man ihn schon oft lachen hören und spielen sehen. Seine kleine Kinderseele hat zwar immer noch eine große Narbe, aber wir alle hier hoffen, das sie mit viel Liebe und der entsprechenden Zeit wieder gut verheilt.

Ich liebe wirklich jedes Einzelne unserer süßen, kleinen Babys und sie bringen mich oft zum schmunzeln. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, wenn du live dabei bist, wenn ein Baby gerade anfängt zu sprechen und dein Name als erstes aus dem kleinen Kindermund ertönt. Die Kinder hier sind alle etwas ganz Besonderes und jedes Einzelne von ihnen hat eine Zukunft mit Perspektive verdient!

Trotz der tollen Atmosphäre und den vielen wundervollen Kindern ertappe ich mich hin und wieder dabei, ein bisschen wehmütig an die Heimat zu denken. Da das Leben hier in Afrika wirklich sehr hart sein kann, habe ich geträumt, ich säße zusammen mit meinen Freunden und meiner Familie, würde durch den Supermarkt laufen und Auto fahren … Die Vorfreude endlich wieder in die Heimat zu kommen wächst von Woche zu Woche und von Tag zu Tag.

Ich wurde jedoch schnell von einem lauten, verweinten „Tanja“ aus meinen Tagträumen gerissen. Die kleine, süße Hope, die mir besonders stark ans Herz gewachsen ist, war hingefallen und hatte sich wehgetan. Sie kam auf mich zugerannt, setzte sich auf meinen Schoß, drückte ihr Gesichtchen fest an mich und umarmte mich mit ihren kleinen braunen Ärmchen. Ich legte meine Hände um sie und weil sie wirklich traurig vor sich her schluchzte, sang ich ihr ein Lied. Außerdem drückte ich der kleinen Maus einen dicken Kuss auf die Stirn –  und ehe ich mich versah, fühlte ich ebenfalls ein kleines, feuchtes Küsschen auf meiner Backe.

Noch nie zuvor habe ich solch starke Muttergefühle für jemanden gehabt. Ich schaute in die wunderhübschen, mit Tränen gefüllten Kinderäuglein und fragte mich, wie ich die Kinder hier nur jemals gehen lassen soll …

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Ich hörte die Atemzüge der Löwen



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 15. Juni 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Eine spannende Safari-Tour in Tansania

Ein Bericht der ADRA-Freiwilligen Tanja.

Zwei unserer Freiwilligen planten vor kurzem eine kleine Safari. So preisgünstig wie möglich sollte es für ein paar Tage in die Wildnis gehen. Ein Platz war noch frei, da habe ich spontan zugesagt. Startbereit und mit Vorfreude im Bauch warteten wir am Tag der Abreise auf unseren Tour-Guide.

Tag 1
Unsere Safari startete im Nationalpark „Lake Manjara“ – ein wunderschönes Gebiet mit vielen grünen Bäumen, dschungelartigen Pflanzen und einem großen See. Dort konnten wir Giraffen, Elefanten und Baboons bestaunen, eine faszinierende und sehr verspielte Affenart. Als dann auch noch ein riesengroßer Regenbogen über den dunklen Wolken am See zum Vorschein kam, war der Augenblick perfekt. Am Abend kamen wir müde, aber unglaublich zufrieden in unserem kleinen Camp an.

Tag 2
Am zweiten Tag ging es schon früh morgens los in Richtung Serengeti. Die Serengeti ist wunderschön und aufregend zugleich. Ihre Weite strahlt eine unglaubliche Freiheit aus und die Grashalme und Bäume, die vom Wind leise rauschen, passen wundervoll dazu. An diesem Tag haben wir unglaublich viele Tiere gesehen: Nilpferde, Büffel, Gazellen, Strauße und Geparden sind nur ein paar Beispiele.

Löwen zu Besuch
Am Abend des zweiten Tages schlugen wir unser kleines Camp auf. Außer uns und einem anderen kleinen Zeltchen war keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Als wir dann zu Abend aßen, hörten wir aus nicht allzu weiter Entfernung ein lautes Fauchen und Knurren. Wir dachten uns nichts dabei, aber unser Guide wirkte auf einmal sehr nervös und ernst. Das Fauchen und Knurren kam immer näher und unser Guide schickte uns sofort in die Zelte. Er erklärte uns, dass es wichtig sei, dass wir uns im Zelt nicht rühren würden, wenn ein Löwe zu nahe käme. Am besten verhalte man sich wie ein Stein, da die Löwen das Zelt an sich nur als Gegenstand registrieren und nicht als Lebewesen – jedenfalls solange sich nichts darin bewegt. Das beruhigte uns nicht unbedingt.

Als wir dann in den Zelten waren, kam das Knurren so nah, dass wir es wirklich mit der Angst zu tun bekamen. Drei Löwen hatten uns umzingelt – sie waren so nah, dass wir sogar ihre Atemzüge hörten. Als wir dann auch noch unsere Guides mit dem Auto wegfahren hörten, wurde die Situation immer ernster. Es viel mir wirklich schwer ruhig zu bleiben – ich hätte am liebsten aufgehört zu atmen.
Meine Gedanken lenkten sich auf einmal auf die Geschichte in der Bibel, als Daniel in der Löwengrube war. Katrena (eine von uns Freiwilligen) und ich fingen an zu beten. Das Knurren hörte aber einfach nicht auf. Die Löwen waren immernoch direkt hinter unserem Zelt und hörten sich alles andere als friedlich an.

Ein paar Minuten später hörten wir unsere Guides zurückkommen, was mich ungemein beruhigte. Sie konnten die Löwen mit Lichtern etwas vertreiben und das Knurren und Fauchen wurde leiser. Nachdem sich die Situation nach einigen Minuten etwas gelockert hatte, hörte ich  jemanden zu unserem Zelt kommen. Unser Guide steckte seinen Kopf hinein und fragte, ob alles in Ordnung sei. Wir, kreidebleich und Katrena am Schluchzen, wussten nicht so recht, was wir darauf antworten sollten. Alles in allem war das eine sehr aufregende Nacht – vielleicht sogar die aufregendste meines Lebens.

Die zwei letzten Safaritage waren auch sehr aufregend. Wir erlebten noch einen wild gewordenen Elefanten, der mit wedelnden Ohren auf unser Auto zurannte und einen Leoparden, der seine frisch erbeutete Jagd auf einen Baum platzierte. Insgesamt waren die Safaritage ein riesen Abenteuer für mich! Aber ich muss sagen, bei der Heimreise war ich schon etwas erleichtert, dass wir alles so gut überstanden hatten!

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Der Weg zurück ins Niemandsland …



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 25. Februar 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Endlich war es soweit! Unsere Mission, dem Massaidorf am Berge von Landanai mehr Mais zu bringen, konnte beginnen.

Wir mussten mehrere Monate warten, da der Regen whrend der Regenzeit die Wege, welche nur aus Sand und Erde bestehen, weggespült hat und man sich mit einem Auto dort sonst nur festfährt. Leider hat der Regen nicht nur die Straßen weggespült, sondern auch ein paar Lehmhütten und Maisplantagen, sodass die Menschen leider immernoch stark an Hunger leiden. Jetzt sind die Wege wieder einigermaßen trocken und wir wollten nun endlich den hungernden Menschen mehr Essen bringen.

Um zu sehen, dass das gespendete Geld auch wirklich richtig eingesetzt wird, wollten Renate (eine zweite Adrafreiwillige) und ich auch mit zur Maisbeschaffung mitgehen. Wir mussten zu mehreren Märkten fahren, um den besten Preis aushandeln zu können. Es sollte so viel Mais wie möglich von dem Geld gekauft werden, um die Not in dem Dorf ein bisschen zu reduzieren.

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Ein kleiner Rückblick



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 05. Mai 2009 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Die letzten zwei Monate waren ziemlich turbulent und ich habe viel erlebt. Zu viel um das einfach mal in einer Mail zusammenzufassen, aber ich fange mal an, ein bisschen von meinen vergangenen Erlebnissen hier in Tansania zu erzählen.

Seit meiner letzten Mail musste ich mich, von einigen liebgewonnenen Menschen verabschieden. Lydia hat ihr Jahr beendet und ist seit einem Monat zurück in Deutschland. Kurz darauf ist Dr. Diana abgereist und auch Laila ist seit einer Woche zurück in Dänemark und genießt ihr altes Leben. Den amerikanischen Studenten, welche uns regelmäßig zu ausgelassenen Kinoabenden besucht haben, ist es mittlerweile auch zu eintönig geworden und sie haben sich auf und davon gemacht.

Tja, es herrschen gerade einsame Zeiten für Wazungu (Weiße) in Heri, aber ich bin zum Glück nicht allein, denn als ich in Dar es Saalam war, habe ich von dort gleich mal Viola, eine neue, deutsche Freiwillige mitgebracht.

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Der Krankenhausalltag in Afrika ist nicht immer einfach



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 04. Februar 2009 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Kennt ihr das Gefühl, ihr habt gerade einen schlechten Traum gehabt, wacht auf und seid unheimlich froh, dass alles nur geträumt war. Es gibt Momente, in den ich mich hier so fühle, nur irgendwie kann ich einfach nicht aufwachen, weil es die Realität ist.

Eigentlich scheint alles wir immer ganz normal chaotisch. Doch dann kommen plötzlich Angehörige einer Patientin der Nachbarstation ganz aufgeregt zu dir, weil etwas nicht in Ordnung ist und die zuständige Schwester, aus welchem Grund auch immer, ist mal wieder nicht anwesend. Dein Gefühl sagt dir schon vorher, dass es wirklich ernst ist. Endlich am Patientenbett angekommen, findest du dann ein Neugeborenes in den Armen seiner Mutter vor, was nur noch ab und zu mal nach Luft jappst. Und wie in diesen schlechten Alpträumen sind natürlich alle Räume abgeschlossen, du hast keine Chance an etwas zu kommen um das kleine Wesen von den Sekreten in seinen Atemwegen zu befreien und natürlich ist niemand da, der dir mal helfen könnte. Das Einzige was ich hatte, war mein Handy um, Lydia anzurufen und in der Zwischenzeit das zu machen, was mir irgendwie möglich war. Nach einer halben Ewigkeit erscheint dann auch mal wieder die Nurse, die überhaupt nicht checkt was vor sich geht und schließt die Arbeitsräume auf. Inzwischen atmet das Baby nicht mehr und der Puls ist auch nicht zu fühlen. Du fängst an zu reanimieren, die Zeit scheint still zu stehen und du betest: „Lieber Gott, mach dass es wieder Luft holt!“ Um dich herum ist plötzlich alles in Aufregung…Sauerstoffgerät… Adrenalininjektion… Doch am Ende wickelst du wieder nur einen leblosen Körper in ein Laken ein und wenn das dann schon das zweite tote Kind in deinen Händen an nur einem Tag ist, dann kann man schon mal verzweifeln.

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Erste Eindrücke



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 25. November 2008 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein warmer schwüler Windhauch stieß mir entgegen, als ich den ersten Schritt aus dem Flugzeug machte, welches mich nach Arusha brachte, an diesen neuen, fremden Ort, der so weit entfernt ist von allem was mir bisher vertraut war. Es roch als hätte jemand dutzende von Räucherstäbchen angezündet, und eben dieser Duft vermischte sich mit dem typischen Motorengeruch, welcher vom Flugzeug stammte. Eine eigenartige Mischung und ich konnte in diesem Moment nicht sagen, ob ich ihn mochte oder nicht. Lange Zeit, um darüber nachzudenken, hatte ich nicht, denn jetzt hieß es erstmal das Gepäck vom Band holen und Dr. Marshall zu finden, der mich abholen sollte…

…dies waren so die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich nach meinem langen Flug endlich in Tansania ankam. In Arusha blieb ich für zwei Tage, um dort ADRA Tansania etwas genauer kennenzulernen. Die Unterbringung war schön und die Menschen sehr freundlich zu mir. Zu meinem Glück kommt Dr. Marshall (der Betreuer der Freiwilligen in Tansania) auch aus Deutschland und so brauchte ich, geschafft und müde nach der Reise, nicht gleich auf meine Englischkenntnisse zurückgreifen, die durchaus besser sein könnten.

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Afrika, Afrika



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 25. November 2008 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ich habe mich schon so an Afrika gewöhnt, dass ich die Zeit vergesse. Ja, die Zeit vergeht und so langsam werden die Monate weniger, die ich hier verbringe und das finde ich auf der einen Seite schade, aber auf der anderen Seite rückt die Zeit näher, wenn ich alle wieder sehe. Ja darauf freue ich mich wirklich. Aber bis dahin werde ich euch weiterhin in das tansanische Leben hinein nehmen.

Ich freue mich, dass mein Suaheli so langsam richtig gut wird und ich auch die Leute hier verstehen kann. Wenn man auf Station arbeitet, dann ist das noch wichtiger als im OP. Weil man im OP doch viel Englisch spricht. Aber die wenigsten Patienten auf den Stationen sprechen Englisch. Ich arbeite nämlich jetzt auch für kurze Zeit wieder auf der Frauen- und Kinderstation, weil zurzeit Personalknappheit besteht, da viele jetzt noch ihren Urlaub bis Ende des Jahres nehmen müssen.

So hat mich die Pflegedienstleiterin gebeten, doch wieder auf der Station zu arbeiten. Anfangs war ich nicht so erfreut über diese Nachricht, das bedeutet auch wieder 12h Nachtschicht machen, aber mittlerweile habe ich mich wieder gut eingelebt und der Patientenkontakt ist auch intensiver als im OP. Außerdem haben wir eine neue Schwester im OP, die in die Arbeit dort eingeführt werden soll, weil Jesca Ende des Jahres geht und ich auch nicht mehr so lange bleiben werde. Dann brauchen sie wieder Personal.  (mehr …)

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