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Auf der Suche nach einer neuen Tradition



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 22. September 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA-„weltwärts“-Freiwilligen Natascha

Die letzten Monate, die ich in der Kajiado Mädchenschule in Kenia verbrachte, verflogen wie im Nu. Es hieß: arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. Trotzdem kann ich zufrieden zurückschauen, denn wir konnten große Schritte für eine bessere Situation der Massai-Mädchen in der Umgebung machen – besonders im Hinblick auf FGM. Bei FGM handelt es sich um die sogenannte „Female Genital Mutilation“, die weibliche Genitalbeschneidung oder besser gesagt Genitalverstümmelung, denn von einer Frauenbeschneidung kann man hier wirklich nicht reden. Nicht nur die Genitalverstümmelung ist ein bekanntes Ritual unter den Massai.

In der Gegend, in der ich arbeitete, werden Mädchen oft wie Ware behandelt. Hat man(n) Schulden, wird die oft noch sehr junge Tochter an den Schuldner „verhökert“. Early Marriage und FGM liegen bei den Massai ganz eng beieinander. Bevor ein Mädchen verheiratet wird, wird sie in den meisten Stämmen beschnitten.

Viele der Mädchen fliehen vor der Genitalbeschneidung und der Zwangsehe mit einem oft viel älteren Mann. In der Kajiado Mädchenschule von ADRA finden sie Zuflucht. Wir hatten zum Beispiel ein Mädchen bei uns, das etwa 10 Jahre alt war. Sie wurde mit acht oder neun Jahren verheiratet und monatelang von ihrem sogenannten Ehemann vergewaltigt. Als sie irgendwann nicht mehr aufhörte zu bluten, wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Der Arzt registrierte was los war und zeigte den Ehemann an. Aus Angst vor gesetzlichen Strafen wurde das Mädchen einfach aus dem Krankenhaus verschleppt. Zwei Monate verflogen, bis man die Kleine irgendwo im Nirgendwo fand.

In der Mädchenschule in Kajiado haben wir Workshops über FGM und Early Marriage für die Chiefs der Region gestartet, denn ohne ihre Hilfe sind uns die Hände gebunden. Leider sind die Chiefs nicht immer offen für die Thematik. In den letzten Monaten meiner Arbeit hatten wir ein Mädchen im Internat, das von Zuhause weggelaufen war, weil man sie verheiraten wollte. Sie wendete sich an den örtlichen Chief. Die Folge: Vergewaltigung und eine ungewollte Schwangerschaft. Durch die Korruption und die richtigen Beziehungen ist es in diesem Fall schwierig, Gerechtigkeit einzufordern, obwohl der größte Beweis das Baby ist. Es ist einfach verrückt. Dennoch brauchen wir die Chiefs, damit das Gesetz auf unserer Seite steht. Nach den Chiefs schulten wir auch die Mädchen in der Umgebung. Die persönlichen Gespräche mit den Mädchen, nach den Workshops, werde ich nie vergessen.

Folgenden Fragen musste ich mich stellen:

  • Ist es wahr, dass eine Frau die beschnitten ist, mehr Probleme haben wird ein Kind zu gebären?
  • Stimmt es, dass Frauen, die nicht beschnitten sind eher ihren Männern fremdgehen?
  • Stimmt es, dass Sex ohne Beschneidung nicht weh tut?
  • Wie soll ich ohne Beschneidung in meiner Gesellschaft überleben?
  • Wie kann ich meine Eltern überzeugen, mich nicht beschneiden zu lassen?

Es ist ein Prozess und ein langsames Umdenken bei den Chiefs, den Eltern und den Mädchen. Eine Tradition die Jahrzehnte angehalten hat, kann nicht von heute auf morgen durchbrochen werden, auch wenn die Argumente stichhaltig sind. Die Arbeit, die in der Kajiado Mädchenschule geleistet wird, nennt man wohl zurecht Entwicklungszusammenarbeit!

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Einsatz bei „Brigadas“ in Mexiko



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 15. Juli 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Kerstin

Im Rahmen meines Freiwilligendienstes mit ADRA Deutschland hatte ich die Gelegenheit bei einigen „Brigadas“ mitzuhelfen. Eine „Brigada“ ist ein medizinischer Missionseinsatz. In einem Team aus Allgemeinmedizinern, Zahnärzten, Augenärzten bzw. Optikern, Krankenpflegern und uns Physiotherapeuten reisten wir jeweils für eine Woche nach Tijuana und nach Chihuahua. Das „Instituto de la Visión“ des Krankenhauses „La Carlota“, in dem ich hier in Mexiko arbeite, organisiert diese „Brigadas“.

In Zusammenarbeit mit den Adventgemeinden der jeweiligen Orte behandelten und betreuten wir bei diesem Einsatz bedürftige Menschen. Die Allgemeinmediziner verschrieben den Patienten benötigte Medikamente, die Augenärzte korrigierten mit Brillen die Sehschwächen oder behandelten Augenkrankheiten. Die Zahnärzte zogen schmerzende Zähne und führten Zahnreinigungen durch. Wir Physiotherapeuten klärten die Patienten über die Ursachen ihrer Beschwerden auf, gaben ihnen Tipps zur Eigenbehandlung und Übungen für zu Hause mit und motivierten sie so, sich mehr zu bewegen.

In Tijuana durften wir insgesamt 726 Menschen betreuen, davon behandelten wir 80 Menschen durch Physiotherapie. In Chihuahua waren es sogar 783, davon 65 physiotherapeutische Patienten.

In Chihuahua waren wir jeden Tag an einem anderen Ort, mehrmals in den Zentren der DIF’s (Desarrollo Integral de La Familia). Einen Tag fuhren wir in die Berge, in denen eine indigene Menschengruppe lebt. Die Menschen dort wohnen in Höhlen im Fels oder in Häusern aus Steinen oder Holz vor den Felsen. Sie waschen ihre Kleider im Fluss, halten Kühe und Schafe, bauen Gemüse an und machen Handwerkskunst, die sie dann in den Dörfern verkaufen.

Die Menschen dort haben eine ganz eigene Kultur, kleiden sich sehr farbenfroh, sind dabei aber sehr schüchtern und zurückhaltend. Auch haben sie eine eigene Sprache und viele sprechen nur ihren Dialekt, kein Spanisch. Das machte die Behandlung für uns nicht ganz so leicht, aber dank Gottes Hilfe konnten wir uns verständigen. Die meisten dieser Patienten leiden unter Rückenschmerzen, weil sie immer über weite Strecken viel und schweres Brennholz auf den Schultern zu ihren Häusern tragen. Vor allem Frauen machen diese Arbeit. Außerdem hatten wir in der Therapie viele neurologische Patienten. Wir versuchten den Familienangehörigen zu erklären, wie sie am besten mit ihren Angehörigen umgehen und sie unterstützen können und klärten sie über die verschiedenen Krankheiten auf.

Eine berührende Geschichte war die des Mannes, der nicht mehr hören konnte. Bei der Untersuchung sah der Arzt, dass er in beiden Ohren steinartige Substanzen hatte. Er entfernte ihm diese und der Mann konnte wieder hören! Das ist nicht nur ein Segen für ihn, sondern auch für die ganze Familie.

Die „Brigadas“ waren eine besondere Erfahrung für mich. Ich bin sehr glücklich, dass ich daran teilnehmen und den Menschen etwas mitgeben konnte. Ganz persönlich bin ich davon überzeugt, dass unser Einsatz und das ganze Team mit allen Mitwirkenden sowie Patienten von Gott geführt wurde und er uns auf unseren Reisen beschützt hat.

Die Arbeit hier als Freiwillige von ADRA bereichert mein Leben sehr und ich bin froh, dass die Entscheidung getroffen habe, ein Jahr meines Lebens in diesen Dienst zu stellen.

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Trauer um mexikanische Studentin



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Mittwoch, 08. Juni 2011 von ADRAlive-Team

Die Nachricht hat uns alle tief getroffen. Am Abend des 29. Mai wurde eine Studentin der adventistischen Universität Montemorelos, in Mexiko, vor einem Shoppingcenter in der Stadt erschossen. Die Behörden gehen davon aus, dass die junge Frau einer Verwechslung zum Opfer fiel. Wir sind zutiefst bestürzt, dass die zunehmende Kriminalität in Mexiko ein so junges Opfer forderte.

Seit Jahren schickt ADRA junge Menschen für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Mexiko – auch an die Universität Montemorelos. Dort arbeiten sie im Gesundheitsbereich und als Lehrkräfte für Englisch und Deutsch. Auf diese Weise kommen Sie auch in direkten Kontakt mit den Studenten. Dank umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen und Hinweisen seitens der Organisation, für den Aufenthalt der Freiwilligen im Ausland, ist es glücklicherweise noch nie zu einem ernsthaften Zwischenfall vergleichbarer Art unter den Entsandten gekommen. Aufgrund des aktuellen Vorfalls haben wir die Sicherheitslage jedoch noch einmal geprüft. Unsere Ansprechpartner im Land und an der Universität Montemorelos haben uns versichert, dass es sich hierbei um einen tragischen Einzelfall handelt, der die Sicherheit der anwesenden Freiwilligen nicht gefährdet. Dennoch haben wir die im Einsatz befindlichen Freiwilligen zur zusätzlichen Vorsicht aufgerufen.

Unsere Gedanken sind weiterhin bei den Angehörigen der 20-Jährigen Yoselin, sie haben unser tiefstes Mitgefühl.

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ADRAlive beim Jugendkongress Youth in Mission 2011 in Mannheim



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 28. April 2011 von ADRAlive-Team

Über Ostern fand der 5. Youth in Mission Kongress (YIM) in Mannheim statt. Über 1 800 Jugendliche nahmen insgesamt an dieser Veranstaltung teil. Als Gastredner erschien der Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten, Ted Wilson. Neben zahlreichen Vorträgen und Workshops stellten sich Organisationen und Vereine den Jugendlichen mit ihren Ständen vor. Auch die Freiwilligendienste von ADRA waren mit einem Stand und einem gut besuchten Workshop bei Youth in Mission vertreten.


Tatkräftige Unterstützung gab es von den im letzten Jahr zurückgekehrten Freiwilligen. Sie setzten sich am Stand ein, um die Freiwilligendienste von ADRA zu promoten und andere dafür zu gewinnen. Insgesamt waren ca. 50 ehemalige, aktuelle und neue In- und Auslands-Freiwillige von ADRA in Mannheim erschienen.

Ich freue mich, auch beim nächsten YIM Kongress wieder viele ADRA-Freiwillige zu begrüßen.

Eure Iris Manuela Brandl-Grau

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Erste Schritte Richtung „weltwärts“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Freitag, 15. April 2011 von ADRAlive-Team

Vom 31.03. bis 03.04.2011 fand auf dem Gelände des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt für die neuen ADRA „weltwärts“-Freiwilligen eine erste Vorbereitung auf anstehenden den Dienst im Ausland statt.

Neben den Informationsveranstaltungen konnten die jungen Leute ihre Freizeit bei strahlendem Frühlingswetter dazu nutzen, sich besser kennenzulernen und mit drei ehemaligen Freiwilligen, die ihren Dienst im Ausland bereits abgeschlossen haben, ins Gespräch zu kommen.

Hauptthemen der ersten drei von 25 Bildungstagen waren „Fundraising“, um das Freiwilligenprogramm von ADRA Deutschland zu unterstützen sowie der Umgang mit einer fremden Kultur.

 

Die Dipl.-Psychologin Corina Halank, eine ehemalige ADRA-Freiwillige, erklärte kompetent eine wissenschaftliche Studie, die bei Auslandseinsätzen gemacht wurde und die zyklischen Hochs und Tiefs solch eines Aufenthaltes aufzeigte. Die ehemaligen Freiwilligen erzählten außerdem von ihren eigenen Erfahrungen, wie sie mit ihrem persönlichen Kulturschock bei der Rückkehr nach Deutschland umgegangen sind.

Tenor von vielen Rückkehrern: „Wir wissen das Leben in Deutschland und unsere Familien jetzt viel mehr schätzen und sind dankbar dafür.“

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Kleiner Luftballon – große Wirkung



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 08. März 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Lorena

Seit sechs Monaten bin ich nun schon im zentralamerikanischen Costa Rica. Die dunklen Wolken, die normalerweise für tägliche Regengüsse sorgen, sind seit einigen Wochen verschwunden und eröffnen jetzt in der Trockenzeit die Sicht auf eine wunderschöne Landschaft, die mich hier umgibt. Mangobäume, Bananenpalmen und Kaffee-Plantagen erstrecken sich durch das teils tropische, teils karibische Land und ich bin immer wieder beeindruckt davon, was für exotische Früchte und Tiere in meinem einjähriges Zuhause überall auftauchen.

In Alajuela, nahe der Hauptstadt San José, arbeite ich in dem Sprachzentrum der adventistischen Universität als Englisch- und Deutschlehrerin. Ich unterrichte Studenten und versuche außerdem Kindern der Grundschule im Unterricht oder bei der Nachhilfe mehr Spaß und Interesse an anderen Sprachen dieser Welt zu vermitteln. Vor allem aber prägen unerwartete Herausforderungen in der Natur oder im Unterricht meinen Alltag.

Um die Kinder auch in ihren „weihnachtlichen Sommerferien“ zu beschäftigen haben wir im Dezember ein spezielles Programm für sie gestaltet. Zwei Wochen lang hieß es also singen, spielen, basteln und danach ein riesiges Chaos beseitigen.

Nach einigen Tagen der Vorbereitung für das Kids-Programm goss es allerdings an unserem ersten großen Tag wie aus Eimern und auch nach der typischen halben Stunde Verspätung waren keine der erwarteten Kinder da. So ist das eben an einem Regentag in Costa Rica, dachten wir uns, da bleiben einfach alle zu Hause. Also machten wir uns selbst daran, einen Luftballon mit Papierschnipseln zu bekleben und einen bunten Lampion daraus zu basteln. Man muss es ja schließlich auch selbst einmal vorher ausprobiert haben.

Zum Trocknen hingen wir den Lampion aus dem Fenster – doch als wir ihn nach kurzer Zeit wieder reinholen wollten, war er weg. Na toll dachten wir, den hat uns jemand geklaut.Ziemlich demotiviert suchten wir daraufhin die Gegend nach dem beklebten Ballon ab. Im Hof des nächsten Hauses wurden wir schließlich fündig. Drei kleine Kinder hatten ihn genommen, bei sich aufgehängt und bewunderten das Kunstwerk von allen Seiten. „Let me guess, this is yours!“ rief plötzlichein alter Mann im Schaukelstuhl . Er hatte sich schon gefragt,was das wohl für ein komisches Ding sei, dass seine Kinder da gefunden hatten.

Traurig banden die Kleinen den Lampion wieder von ihrer Strange gaben ihn an uns zurück. Dabei kam uns die Idee, dass das doch die Gelegenheit wäre, sie zu unserem Kinderprogramm einzuladen. So könnten sie selbst seinen solchen Lampion gestalten! Der Vorschlag kam gut an. Die Kinder waren so begeistert davon, dass sie auch ihre ganzen Freunde mitbringen wollten und so konnten wir am nächsten Tag mit ganzen sieben aufgeregten Kids starten. Weil die Lampions so gut ankamen, hingen wir sie einfach an den kommenden Tagen vor dem Haus auf und am Ende des Programms schauten uns sogar 20 kleine Gesichter voller Erwartungen an, riefen uns „Teacher“ oder „Maestra“ und fragten immer, wann wir sowas das nächste Mal machen könnten.

…Was so ein kleiner bunter Luftballon doch alles bewirken kann 🙂

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Das Jahr in Costa Rica hat mich nachhaltig geprägt



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 01. März 2011 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht des ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Jaroslav

Ich war für ADRA ein Jahr in Costa Rica. Insgesamt verlief dieses Jahr ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Meine Hauptaufgaben bestanden darin, drei ADRA Projekte zu begleiten und voranzutreiben. Bei den Projekten handelte es sich um die in Deutschland bekannte „Aktion Kinder helfen Kindern!“, bei der Kinder in Deutschland Weihnachtspakete für Kinder in Osteuropa packen, die sonst gar keine Geschenke bekommen würden. Das zweite Projekte namens „BloquEs“ ist eine Ziegel- und Pflastersteinmanufaktur, deren Gewinne zu 100 Prozent an ADRA Costa Rica gehen. Meine dritte Aufgabe bestand darin, an der Centro Educativo Adventista in Hatillo, San José und bei ADRA Costa Rica Deutschunterricht zu geben.
Während meines Aufenthalts in Costa Rica habe ich sehr viel gelernt und auch mich besser kennengelernt. Das hat mir geholfen, reifer zu werden und mich auf das Leben nach dem Freiwilligenjahr besser vorzubereiten.

Ich war sehr überrascht, dass ich doch so starkes Heimweh nach Deutschland bekam. Das Auslandsjahr half mir sehr dabei, meine Heimat neu schätzen zu lernen. Zuvor habe ich oft nur das Negative in Deutschland gesehen, aber jetzt weiß ich doch, dass Deutschland auch seine guten Seiten hat – und davon nicht wenige.

Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich meinen Zivildienst im Ausland absolvieren konnte. Es wird ein unvergessliches Jahr bleiben, dass bestimmt auch Auswirkungen auf mein Späteres Leben haben wird. So überlege ich mittlerweile sogar, als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Denn eins ist mir während des Jahres im Ausland in jedem Fall klar geworden: Ich möchte nicht nur für mich leben, sondern anderen helfen.
Wir wachsen in Deutschland sehr privilegiert auf und haben einen großen Wissensvorsprung im Vergleich zu Entwicklungsländern. Das bedeutet auch eine große Verantwortung. Dieser Verantwortung bin ich mir nach meinem Freiwilligendienst sehr stark bewusst geworden.

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Tansania: Meine Erfahrungen im Babyheim „Cradle of Love“



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Samstag, 25. Dezember 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA „weltwärts“-Freiwilligen Jaqueline

Ich bin seit September 2010 im Babyheim „Cradle of Love“ in Tansania. Meine Aufgaben sind in erster Linie die Kinder zu füttern, mit ihnen zu spielen und ihnen sprechen, sitzen, stehen, laufen und natürlich auch ein paar Verhaltensregeln beizubringen. Ausserdem helfe ich ueberall, wo es noetig ist, das heißt manchmal wickle ich Babys, sortiere alte Kleidung aus, verteile Kleiderspenden und andere Spenden, helfe beim Kochen, Wäsche zusammen legen, Stühle putzen oder arbeite im Büro. Ausserdem helfe ich einmal die Woche in der Pre-School bei den Zwei- bis Dreijährigen und arbeite in der Nursery, ein Raum nur für unsere ganz Kleinen zwischen null und sechs Monaten.

Die meisten Kinder hier brauchen viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe – einfach mal jemanden, der sie in den Arm nimmt. Wenn sie zu uns kommen, haben sie meist schon viel mehr erlebt, als ich hoffendlich je erleben werde. Sie sind häufig verstört, in sich gekehrt und haben psychische Probleme. Als Freiwilliger nimmt man automatisch Anteil an ihrem Schicksal und hilft ihnen, wo man nur kann. Ich konnte nie nachvollziehen, wie Eltern ihre Kinder abgeben oder zurücklassen können, aber desto länger ich hier bin, desto besser verstehe ich. Sie tun es aus Liebe zu ihren Kindern,  denn diese würden sonst womöglich an Hunger oder einer Krankheit sterben.

Pendo: Eine Erfolgsgeschichte

Vor einiger Zeit ist zum Beispiel ein kleines Mädchen Namens Pendo (das heißt übersetzt „Liebe“) zu uns gekommen. Sie wurde von ihrer Mutter hergebracht und war wirklich nur noch Haut und Knochen. Sie konnte nicht sitzen, krabbeln, geschweige denn stehen oder laufen – und das mit 2 1⁄2 Jahren! Pendo ist HIV-positiv und war schwer krank, als sie zu uns kam. Ihre Mutter konnte ihr aus Geldnot nicht genügend Nahrung kaufen, was ihre Situation noch verschärfte. Das zwang die Mutter letztenendes dazu, ihre kleine Tochter zu uns zu bringen. Ich habe noch nie in solch traurige und hoffnungslose Augen gesehen. Pendo schien, als hätte sie sich in ihrem Alter schon aufgegeben. Am Anfang weigerte sie sich zu essen und unsere Krankenschwester musste sie leider zwangsernähren, damit sie eine Chance hat zu überleben. Keiner wusste ,ob sie es schaffen würde. Das war schlimm, aber durch viel Aufmerksamkeit und Zuwendung der Nannys und uns Freiwilligen, fing sie nach kurzer Zeit wieder an zu essen und fasste sichtlich neuen Mut. Doch sie war immer noch sehr dünn und auch ihre Traurigkeit hat sich nicht abgelegt.

An einem Tag kamen dann ihre Mutter und ihre große Schwester zu Besuch. Da sah Pendo zum ersten Mal friedlich aus und gar nicht mehr so traurig. Es war überwältigend, nach und nach zu sehen, wie das kleine Mädchen zunahm – und dann auf einmal das erste Lachen. Es ist schwer in einem solchen Moment nicht vor Freude zu weinen.
Pendo ist noch immer nicht so kräftig wie sie in ihrem Alter sein sollte und ihre Knochen sind immer noch empfindlich, aber es ist toll, zu sehen, wie sie kichert, spielt und lernt allein zu laufen und zu essen.
Ohne all die Zuwendung und Aufmerksamkeit wäre sie wohl nie dort hingekommen.

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Weihnachtsgrüße



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Donnerstag, 23. Dezember 2010 von ADRAlive-Team

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Stadtfest in Chişinău.



Diesen Artikel drucken Geschrieben am Dienstag, 07. Dezember 2010 von "weltwärts"-Freiwilliger/em

Ein Bericht der ADRA-Freiwilligen Eva

Die Stadt Chişinău hat in diesem Jahr wieder groß ihren Geburtstag gefeiert und wir waren mit dabei. Es ist schon eine schöne Tradition geworden, dass sich das ADRA-Kinderzentrum bei dem Stadtfest von Chişinău präsentiert. Dabei wird die Hauptstraße zu einer großen Ausstellungsfläche, wo sich Familien treffen, reden und die Stände begutachten.

Einen Monat dauerte die Vorbereitung auf dieses Ereignis. Mit großer Unterstützung der Gemeinde-Jugend planten und organisierten wir und sammelten Ideen für den Aufbau des Standes und die einzelnen Aktionen. Auch viele ADRA-Freiwillige engagierten sich tatkräftig bei den Vorbereitungen. Viele Ideen haben wir aus unseren Erfahrungen in Deutschland mit eingebracht – aus den vielen Aktionen von „Kinder helfen Kindern“, z.B. ein Drahtspiel und Kinderschminken. Es wurde sogar mitten auf der Straße Minigolf gespielt. Das Drahtspiel haben Georg und Tom selbst gebastelt und die Leute waren so interessiert daran, dass das Spiel schon nach kurzer Zeit kaputt ging – das nächste Mal nehmen wir dickeren Draht.

Ich habe bei der Organisation und Planung mitgeholfen und Aktionen für die Kinder oder auch Bastelaktionen mit meinem Team übernommen – fast 40 Freiwillige wurden in die Arbeit einbezogen. Das Fest war ein erfolgreicher Tag für uns alle. Wir haben mehr als 450 Euro für das Projekt Kinderzentrum „Regenbogen der Hoffnung“ gesammelt – für unsere Begriffe eine große Summe.

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