ADRA Live! Weltwärts Quifd-Siegel

Lost Place – Albanien



Geschrieben am Montag, 03. April 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Elina, die benachteiligte Kinder in Albanien unterstützt.


Vor acht Monaten begann für meine Mitfreiwillige Sarah und mich die Reise ins Abenteuer. Nach nur zwei Stunden Flug kamen wir in dem für uns damals fremden Albanien an.

Unsere Tätigkeiten

Nun arbeiten wir täglich bei der Partnerorganisation ADRA Albanien. In unseren Projekten „Education through Student volunteering“ geben wir Schülern an unterschiedlichen Schulen Nachhilfe. Im Rahmen des anderen Projekts „Second Chance – A Chance for live“ bespricht ADRA Albanien mit den Kindern Themen wie Mobbing, Internetsicherheit und Gesundheit. Wenn wir nicht gerade in den Schulen sind, arbeiten wir im Büro, schreiben Berichte und übersetzen Texte. Eine weitere Aufgabe ist, Aktivitäten und Materialien für die Zusatzklassen vorzubereiten, wobei unserer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Und so überlegen wir oft, was wir mit den Kindern spielen und basteln, damit sie gerne die Zusatzstunden besuchen. Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß, da ich sie mittlerweile in mein Herz geschlossen habe.

Die Landschaft hier ist sehr facettenreich und reicht vom Meer bis zu wundervollen Berglandschaften. Man entdeckt immer wieder etwas Neues. Es gibt überall Straßencafés und Gemüsestände, an denen mach sich nicht satt sehen kann. Die Leute hier im Land sind herzlich, freundlich und nehmen einen sehr offen auf. Spontanität und Flexibilität gehören hier zur Tagesordnung. Geschäftliche Meetings werden ganz gelassen in kleinen Cafés ausgetragen und man begegnet sich freundschaftlich. Geburtstage, Taufen und Hochzeiten werden mit einem großen Feuerwerk gefeiert und an Festtagen werden albanische Tänze aufgeführt. Das Land hat jedoch auch seine Schattenseiten. Verlässt man die Hauptstadt Tirana, fallen einem vor allem zwei Dinge auf: Die Armut, die jeden Kilometer den man zurück legt größer wird und die riesigen Müllberge, verteilt an Flüssen und Straßenecken.

Über sich hinauswachsen

Was mir anfangs noch fremd erschien ist inzwischen in meinem Alltag integriert. Morgens zusammen mit meinen Arbeitskollegen Café trinken, sich näher kennenlernen und den Tagesablauf besprechen ist für mich nicht mehr wegzudenken. Spontanität und Flexibilität gehören auch zu den Eigenschaften, die ich übernommen habe. Ich wachse jeden Tag immer ein kleines Stückchen mehr über mich hinaus. Dinge, die ich früher als selbstverständlich gesehen habe, betrachte ich jetzt aus einem anderen Blickwinkel. In der noch übrig geblieben Zeit will ich noch einiges vom „Lost Place – Albanien“ erkunden und kennenlernen.

 

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Das Lehrerdasein im kunterbunten Mexiko



Geschrieben am Freitag, 24. März 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Sarah, die für ein Jahr als Lehrerin in Mexiko arbeitet.

Ich bin inzwischen schon so lang hier in Mexiko, dass ich mich äußerst mexikanisch fühle. Das zeigt sich in einigen Angewohnheiten, die ich mir zugelegt habe. Beispielsweise mache ich mir gar nicht erst die Mühe, pünktlich zu einer der unzähligen Veranstaltungen der Uni zu kommen, eine halbe Stunde nach Beginn mache ich mich so langsam fertig, um dann schlussendlich trotzdem noch zu früh zu kommen. Ich fange an, so manches Essen ohne Schärfe langweilig zu finden und diesen Bericht hier habe ich natürlich nach Abgabetermin begonnen zu schreiben.

Ich denke, das gibt einen guten ersten Eindruck meines Lebens hier und natürlich sagt dies auch schon so einiges über die mexikanische Kultur aus! Doch ein kurzer Bericht reicht lange noch nicht aus, um zusammenzufassen, was ich bis jetzt alles erlebt habe. Ich versuche, einen Einblick in meine Erfahrungen zu geben, in „mein Mexiko“, doch am Ende muss jeder selbst seine Koffer packen, sich in ein Flugzeug setzen und seine Erfahrungen machen. Ich persönlich habe die Mexikaner äußerst liebgewonnen mit all ihren Marotten und Liebenswürdigkeiten.

Der skurrile Lehreralltag in Mexiko

Begonnen bei meiner Tätigkeit als Lehrerin denke ich mir manchmal, dass man schon ein Buch über den skurrilen Lehreralltag hier schreiben könnte. Was zu Beginn neu für mich war, war die Tatsache, dass keine Stunde pünktlich beginnt und ich also immer erst zehn Minuten nach Beginn oder später anfangen kann. Der Schulunterricht ist oft ein großes Durcheinander. Da steht man dann vor der Klasse, beantwortet gleichzeitig drei Fragen zu Noten, Schulbefreiung und Sonstigem und versucht parallel, die Schüler zu erspähen, die die Hausaufgaben von Mitschülern abschreiben. Hat man dann doch mal den Anfang geschafft, kommt die Phase, in der die Schüler versuchen, mir Persönliches zu entlocken und somit, na klar, Unterrichtszeit zu verschwenden. Ist auch das überstanden, sehen die Schüler dann ein, dass nun wirklich Unterricht gemacht wird. Dies ist die Phase, in der aus diversen Ecken des Klassenzimmers „finish class?“ schallt, was ich immer mit einem fröhlichen „no!“ beantworten darf. Irgendwann ist es dann aber doch geschafft und alle stürmen aus dem Klassenzimmer heraus.

Ich nehme die Herausforderung gerne an!

So anstrengend das teils ist, so viel Spaß macht es. Ich nehme die persönliche Herausforderung gerne an, die Klasse durch die Stunden zu manövrieren und immer wieder neue Strategien zu entwickeln, um die Motivation doch hochzuhalten. Und in so gut wie jeder Stunde habe ich auch herzlich viel zu lachen, denn zum Scherze machen ist immer Zeit in Mexiko. Abgesehen vom Unterrichten sind wir (meine Mitfreiwilligen und ich) auch an sämtlichen Veranstaltungen der Universität vertreten und werden als Deutsche („las alemanas“) regelmäßig in den Mittelpunkt gestellt, sei es bei peinlichen Interviews oder Filmclips. Zu Beginn hatten wir von einer adventistischen Uni mit strengen Regeln auch förmliche Veranstaltungen erwartet, doch wurden wir bald eines Besseren belehrt. Denn wie mir scheint, haben es hier einfach wahnsinnig viele Leute im Blut, eine riesige Show zu jedem Anlass zu veranstalten. Spaß hat man auf jeden Fall bei diesen Veranstaltungen, auch wenn organisatorisch selten etwas auf deutschem Niveau abläuft.

Ich freue mich auf die verbleibende Zeit

Ich habe hier die Erfahrung gemacht, offen aufgenommen zu werden. Wenn ich ein Problem habe, versuchen sofort alle, zu helfen. Ich habe wahnsinnig viele verschiedene Menschen getroffen und einige haben uns ihr Zuhause gezeigt, was so ganz anders ist als in Deutschland. Ich genieße es auch sehr, dass man eigentlich immer ein kleines Schwätzchen hält und so dauert mein Weg vom Zimmer in die English Academy teils dreimal so lang wie geplant. Ich hatte allerdings auch durchaus eine Phase, in der mir das Ganze etwas zu viel geworden ist, denn manchmal möchte man eben schnell zur Arbeit gehen, pünktlich anfangen und motivierte Schüler haben. Dass das eben nicht so läuft, musste ich erst lernen, da ich von Zuhause einfach mehr Organisation und Strukturen gewohnt bin. Doch das Wichtigste ist, dass ich mich darauf einlassen konnte und nun auch die stressigen Klassen genießen kann. Mir war es von Anfang an sehr wichtig, mich in diesem Jahr weiterzuentwickeln und eine neue Kultur weit über den Touristenstandpunkt hinaus kennenzulernen und dies tue ich in diesem besonderen Jahr. Ich freue mich auf die noch verbleibende Zeit und werde Mexiko definitiv so einige Tränen nachweinen!

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Hinter die Kulissen blicken



Geschrieben am Montag, 13. März 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Sarah, die für ein Jahr Mitarbeiterin bei ADRA Albanien ist.

Eine wunderschöne Landschaft, Straßencafés, Hochhäuser, hupende Autos, große Menschenmassen. All das fällt einem auf den ersten Blick auf, wenn man durch die Straßen Tiranas geht. Sieht man jedoch genauer hin, erkennt man die Armut, die sich zunächst im Verborgenen hält. Abgenutzte, eingefallene Häuser und Autos, Kinder die im Müll wühlen und auf der Straße betteln, Hunde die vergebens nach Essen suchen – und wir mittendrin. Elina meine Mitfreiwillige und ich, im Herzen der Hauptstadt Albaniens.

Büro vs. Schule

Ohne jegliche Ahnung, was uns erwarten würde, machten Elina und ich uns vor gut sieben Monaten auf die Reise in das uns nun nicht mehr fremde Albanien. Als Angestellte bei der Partnerorganisation ADRA Albanien bestritten und bestreiten wir täglich neue Herausforderungen. Eingesetzt sowohl im Büro als auch in Schulen, sind unsere Aufgaben sehr vielseitig und bieten Raum für Eigeninitiative und Kreativität.
Während wir im Büro unter anderem Berichte schreiben und übersetzen müssen, sieht es in den Schulen ganz anders aus. In dem aktuellen Projekt „Education through Student volunteering“ versucht ADRA Albanien durch Freiwilligenarbeit, Kindern aus sozial und wirtschaftlich schwachen Verhältnissen zu helfen. Hierbei werden die Kinder durch Zusatz-Klassen unterstützt und gefördert. Wir als Freiwillige versuchen den Kindern so gut es geht beim Erlernen des Alphabets oder beim Lösen von mathematischen Gleichungen zu helfen. Mittlerweile geben wir den Kindern auch Deutschunterricht, was mir persönlich sehr viel Freude bereitet, da die Kinder sehr schnell lernen und motiviert bei der Sache sind. Sie grüßen uns schon von weitem mit „Hallo“ und „Guten Tag“. Allgemein sind die Kinder hier sehr offen gegenüber neuen Leuten und freuen sich jedes Mal, einen von uns zu sehen.

Ein Leben abseits der Gesellschaft

Viele der Kinder die wir betreuen kommen aus den sogenannten Roma Communitys. Sie leben als eine Gemeinschaft isoliert und abgegrenzt von der Gesellschaft Albaniens. Die Kinder, die in diese Verhältnisse hineingeboren werden, haben oft schlechte Zukunftschancen, da sie zum Teil die Schule abbrechen oder gar nicht erst besuchen. Stattdessen werden sie schon früh von ihren Eltern auf die Straße zum Betteln und Geld verdienen geschickt. Diesem Denken versucht ADRA Albanien durch Kampagnen entgegenzuwirken, um die Eltern sowie auch die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, ihren Kindern die notwendige Bildung zu gewähren. Auch ich habe schon mitbekommen, wie uneinsichtig manche Roma sind, wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht. Das macht mich ab und zu recht ratlos, gehört jedoch auch zu unserem Alltag.

Dabei sein ist alles!

Eines meiner absoluten Highlights bis jetzt war es die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ mitzuerleben. Bereits schon als kleines Kind hatte ich zusammen mit meinen Geschwistern voller Begeisterung Pakete für dieses Projekt gepackt und verziert. Deshalb war meine Freude umso größer, dass ich dieses Jahr live bei der Päckchen-Verteilung mit dabei sein durfte. Zusammen mit dem ADRA Albanien-Team und Anja Emrich von ADRA Deutschland verteilten wir die „Aktion Kinder helfen Kindern!“-Pakete in Schulen, Kindergärten, Sozialunterkünften, Behindertenwerkstätten und Roma/ Ägypter-Communitys in Tirana und der Umgebung. Während der Verteilung war es meine Aufgabe, Bilder zu machen und die besonderen Momente der Kinder, wenn sie gespannt ihre Päckchen auspackten, festzuhalten. Es machte riesigen Spaß, die Freude und Ausgelassenheit der Kinder zu beobachten und ein Teil dieser Aktion zu sein.

Diese sowie viele weitere Erfahrungen die ich bereits machen durfte bestärken und motivieren mich in meiner Arbeit und lassen mich erkennen, wie wertvoll dieses Jahr für mich ist und wie viel auch Kleinigkeiten ausmachen können!

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Das Leben neu entdecken



Geschrieben am Montag, 20. Februar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Rebecca, die für die Mädchen im „Rehabilitation & Education Centre“ in Kajidao mehr als nur Lehrerin ist.

Ganz ohne Erwartungen ging meine Reise nach Kenia, einem Land von dem ich höchstens aus dem Internet gelesen und von verschiedenen Personen gehört hatte. Offen für alles, was geschehen könnte, kamen wir in unserem neuen Zuhause an. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und mit der kleinen Stadt Kajiado schnell bekannt gemacht, sodass wir uns schnell heimisch fühlten.

Unser neues Umfeld

Kenia ist ein sehr abwechslungsreiches Land und reicht von den Steppen der Massai über die Hochhäuser Nairobis bis hin zu saftig grünen Tälern im Westen des Landes. Aber egal in welchem Teil Kenias man sich befindet, die Menschen begegnen einem überaus freundlich und hilfsbereit. Unser Projekt „Rehabilitation & Education Centre“ befindet sich im Süden des Landes im Gebiet der Massai. Unser Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Mädchen aus zu frühen Ehen und vor Genitalverstümmelung zu retten, ihnen eine Möglichkeit auf Schulbildung und ein zu Hause zu geben, um sie anschließend als selbständige, starke Frauen in die Welt zu entlassen.

Lernen, lachen, singen

Zu dem „Rescue Centre“ gehört ebenfalls eine „Primary School“ von den Klassenstufen eins bis acht, während der Schulzeit befinden sich deshalb mehr Schüler auf dem Gelände. Rund 130 Mädchen und etwa 12 Jungen besuchen hier die Schule. Meine Mitfreiwillige und ich unterrichten die Klassenstufen vier bis sieben in Deutsch, Sport, Musik, Kunst und Lifeskills.
Vor ein paar Wochen habe ich die Schulbank selbst noch gedrückt und ganz plötzlich steht man selbst als Lehrer vor den Klassen, das ist ein tolles Gefühl. Der Unterricht in meinen Klassen besteht nicht nur aus stupidem Lernen, denn das müssen die Schüler schon den ganzen Tag. Die Stunden, die ich übernehme, sollen abwechslungsreich und spannend sein. Da meine Schüler sehr wissbegierig sind, lernen sie Deutsch mit Eifer und begrüßen einen auch schon mal mit einem „guten Morgen“. Als Ausgleich für das Sitzen im Klassenzimmer gehen wir auch gerne raus oder ich bringe ihnen deutsche oder englische Lieder bei, die sie mit viel Talent lernen und singen. Ich versuche den Mädchen beizubringen, Vertrauen in sich selbst und in ihr Können zu haben, damit sie in ihrem Leben noch weit kommen und niemals aufgeben.

Viel mehr als Lehrer

Ich persönlich sehe meine Hauptaufgabe hier in Kenia nicht „nur“ als Lehrer. Wir sind Schwestern für die Mädels und Jungs, sind Ansprechpartner und Vertraute. Zunächst dachte ich, dass es schwer werden könnte, den Schülern ein Lehrer und gleichzeitig ein Freund zu sein. Doch es ist einfacher als gedacht und wir werden als Lehrer dennoch respektiert. Insgesamt sind unsere Aufgaben sehr vielseitig: Wir sind Seelsorger, Lehrer, Schwester, Mutter, Koch, Organisator, Helfer und Unterstützer in jeglicher Hinsicht.
Es ist wie eine große Familie mit vielen Kindern und wir können dazu beitragen, dass jeder gehört wird. Wenn man die Kinder herumflitzen sieht oder singen hört, vergisst man schnell, welch traurige und teils traumatische Erfahrungen die Mädchen bereits machen mussten. Es ist bewundernswert, wie stark sie sind und uns liegt viel daran, sie immer wieder daran zu erinnern, wie wertvoll sie sind, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Neu, anders, ungewohnt

Ich lerne hier auf eine ganz neue Art und Weise zu leben. Durch die vielen Menschen, die man kennenlernt, lernt man sehr viel über die Kultur in dem Land, in dem man sich befindet. Hartes Arbeiten bis zum Umfallen, zu wenig Lohn und viele Kinder sind hier zum Teil der Grundstock der Armut. Und trotzdem werde ich nie damit aufhören zu sagen, die Menschen hier haben es gut. Ich habe noch nirgends solch eine ehrliche Nachbarschaftshilfe, Freundlichkeit, Entgegenkommen, Liebe und Glauben gesehen. Die Menschen hier haben viele Schwierigkeiten. Doch das macht sie stark und reich an Erfahrungen. Ich bin froh, diese Erfahrungen dieses Jahr auch machen zu dürfen. In einer Hütte aus Kuhdung zu schlafen, kein fließendes Wasser zu haben und eine Latrine zu besuchen mindert vielleicht den Luxus des Lebens, aber niemals die Qualität!

Ich lerne hier ebenfalls, auf eine ganz neue Art und Weise gesehen zu werden. Zunächst sehen dich die Menschen hier auf der Straße nicht als eine eigene individuelle Persönlichkeit, sondern du bist zunächst einmal Mzungu = weißer Mensch = viel Geld. Egal wohin man geht, man wird gesehen, man wird beobachtet, gegrüßt, angefasst. Denn wir sind anders und ungewohnt. Mein Anliegen ist es jeden Tag aufs Neue, den Menschen zu zeigen, dass wir alle gleich sind und doch alle verschieden. Gewisse Vorurteile und Verallgemeinerungen müssen aus der Welt geschafft werden.

Ich habe dieses Land und die Leute lieben gelernt. Für mich wird Kenia immer ein zweites Zuhause mit tollen Menschen, toller Gemeinschaft, wunderschöner Natur und Vielfalt bleiben.

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Survival in the Forest :-) Überleben im Dschungel!



Geschrieben am Montag, 13. Februar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Tobias über sein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kinderheim in Bolivien.

Unser gemeinsames Abenteuer über das große Meer bis nach Südamerika. Zum ersten Mal im Leben saß ich im Flugzeug. Und nach einer spannenden Ankunft in Cochbamba (Bolivien) fing unsere Zeit im Regenwald an. Es ging in eine surreale und verrückte Welt, welche ich am Anfang absolut nicht verstand. Umso länger ich mich jedoch dort aufhielt, desto mehr bekam ich Gefallen an diesem Land. Ein Land der Extreme und Verschiedenheiten.

Das Leben lässt herzlich grüßen!

Wir wurden sehr herzlich empfangen, sowohl von den Menschen und Kindern als auch von der tropischen Klimazone im Chaparé. Eine immerwarme Zone, welche eine Vielzahl bunter Früchte, viele gigantische Flüsse und auch exotische Tiere beinhaltet. Hier wurden mein Leben und meine Grundsätze komplett auf den Kopf gestellt. Eine wirklich fremde Welt für einen Deutschen. Diese fremde Kultur und fremde Umgebung verändert mich täglich immer mehr.

Unser Projekt „Lesperance – Hogar de Ninos“ hat sehr viel Potenzial und braucht stets fleißige Hände. In diesem Kinderheim wohnen ungefähr 60 Waisenkinder. Diese werden liebevoll von den Hauseltern betreut. Sie bekommen eine gute Schulbildung, Erziehung und Ausbildung durch die vielen Arbeitsbereiche, welche das Projekt bietet. Denn die Jugendlichen helfen gerne bei den Aufgaben und bekommen dadurch zum Beispiel handwerkliche Fähigkeiten und vieles mehr. So ist man uns von Anfang an auch mit viel Respekt und Verantwortung begegnet. Das stetige Helfen beim Busfahren zur Schule, in der Tischlerei, bei der Agrikultur und besonders die turbulente Zeit mit den Kindern erfüllen unser Leben im Kinderdorf. Es gibt kein besseres oder abwechslungsreicheres Projekt, das ich mir vorstellen könnte.

Die Zugehörigkeit

Nach einer kurzen Ankunftszeit im Projekt spüren wir nun immer mehr unsere Zugehörigkeit. Schon von weitem rufen die fröhlichen Kinder unsere Namen und wollen wissen, was wir machen. Desweiteren waren wir schon oft gemeinsam am Fluss. Gemeinsames Laufen auf der Slackline oder auch der sporadische Englischunterricht lässt uns das spüren. Besonders schön ist es auch an den Nachmittagen, wenn wir gemeinsam mit den Kindern an den Arbeitsbereichen die Zeit miteinander verbringen. Dort lernt man viel mehr als nur Arbeiten.

Das Ziel unseres Projektes ist es, diesen armen Kindern ein gutes Zuhause und eine bessere Zukunft zu geben. Durch die Aufgaben und Mitarbeit haben wir zum Ziel, dass das Projekt sich selbst finanzieren kann durch den Erlös der Arbeit. Eine große Freude entsteht bei den vielen Freizeitaktivitäten. Spätestens wenn die Kinder zum Studieren das Kinderdorf verlassen um in eine große Stadt gehen, hat das Projekt sein Ziel bereits doppelt erfüllt.

Die Herausforderung lieben!

Ich möchte die Zeit in Bolivien nicht missen. Es tut so gut, endlich mal neue Perspektiven und Eindrücke zu bekommen. Man lernt viel mehr, Dinge richtig zu schätzen und auch die Welt mit anderen Augen zu sehen. Noch verstehe ich so einige Gewohnheiten und kulturelle Dinge nicht. Mit der Zeit wird mein Wissen umfangreicher und ich schätze die Vielseitigkeit der Welt. Es tut gut, mal aus der eigenen Welt herauszukommen und alle Sicherheiten loszulassen. Komplett von vorne das System und die Lebensweise verstehen zu lernen und sich daran anzupassen. Dies ist eine der besten Herausforderungen überhaupt und eine mir sehr wertvolle Zeit!

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Costa Rica ein Urlaubsort



Geschrieben am Freitag, 10. Februar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Mattias über sein Freiwilliges Soziales Jahr als Lehrer in Costa Rica.

Der erste Gedanke der im Kopf durch geht ist, dass Costa Rica ein Urlaubsort ist. Umso mehr habe ich mich auf mein Auslandsjahr dort gefreut.

Vom Schüler zum Lehrer

So schnell hat sich alles geändert, frisch vom Abitur und schon ist man Lehrer. So hat es sich angefühlt, als für mich die Arbeit in Costa Rica losging. Ich wurde direkt ins kalte Wasser geschmissen. Trotz der ersten Schwierigkeiten findet man schnell seinen Rhythmus und jeden Tag aufs Neue finden sich neue Methoden, um den Unterrichtsstoff zu vermitteln. Ob es mit ein Experiment ist oder vielleicht doch mit ein Spiel, je nach Klasse muss der Unterrichtsstil variieren. Letztendlich macht es mir sehr Spaß, Schulklassen zu unterrichten.

Mehr als Lehrer

Wenn der Unterricht vorbei ist, dann bin ich kein Lehrer mehr, sondern ein Freund für die Kids, was sehr toll ist. In den Pausen wird gespielt, von „Vier gewinnt“ bis Verstecken oder Fangen –  das macht den Arbeitstag sehr lebhaft.

Wunderschönes Land

Natürlich ist Costa Rica ein Urlaubsort, wie ich schon erwähnt habe, aber für mich persönlich ist es eine neue Heimat geworden. Der Körper hat sich ans Klima, das Essen und die andere Kultur gewöhn. Es ist immer wieder erstaunlich, wie offen die Menschen hier sind.

Jetzt bin ich seit 6 Monaten in Costa Rica. Vor kurzem hatten wir Ferien und ich konnte ein wenig das Land erkunden. Trotz der vielen Freizeit freue ich mich auf die Arbeit, die im neuen Schuljahr auf mich zukommt.

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Mit Machete statt Kugelschreiber



Geschrieben am Dienstag, 24. Januar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Caleb über sein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kinderheim in Bolivien.

Nach der 16-stündigen Anreise und einer 40-minütigen Fahrt durch die turbulente, ungewöhnlich heiße Millionenstadt Santa Cruz, kamen wir endlich im Hauptsitz unseres Partnerprojektes „Ame Bolivia“ an, wo wir mit einem Willkommensfrühstück empfangen wurden. Mit dem ersten Biss in ein kleines, hartes Stückchen Brot wurde mir klar, auf was ich mich eigentlich eingelassen hatte. Ganze 52 Wochen in einer komplett unbekannten Umgebung, mit unbekannten Menschen, einer fremden Kultur und weggerissen von allem, was mir bekannt war. Nach der ersten Woche in Santa Cruz durften wir dann unser eigenes Projekt „El Sauce“ kennenlernen.

Die erste Überraschung

El Sauce ist ein Kinderheim in Samaipata und ist ein zu Hause für Kinder aus teils schwierigen Verhältnissen. Die Mission des Projekts ist, uns von den Erträgen unserer Biofelder selbst finanzieren zu können. In der Erwartung, in direktem Kontakt mit den Kindern zu arbeiten, waren wir schon mit zahlreichen Puzzles, Buntstiften und weiteren Unterhaltungsgegenständen ausgestattet. Zu unserer Überraschung teilte man uns gleich am ersten Tag mit, dass wir in das Landwirtschaftsteam eingeteilt wurden. Nach 12 Jahren, in denen wir Tag für Tag nur in der Schule saßen, war es anfangs ungewöhnlich von Bleistift und Kugelschreiber auf Hacke und Machete umzusteigen. Aber es dauerte nicht lange, bis wir selbst die Kunst des Pflügens, des Pflanzens unserer neun verschiedenen Arten von Salat und des Wässerns gelernt hatten. So verbrachten wir unsere ersten Monate. Da wir während unserer Arbeit nicht oft zum Spanisch sprechen kamen, nutzten wir unsere Freizeit, um mit den Kindern Fußball oder Volleyball zu spielen und trauten uns somit langsam an die neue Sprache heran.

Wir gehören dazu

Mit der Zeit hatten wir auch die Gelegenheit, das nahegelegene Dorf Samaipata zu erkunden und es dauerte nicht lange, bis wir das Dorf in unser Herz schlossen. Gefühlt besteht Samaipata größtenteils aus Hippies, welche auf Reise sind oder sich hier einfach niedergelassen haben, um Schmuckverkäufer, Straßenmusikant, Clown oder Koch zu werden. Die herrlichen Gerüche auf der Marktstraße, die bunten Farben der Schmuckstände, die gute Musik an der Plaza machen es einem unmöglich, Samaipata langweilig zu finden. Spätestens als wir immer öfter Bekannte auf den Straßen trafen, Empanadas schon für den halben Preis bekamen und uns in unserem Stammcafé serviert wurde, ohne dass wir bestellt hatten, wussten wir: Wir gehören dazu!

Was wirklich zählt

Mittlerweile sind tatsächlich sechs Monate vergangen und ich muss feststellen, dieser Ort war schon von Anfang an mein zu Hause und es gab keinen Moment, an dem ich mich „fremd“ fühlte. Es mag sein, dass hier Orangen anders gegessen werden, oder dass Hühnchen Fleisch als vegetarisch durchgeht, aber im Grunde genommen sind wir alle Menschen und das ist das Einzige was zählt!

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In 3 Schritten in die Ferne



Geschrieben am Montag, 16. Januar 2017 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Beryl über ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania.

Ein fremdes Land mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören und voll und ganz erleben, um dann festzustellen: es ist gar nicht so fremd.  Bevor ich im wilden Afrika gelandet bin, konnte (und wollte) ich mir gar keine großen Gedanken darüber machen, was mich wohl alles erwarten würde. Innerlich hatte ich mich eigentlich nur auf drei Dinge vorbereitet: Hitze, Heimweh und himmelhohen Stress.

So viel zur Hitze

Meine Mitfreiwillige Alwina und ich brauchten ein paar Tage, um zu begreifen, auf welchem wunderschönen Fleckchen Erde wir uns wiedergefunden haben – ehrlich gesagt, haben wir bis zum heutigen Tag nicht ganz begriffen, dass wir auf einem ganz anderen Kontinent sind. Ganz anders als man sich die trockenen Steppen Afrikas vorstellt, ist der Ort unseres tansanischen Zuhauses. Hier in Usa River, ganz nah an der Touristenstadt Arusha, ist es grün und blumig und frisch und wie der Name schon verrät, voller kleiner Flüsse und Bäche. Und was uns immer wieder neu umhaut ist die Aussicht, wenn man seinen Blick zum Himmel hebt: unsere kleine Stadt liegt am Fuße des Berges Mount Meru und ich müsste eine Münze werfen, um zu entscheiden, ob ich Meru oder den Kilimanjaro höchstpersönlich beeindruckender finde, den man an klaren Tagen selbst von hier aus richtig toll sehen kann. Dank der Berge herrscht hier ein super angenehmes Klima und selbst im tansanischen Hochsommer ist es keine drückende Hitze, die einem zu schaffen macht, sondern viel eher…

Heimweh

Der vierte Monat war von Anfang an mein Angstmonat gewesen. Nachdem turbulente drei Monate vergangen sind, war ich mir sicher, dass nicht mehr viel Neues folgen würde, die Weihnachtszeit würde unweihnachtlich kommen und gehen und im schlimmsten Fall hätte ich Heimweh. Jetzt nach beinahe sechs Monaten frage ich mich, wo bloß die Zeit geblieben ist. Noch nie sind mir die Tage und Wochen so davongeflogen. Natürlich hält mich hier vieles auf Trab, zum Beispiel, dass wir jetzt ganz alleine wohnen, einkaufen, kochen, putzen und Wäsche waschen. Aber der Grund, warum wir uns hier so heimisch fühlen ist eigentlich unsere Gastfamilie, in deren Gasthaus wir untergekommen sind. Mama Pendo und Baba Daniel und ihre drei Töchter Masu, Joy und Glory sind inzwischen unsere afrikanische Familie und vertreiben jeden Anflug von Heimweh, wenn wir uns abends zusammen treffen, mal zum Essen eingeladen sind oder gemeinsam Andacht halten. Sie und auch unsere lieben, einheimischen Nachbarn helfen uns jeden Tag ein bisschen mehr Swahili zu lernen und wir merken, wenn du ihre Sprache sprichst, gehörst du dazu. Die Menschen hier sind ein herzliches Volk, denen Familie und Gastfreundschaft das Wichtigste ist. Tja, dann brauche ich mir wohl nur noch um eines Sorgen zu machen…

Der Stress geht mir bis hier!

„The Voice Secondary School“ so heißt unser Projekt, ein adventistisches Internat für die Klassen 8 bis 11. 20 Minuten Fußmarsch ist diese Schule entfernt, die ein Jahr lang mein Arbeitsplatz sein wird und ich habe befürchtet, dass mir die Umstellung vom Schüler zum Lehrer sehr zu schaffen machen würde. Nach dem ersten Gespräch mit dem Schulleiter war klar: alles was die Schüler und Lehrer von uns verlangen, ist, dass wir uns hier wohl und als Mitglied des Teams fühlen und unser Wissen mit den Schülern teilen. Dabei haben wir alle Freiheiten bekommen, die wir uns nur wünschen können. Bis jetzt habe ich am Nachmittag Französischunterricht gegeben und öfter mal den Englischunterricht übernommen. Bald darf ich auch Deutsch in Vormittagskursen unterrichten und es macht Spaß zu sehen, wie eifrig die Schüler bei der Sache sind. Für die Unterrichtsvorbereitung hat man zwischen den Stunden genug Zeit. Aufwand muss schon sein, aber von Stress ist nun wirklich nicht die Rede!
Außerhalb des Unterrichts sind die Schüler wie ausgewechselt: in den Mädchenschlafsälen herrscht ständig ein aufgeregtes schwatzen, Spiele und Geschichten werden ausgetauscht und Alwina und ich sind nur allzu gerne dabei und hören sie uns an, während draußen auf dem Sportplatz die Jungs wieder die Fußbälle fliegen und sich anfeuern lassen.

Ich bin erst knappe sechs Monate hier und merke immer mehr, wie sich alle meine anfänglichen Befürchtungen einfach in Luft auflösen. Man muss nur den Schritt aus seiner Komfortzone wagen. Alles andere kommt dann von allein.

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Meine Erlebnisse in Lesotho – „The Kingdom in the Sky“



Geschrieben am Freitag, 16. Dezember 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht der Freiwilligen Marina über ihre Arbeit in einem kleinen privaten Krankenhaus in Lesotho.

Die wunderschönen Maluti Mountains und Hügel über Hügel haben mich schon in der Luft begrüßt, als mein Flugzeug sich langsam über Maseru, der Hauptstadt Lesothos senkte. Lesotho ist ein Land, das mit seiner wunderschönen Natur wahrscheinlich so fast jedes Herz in Anspruch nimmt!

Und mindestens genauso herzlich bin ich von den Menschen empfangen worden. Die Basotho sind ein sehr hilfsbereites und friedliches Volk, das ganz andere Denkweisen und Gewohnheiten hat als wir Europäer. Aber es ist Goldwert eine andere Kultur so hautnah erleben zu dürfen. Mit den Menschen zu leben, den täglichen Herausforderungen zu begegnen, die einem manchmal das Leben schwer machen, aber über die man später herzlich lachen kann und auch ganz gewiss noch an seine Enkel weitergeben wird! Die Wäsche mal mit der Hand zu waschen und das meistens am Sonntagmorgen, wenn man doch am liebsten noch in seinem warmen Bett bleiben würde!
Wenn morgens um fünf der Hahn kräht wird der Tag begonnen und am Abend, wenn die Hühner ihr Schlafgemach betreten ist dies auch der Fall für fast jeden Bürger im Dorf.

Doch die Erfahrungen, die ich in Lesotho machen darf, sind ein Segen für mich! Dann ist es auch gar nicht so schlimm, seinen Tagesablauf ein wenig zu ändern :-)!

Meine täglichen Verpflichtungen

Ich arbeite als Medizinassistentin-Chirurgie (B. Sc.) in einem kleinen privaten Krankenhaus im Herzen der Stadt Teyateyaneng mit.

Nach der morgendlichen Visite warten meist schon ganz viele Patienten auf ihre Behandlung. So begeben wir uns dann als kleines Team von zwei Ärzten, einem Medizinstudenten und mir gemeinsam mit den Krankenschwestern an die Arbeit. Die Menschen haben überwiegend mit Infektionen jeglicher Art zu kämpfen, da die HIV-Rate im Land erschreckend hoch ist.

Neben der Arbeit in der Klinik bieten wir auch an drei Tagen in der Woche „Primary Health Care“ für Mitarbeiter in Textilfabriken an.

Ja, so schaut im Moment mein Alltag aus… 🙂 Abwechslungsreich und sehr lehrreich!

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Wie ein zweites Zuhause!



Geschrieben am Montag, 28. November 2016 von ADRAlive-Team

Ein Bericht des Freiwilligen Jona, der in Bolivien sein zweites Zuhause gefunden hat.

Kaum hatte ich erfahren, dass meine Reise nach Bolivien gehen soll, da war ich schon da! In den ersten Wochen konnte ich noch nicht wirklich realisieren, dass ich auf der Südhalbkugel gelandet bin. Aber trotz gesundheitlichen und sprachlichen Startschwierigkeiten habe ich mich schnell mit Land, Kultur und Einwohnern angefreundet.

Hier läuft so einiges anders ab

Erstmal musste ich mich an einiges Neues gewöhnen. Während in Deutschland alles perfekt laufen muss, reicht es hier, wenn die Dinge kurz vor dem Totalschaden noch einigermaßen funktionieren. Wegschmeißen kommt da erstmal gar nicht in Frage, wenn man mal vom wirklichen Müll absieht. Der landet nämlich entweder auf der Straße oder wird verbrannt. Wenn ich hier einen Müllwagen sehe, muss ich schon leicht schmunzeln.
Nach der ersten Fahrt mit dem Auto war ich direkt von den Autos und dem Fahrstil begeistert. Wessen Hupe hier nicht funktioniert, sollte besser zu Fuß gehen! Denn wer zu zuerst hupt, hat Vorfahrt – so einfach ist das. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Die Pflicht ruft!

Zusammen mit Florian unterstütze ich ein Jahr lang das Projekt „AMe Bolivia“, welches hilfsbedürftigen  Menschen rund um Santa Cruz ein neues Zuhause, Essen und ein Dach über dem Kopf bietet. Mit unterstützen meine ich arbeiten, denn wir sind von morgens bis abends auf den Beinen. Während wir den Patienten, welche hauptsächlich körperlich beeinträchtigt sind, 3 Mahlzeiten am Tag servieren, arbeiten wir zwischendurch im Garten und haben mit Hammer, Axt und Schaufel eine große Bandbreite an unterschiedlichen Arbeiten zu erledigen. Den Ruhetag mit anschließendem Sonntag können wir „Zuhause“ nicht ohne Arbeit verbringen, jedoch bieten sich die nächsten zwei größeren Städte zur Erholung an, wo wir viele neue Freundschaften schließen konnten. Da sind wir über die große Gastfreundschaft sehr dankbar!

Zweites Zuhause

Erst konnte ich kaum glauben, dass ich in Bolivien angekommen bin und schon fühle ich mich wie Zuhause. Viel Natur, Freiheit und offene Menschen haben es mir leicht gemacht, mich sehr schnell wohl zu fühlen. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe, die Welt einmal von der anderen Seite sehen zu können– und das nicht nur geografisch.

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